«Jeder hier hat das Recht, seine Meinung zu äussern»: Jugendliche in Gossau wollen mitreden

Vier Schülerinnen und ein Schüler haben am Mittwoch zum Gründungsanlass der Gossauer Politbox eingeladen.

Timon Reich
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Fünf Jugendliche wollen Gleichgesinnte in Gossau politisch mitbestimmen lassen.(Bild: Timon Reich)

Fünf Jugendliche wollen Gleichgesinnte in Gossau politisch mitbestimmen lassen.
(Bild: Timon Reich)

Die Mensa des Gymnasiums Friedberg in Gossau ist bis auf den letzten Platz besetzt. Rund 250 Jugendliche und einige Gossauer Politiker haben sich an den vier langen Tischen eingefunden. Besser könnte der Abend für die fünf Jugendlichen, die hinter der Politbox stehen, nicht starten. Sie haben am Tag der Kinderrechte zum Gründungsanlass einer Plattform eingeladen, die der Jugend in der Politik eine Stimme verleihen will.

«Ganz viele unterschiedliche Menschen sind hier versammelt.» Die Gespräche im Raum verstummen. Alle wenden sich der 15-jährigen Sinah Eisenring zu, die das Wort ergriffen hat. «Eines verbindet euch jedoch alle: Jeder hier hat das Recht, seine Meinung zu äussern.»

Die Schülerin erklärt, dass die Politbox aus diesem Gedanken heraus gegründet worden sei. Man wolle auch jungen Leuten, die noch nicht stimmberechtigt sind, einen Zugang zur Politik verschaffen.

Dabei beruft sie sich auf die Kinderrechtskonvention, die vor genau 30 Jahren von der UNO-Generalversammlung angenommen wurde. Diese sichert Kindern das Recht zu, ihre Meinung zu äussern und sich mit anderen zu versammeln.

Unterstützer aus vielen Bereichen gefunden

Nach dieser Einleitung stellen sich auch die anderen Mitglieder der Kerngruppe vor: Anahita Doosa, Seraina Borrmann, Lynne Scheiwiler und der einzige Knabe, Nizar Gnibi.

Dann werden die erwachsenen Unterstützer auf die Bühne gerufen. Mit dabei sind Vertreter aus Schule, Politik, Jugendarbeit und Kirche. Der Initiant der Bewegung, Erwin Sutter, ist Lehrer an der Maitlisek und selbst im Stadtparlament. Er betont die Wichtigkeit der Politbox: «Wir wollen ein demokratisches Instrument schaffen, mit dem wir auch Jugendliche in politische Entscheidungen mit einbeziehen können.»

Dies bestätigen Martin Eberle, Leiter der Jugendarbeit in Gossau, Jugendseelsorger Simon Sigg und Parlamentarier Dave Mathis. Sie unterstützen die Politbox ebenfalls. Auf die Bühne kommt auch Stadträtin Helen Alder:

«Es erfüllt mich mit Freude und Stolz, dass es in Gossau junge Leute gibt, die sich für eine solche Plattform engagieren.»

Motion ans Stadtparlament eingereicht

Anschliessend führen die Jugendlichen eine Debatte mit Pro- und Kontralager durch. Sie diskutieren über das bald anstehende Geschäft des Parlaments, ein neues Aussenbad beim Hallenbad Buechenwald zu bauen. Damit wollen sie zeigen, dass auch sie eine Meinung zu politischen Themen haben.

Gegen Ende der Veranstaltung betonen die Gründungsmitglieder ausserdem, dass alle, die sie unterstützen wollen, herzlich willkommen seien. Ebenfalls weisen sie auf die Parlamentssitzung am 14. Januar hin. Dann wird über die Motion entschieden, welche Erwin Sutter und Dave Mathis zum Mitspracherecht der Jugend eingereicht hat.

Zunächst aber lassen die Initianten und ihre Gäste den gelungenen Abend bei einem feinen Apéro von der Mensa ausklingen.