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Junger Wirt will heruntergewirtschaftete «Adler»-Bar wieder zum Gossauer Treffpunkt machen

Drei Jahre stand die Bar im Gossauer Zentrum leer. Jetzt will Stefan Bischof das Lokal wieder zum Leben erwecken.
Melissa Müller
Das neue «Adler»-Team: Gastgeber Stefan Bischof mit Lebenspartnerin Ramona Vollenweider (links) und den Barfrauen Fatima Toldy und Jennifer Krucker. (Bild: Urs Bucher)

Das neue «Adler»-Team: Gastgeber Stefan Bischof mit Lebenspartnerin Ramona Vollenweider (links) und den Barfrauen Fatima Toldy und Jennifer Krucker.
(Bild: Urs Bucher)

Es regt sich etwas im Untergrund: Der Kirchberger Stefan Bischof hat sich im Keller des «Schwarzen Adlers» in Gosssau eingenistet. Er eröffnet die Bar, die drei Jahre geschlossen war, morgen am Gossauer Strassenfest. «Ich wollte mich schon länger selbstständig machen», sagt der 30-jährige Mechaniker und technische Kaufmann, der kürzlich das Wirtepatent absolviert hat. Er sei in der Stadt mit offenen Armen empfangen worden: «Viele Gossauer haben mich kontaktiert und sich gefreut, dass die Bar wieder aufgeht.» Auch die anderen Geschäfte im geschichtsträchtigen Haus – das chinesische Restaurant Shanghai im ersten Stock und der Weltladen «Claro» – begegnen ihm mit Wohlwollen.

Die Bar hat schon bessere Tage gesehen

Die «Adler»-Bar genoss früher einen guten Ruf. Ihre besten Zeiten erlebte sie 2002 bis 2010 unter der Hand von Walo Hug. Der Gastgeber war ein guter Geschäftsmann. Er veranstaltete Konzerte und scharte zahlreiche Stammgäste um sich. «Es war ein Ort, wo sich die Gossauer trafen», erinnert sich Niklaus Lehmann von der Stiftung «Schwarzer Adler».

Einen Sommer lang die «Bruchbude» renoviert

Später gab es einige Wirtewechsel, die Pächter kamen und gingen. Sie hinterliessen ein heruntergewirtschaftetes Lokal. Als Bischof die Bar mit den 50 Sitzplätzen zum ersten Mal besichtigte, war der einst helle Parkett schwarz und abgenutzt und die Wände im Fumoir mit schwarzen Flecken übersät. «Es war eine Bruchbude.» Dennoch dachte er: «Es ist gemütlich und klein, man kann etwas draus machen.»

Der junge Mann verlegte neue Böden, entsorgte kaputte Geräte wie eine ramponierte Eismaschine, strich die Wände rot und grau. «Ich habe zu 95 Prozent alles selber gemacht», sagt der junge Mann, der die Fotos der Baustelle aufgehängt hat. Das Mobiliar hat er dem Vorgänger abgekauft. Niklaus Lehmann freut sich über den Effort:

«Wir hoffen natürlich sehr, dass es Stefan gelingt, die Bar wieder zu altem Glanz zurückzuführen.»

Der Eingang befindet sich etwas versteckt hinter dem 1750 erbauten Haus. Eine Bar im Keller, ein auswärtiger Pächter, der noch unerfahren ist: Kann das gut gehen? Stefan Bischof ist guten Mutes: «Die Adler-Bar liegt zentral, und ich bezahle einen günstigen Mietzins.» Er habe eine Sonderbewilligung, könne freitags und samstags bis 3 Uhr morgens offen haben. Die Bar ist von Donnerstag bis Samstag geöffnet.

«Im Kellergeschoss stören wir niemanden
mit Lärm.»

Der Laden soll von Donnerstag bis Samstag offen sein. Bischof will Konzerte veranstalten. Im Herbst werde er «echte» Mass mit Brezeln servieren, wie beim Oktoberfest. Auch spezielle Tequilas würden ausgeschenkt, nebst Gin Tonics, die rosa, orange und mint leuchten. Er hat ein digitales Bedienungssystem installiert und mit Freunden einen Test-Durchlauf in der Bar veranstaltet, damit alle Abläufe sitzen.

Drei Barfrauen und eine Putzfee

Bischofs Freundin Ramona Vollenweider, eine Reinigungsfachfrau, sorgt dafür, dass das Lokal auch nach wilden Partynächten wieder blitzblank glänzt und in der pinken Damentoilette Handcreme, Deo und Wattepads bereitstehen. An der Bar bedient die Gossauerin Jennifer Krucker, die mit Adrian Krucker von der Brauerei «Stadtbühler» verheiratet ist. «Ich wollte wieder einmal in einer coolen Bar arbeiten», sagt die 31-Jährige, die eine eigene Bar betrieb, bevor die Kinder kamen. Fatima Toldy und Flugbegleiterin Janine Wittmer ergänzen das Team. «Der Erfolg steht und fällt mit gutem Personal», sagt Bischof, der zur Eröffnung den Gitarristen Don James Ayer eingeladen hat. «Ich hoffe, dass der Laden aus allen Nähten platzt.»

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