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Jung und engagiert: Die Stadtharmonie Eintracht Rorschach hat eine neue Präsidentin

Rahel Kern ist 24 Jahre alt. Seit Anfang Monat ist die Goldacherin Präsidentin der Stadtharmonie Eintracht in Rorschach. Ein Gespräch über Musikvereine und wie man sie verjüngt.
Rahel Egger
Das Musizieren liegt in der Familie. Bereits der Grossvater von Rahel Kern war Präsident der Stadtharmonie Eintracht. (Bild: Rahel Jenny Egger)

Das Musizieren liegt in der Familie. Bereits der Grossvater von Rahel Kern war Präsident der Stadtharmonie Eintracht. (Bild: Rahel Jenny Egger)

Wer sich schon einmal durch Bildergalerien der Musikvereine geklickt hat, denkt beim Namen Stadtharmonie Eintracht sofort an ältere Männer mit Schnauz in zu engen Uniformen. Rahel Kern passt da irgendwie nicht so ganz in dieses Bild. Sie ist 24 Jahre jung und seit Anfang Monat Präsidentin des Rorschacher Musikvereins.

«In unserem Fall, ist der Gedanke an mehrheitlich ältere Männer ganz klar ein Vorurteil. Der Vorstand besteht seit der letzten Hauptversammlung fast ausschliesslich aus jungen Mitgliedern. Allgemein ist es uns ein grosses Anliegen, die Jugend für Musik und den Verein zu begeistern», betont Kern.

In der Tat, die Altersgruppen der Stadtharmonie Eintracht scheinen ziemlich ausgeglichen. «Seit ich beigetreten bin, sind immer mehr junge Mitglieder dazugekommen. Nur die Mitte 30 und 40-Jährigen fehlen uns ein wenig», sagt Kern.

Die Vereinsproben als Familientreffpunkt

Schon als kleines Kind begeistert sie sich für Musik. Ihr Grossvater ist während 25-Jahren Präsident und heute Ehrenmitglied. Der Vater ist, so wie fast die ganze Familie, immer noch Mitglied. Sogar die erste Begegnung der Eltern fand während einer Vereinsprobe statt. Immer wieder besucht Kern aufgrund dessen die Auftritte der Stadtharmonie.

Sie nimmt anfangs Klavierunterricht. Bald wird klar: Das Alleine-Musizieren genügt ihr nicht. Doch am Klavier spielt man tendenziell Solo. Durch Zufall besucht sie ein Konzert der älteren Cousine. Am selben Anlass tritt eine Solistin mit Marimbafon auf, einem dem Xylofon ähnelndem Schlaginstrument. «Das Marimbafon hat mich sofort fasziniert, ich kann gar nicht erklären warum. Ich weiss nur noch, dass ich unbedingt auch mit vier Schlägern auf einmal spielen wollte», erinnert sie sich schmunzelnd.

Niemand ist Einzelkämpfer

Mit dem mobileren Marimbafon kann sie dann auch endlich dem Jugendmusikverein «Young Winds» beitreten, der von den umliegenden Gemeinden getragen wird. «Ich hatte aber immer die grosse Musik, also die Stadtharmonie Eintracht zum Ziel», sagt Kern. So wechselt sie fliessend zum grösseren Trägerverein und ist mittlerweile seit beinahe acht Jahren mit dabei.

«Musik ist für mich ein guter Ausgleich zum Alltag. Ich schalte ab und habe Spass. Im Verein arbeitet man gemeinsam auf etwas hin. Man hat ein gemeinsames Ziel vor Augen. Niemand muss Einzelkämpfer sein»

,sagt sie. Die Kameradschaft sei einer der wichtigsten Aspekte. Man gehe nach den Proben oft noch etwas zusammen trinken oder feiere den Abschluss eines gelungenen Konzerts.

«Wieso eigentlich nicht»

Zum Amt der Präsidentin kam sie auf Anfrage des Vereins. «Zuerst war ich überrumpelt und nicht sicher, ob ich das packe. Ich musste einige Nächte darüber schlafen. Aber am Ende dachte ich, wieso nicht.» Von den Mitgliedern spüre sie viel Unterstützung. «Bis jetzt habe ich nur positive Rückmeldungen erhalten, sowohl von Jung als auch Alt», sagt Kern. Ihr Alter störe niemanden. Sie sei die einzige, die deswegen gezweifelt hätte.

Der Job der Präsidentin sei gut mit dem Alltag als Lehrerin vereinbar. Die Musik als reines Hobby zu betreiben, reicht ihr völlig aus. «Ich wollte schon immer Lehrerin werden, deshalb war der Beruf der Musikerin nie ein Thema für mich», sagt Kern.

Gemeinsam ans Ziel

Als kurzfristiges Ziel hat sie das kantonale Musikfest vor Augen. «Da müssen wir unser Bestes geben nach all den intensiven Proben», sagt sie entschlossen. Auf lange Sicht will sie den guten Zusammenhalt stärken und weiterhin junge Mitglieder in den Verein locken. Dabei seien Nachwuchsvereine, wie die Young Winds entscheidend. «Viele spielen zuerst in der Jugendmusik und wechseln dann später in die grösseren Vereine», erklärt sie. Die Stadtharmonie Eintracht befindet sich musikalisch in der ersten Stärkeklasse, der zweithöchsten Stufe. «Das soll ebenfalls weiterhin so bleiben», findet Rahel Kern.

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