Kommentar

Jetzt muss der Eggersrieter Gemeindepräsident Nägel mit Köpfen machen

Der angeschossene Roger Hochreutener wurde deutlich wiedergewählt. Nun muss er sich so bald wie möglich mit dem Gemeinderat über seinen Rücktritt einigen und den Zeitpunkt bekanntgeben. Zurückkrebsen geht nicht.

Johannes Wey-Eberle
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Roger Hochreutener wurde wiedergewählt, obwohl er bereits seinen Rücktritt angekündigt hat.

Roger Hochreutener wurde wiedergewählt, obwohl er bereits seinen Rücktritt angekündigt hat.

Michel Canonica (5. November 2015)

Die Überraschung ist ausgeblieben: Roger Hochreutener (CVP) wird im ersten Wahlgang als Eggersrieter Gemeindepräsident wiedergewählt. Er verbucht doppelt so viele Stimmen wie die wilde Kandidatin Lynn Blattmann (GLP).

Johannes Wey

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Ralph Ribi

Damit ist er schon am Tag seiner Wiederwahl eine «Lame Duck», eine lahme Ente, wie scheidende Amtsträger in den USA genannt werden. Vor knapp drei Wochen hat er angekündigt, sich im Fall einer Wiederwahl schon bald mit dem Gemeinderat über seinen Rücktritt zu einigen. Kritik aus der Gemeinde und die Kampfkandidatur hatten ihm die Lust auf eine weitere Amtszeit genommen, zu der er sich nach eigener Darstellung ohnehin nur widerwillig hatte überreden lassen.

Hochreutener wird sich hüten, nun noch Pflöcke einzuschlagen. Er tut gut daran, grössere Projekte seiner Nachfolgerin – die Chancen dafür stehen gut – oder seinem Nachfolger zu überlassen.

Aufs Gaspedal treten muss Hochreutener nur noch bei der Kommunikation seines Rücktrittsdatums. Ein Entscheid bis Ende Jahr ist nicht zu viel verlangt. Nicht unmöglich, aber ebenso wenig wünschenswert, ist ein Rücktritt vom Rücktritt. Auf dem Spiel steht die Glaubwürdigkeit des Gemeindepräsidenten.

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