Junger Albaner in St.Gallen wegen Drogengeschäften verurteilt

Ein junger Albaner versuchte, mit Drogengeschäften Geld zu verdienen. Nun ist er vom Kreisgericht St.Gallen zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt worden.

Claudia Schmid
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Das Kreisgericht St.Gallen hat jetzt einen jungen Albaner verurteilt, der mit dem Schmuggeln von Heroin viel Geld verdienen wollte. (Symboldbild: «Tagblatt»-Archiv)

Das Kreisgericht St.Gallen hat jetzt einen jungen Albaner verurteilt, der mit dem Schmuggeln von Heroin viel Geld verdienen wollte. (Symboldbild: «Tagblatt»-Archiv)

Der Beschuldigte war noch nicht zwanzig Jahre alt, als er sich in seiner Heimat von einer kriminellen Organisation anheuern liess, um in der Ostschweiz Drogen zu verkaufen. Ab Sommer 2017 reiste er vier Mal in die Schweiz ein und kehrte jedes Mal nach wenigen Wochen wieder zurück nach Albanien.

Mit der Aussicht auf viel Geld geködert

Die albanischen Drogenhändler hätten den jungen Mann mit der Aussicht auf viel Geld geködert, erklärte der Staatsanwalt an der Verhandlung am Kreisgericht St.Gallen. Pro Monat habe er rund 3000 Franken erhalten. Das bedeutete für ihn ein Vermögen, da er in der Heimat n der gleichen Zeit lediglich 160 Euro verdient habe.

Der Staatsanwalt klagte den Beschuldigten im abgekürzten Verfahren an. Gleich nach seiner Verhaftung sei der Mann geständig gewesen, was sich strafmildernd auswirke. Strafverschärfend müsse jedoch berücksichtigt werden, dass er mehrfach in die Schweiz gekommen sei, um Drogen zu verkaufen. Als klassischer Läufer habe er die beachtliche Menge von 3,4 Kilogramm Heroingemisch verkauft.

Neben St.Gallen fand der 20-jährige auch in Uznach, Wattwil und Wil Abnehmer. Bei seiner Festnahme am St.Galler Hauptbahnhof am 24. Juli 2018 trug er über 100 Gramm Heroingemisch auf sich, das er in Wittenbach verkaufen sollte. An seinem Wohnort in Züberwangen fand die Polizei 457 Gramm Drogen. Am Strandweg in Mols hatte er zudem rund 180 Gramm versteckt.

Geld für die Behandlung der kranken Mutter

Er habe sich nicht anders zu helfen gewusst, als das Angebot der kriminellen Organisation anzunehmen, erklärte der Beschuldigte sein Tatmotiv. Seine Mutter sei sehr krank gewesen. Durch die familiären Probleme hätten sich Schulden angehäuft. Im Gefängnis habe er in den letzten Monaten Zeit gehabt, über sein Handeln nachzudenken.

Er bereue seine Läufertätigkeit und werde den Fehler nie mehr wiederholen, sagte der junge Mann vor Schranken. Zuhause wolle er nun einen Beruf erlernen und arbeiten. Der Verteidiger wies auf das Alter seines Mandanten hin. Dies müsse strafmildernd auswirken.

Teilbedingte Gefängnisstrafe von 30 Monaten

Das Kreisgericht erhob die Anträge der Staatsanwaltschaft zum Urteil. Es sprach den Beschuldigten der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig und verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Zehn Monate muss er absitzen, der Rest wird mit einer Probezeit von zwei Jahren bedingt ausgesprochen.

Das Strafmass sei ausserordentlich milde ausgefallen, erklärte der vorsitzende Richter. Das Kreisgericht habe die beantragte Sanktion gerade noch als vertretbar einstufen können. Der Beschuldigte wird für fünf Jahre des Landes verwiesen und im Schengener Informationssystem ausgeschrieben. Die Verfahrenskosten betragen über 21'000 Franken.