Jung, dynamisch, liberal: Die 30-Jährige Janine Eberle will Gemeinderätin in Steinach werden

Studentin Janine Eberle kandidiert für den Steinacher Gemeinderat; damit auch die junge Generation vertreten ist.

Lisa Wickart
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Janine Eberle lässt sich politisch nicht einengen.

Janine Eberle lässt sich politisch nicht einengen.

Bild: Lisa Wickart

Janine Eberle mag für so manche Steinacherin oder Steinacher ein bekanntes Gesicht sein. Schon seit sie ein Kind ist, arbeitet sie im Familienbetrieb, der Käserei Obersteinach, mit. Sechs Tage in der Woche stellt die 30-Jährige Appenzeller Käse her. Nun möchte die angehende Juristin in den Gemeinderat. Sie sagt:

«Mit meinem juristischen Fachwissen wäre ich eine gute Ergänzung.»

Eberle ist in Steinach aufgewachsen und in der Gemeinde verankert. Sie lebt mit ihren Eltern und einer der beiden Schwestern in Obersteinach, wenige Minuten von der Käserei entfernt. «Durch die Arbeit im Familienbetrieb habe ich viel Kontakt mit den Leuten im Dorf», sagt sie. So bekomme sie viel mit, was in der Gemeinde laufe. In letzter Zeit sei sie mehrmals angefragt worden, für den Gemeinderat zu kandidieren.

Als Jus-Studentin an der HSG habe ihr bisher jedoch die Zeit gefehlt. «Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen, da ich nur noch zwei Studiensemester vor mir habe», sagt sie. Neben dem Amt als Gemeinderätin würde ihr genug Zeit bleiben, ihre Masterarbeit zu schreiben.

Mit 30 Jahren wäre Eberle das jüngste Mitglied des Gemeinderats. Für sie ist es eine Motivation: «Ich sehe mich als Stimme, die die Sichtweise der jungen Generation einbringt», sagt sie. Gemäss Eberle würden junge Leute womöglich mehr Begeisterung für Politik zeigen, wenn sie sich vertreten fühlen würden:

«Es ist wichtig, dass Junge merken, dass sie auch mitreden und mitentscheiden können.»

Mitarbeit bei Organisation des Jugendtreffs

Die Position als Gemeinderätin wäre Eberles erstes politisches Amt. Im Dorf habe sie sich bereits anderweitig engagiert. «Ich war drei Jahre lang Teil der Jugendbegleitkommission und habe den Jugendtreff mitorganisiert», sagt sie. Zudem hat sie ein kaufmännisches Praktikum bei der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung beim Kanton St.Gallen absolviert. Eberle hat sich dazu entschieden, sich als Parteilose zur Wahl zu stellen: «Ich bin für alle da», sagt sie.

Zum einen traditionell, zum anderen liberal

Ein anderer Grund sei, dass sie sich nicht für eine Partei habe entscheiden können. Sie wolle sich nicht auf eine politische Richtung festlegen. Sie habe zwei Seiten. Zum einen habe sie durch das Handwerk in der Käserei einen traditionellen Blickwinkel.

«Zum anderen bin ich als junge, dynamische Frau liberal und offen für Neues», sagt Eberle. Nichtsdestotrotz sei der Austausch mit den Ortsparteien von ihrer Seite her gewünscht. Sie sehe es als ideal an, wenn alle Meinungen im Gemeinderat vertreten seien.