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Wiederholte Absenzen wegen
Klimastreik werden nicht toleriert – Kantischüler wollen trotzdem weitermachen

Die Bildungsbehörden dulden bei Streiks an St.Galler Kantonsschulen keine Absenzen mehr. Sie suchen das Gespräch mit dem Initiativkomitee, das allerdings nicht klein beigeben will. Und die Politik reagiert: Die FDP mahnt die Neutralität der Schulen an, SP-Grüne appellieren an die Regierung.
Marcel Elsener
Schüler im Streik: Wer weiterhin an den Klimastreiks teilnehmen will, dem wird eine unentschuldigte Absenz eingetragen. (Bild: Luca Ghiselli)

Schüler im Streik: Wer weiterhin an den Klimastreiks teilnehmen will, dem wird eine unentschuldigte Absenz eingetragen. (Bild: Luca Ghiselli)

Wie in anderen Schweizer Städten ist in St.Gallen bereits zweimal gegen die Erwärmung der Erde protestiert worden. Am 21. Dezember und am 11. Januar folgten Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule am Burggraben dem Aufruf des Organisationskomitees «Klimastreik Ostschweiz»; am zweiten Freitag taten dies auch Jugendliche aus den Kantonsschulen Wil und Wattwil sowie anderen Schulen.

Die Schulen tolerierten eine einmalige Absenz für eine Teilnahme an der Aktion; diese musste jedoch belegt werden. Wer zum zweiten Mal teilnahm, musste ein Gesuch mit Unterschrift der Eltern einreichen. Ausserdem wurde eine persönliche, schriftliche Stellungnahme verlangt. Das Bildungsdepartement unterstützte diese Handhabung durch die Schulleitungen.

Wiederholte Absenzen werden nicht toleriert

Nun aber verschärfen die Schulbehörden die Praxis im Hinblick auf weitere Klimastreiks. Das Bildungsdepartement und die Kantonale Rektorenkonferenz der Mittelschulen hätten Verständnis für die Sorge junger Menschen um ihre Zukunft, wie sie mitteilen. Allerdings gehe eine wiederholte Streikteilnahme während des Unterrichtes zu Lasten der Ausbildung und des geordneten Schulbetriebs, heisst es weiter. Dies könne man nicht tolerieren.

Grundsätzlich gilt in der Schule Präsenzpflicht. Darum habe eine Teilnahme an weiteren Klimastreiks künftig eine unentschuldigte Absenz zur Folge. Dies werde auch in anderen Kantonen wie Basel-Stadt und Zürich so gehandhabt. Das Bildungsdepartement und die Rektorenkonferenz hätten sich bald auf dieses härtere Vorgehen einigen können, sagt Tina Cassidy, Leiterin Amt für Mittelschulen. Beim zweiten Streik haben man nur deshalb Toleranz walten lassen, weil man die erstmals Streikenden aus anderen Schulen gleich behandeln wollte wie jene vom Burggraben.

Wie es nun weitergeht, hängt auch vom Gespräch Cassidys mit Initiantinnen und Initianten ab, das sie gemeinsam mit Burggraben-Rektor Marc König wenn möglich diese Woche und demnach vor dem dritten Streik führen will. Cassidy sagt:

«Wir wollen uns die Anliegen erläutern lassen. Diese Klimastreiks sind eine neue Form des Engagements. Auf jeden Fall werden wir aber den geordneten Schulbetrieb aufrecht erhalten.»

Was, wenn sich die Absenzen häufen? Der harte Kern der Klimaschutz-Engagierten dürfte sich nicht beirren lassen. Allfällige Sanktionen seien Sache der Schulleitungen.

In ihrer Reaktion betonen die Bildungsbehörden, dass die Mittelschulen dem Thema Nachhaltigkeit/Klimaschutz «gebührend» berücksichtigen. Mit Massnahmen wie dem Verzicht auf Flüge bei Bildungsreisen, in speziellen Unterrichtswochen oder gebäudetechnischen Verbesserungen gingen sie «mit gutem Beispiel voran».

Keine Stellung nimmt die Amtsleiterin zu den am Montag eingereichten politischen Vorstössen zum Thema. Die FDP (namentlich Walter Locher) wundert sich über Vertreter der Juso und der Jungen Grünen im Kollektiv und fragt nach der politischen Neutralität und dem Datenschutz an den Schulen. Auf der anderen Seite nimmt die SP-Grüne-Fraktion die Behörden in die Pflicht, wenn sie etwa fragt: «Was macht die Regierung konkret gegen die drohenden Klimaerwärmung als Gremium und als Exekutive des Kantons St.Gallen?»

Die Schülerschaft dürfte sich freuen: Ihre Klimastreiks beschäftigen nun auch die kantonale Politik. Derweil betonte das Klimakollektiv Ostschweiz in einem am Dienstag verbreiteten Communiqué, es lasse sich nicht mundtot machen. Man sei vom Entscheid des Bildungsdepartementes enttäuscht und akzeptiere ihn nicht. Ein nächster Klimastreik ist für kommenden Freitag, 18. Januar, bereits angesagt.

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