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Grossüberbauung in Arnegg: Jetzt konzentriert sich die Kritik auf den Verkehr

Gegen die Grossüberbauung im Arnegger Zentrum wurde bei einer Informationsveranstaltung keine grundsätzliche Kritik mehr laut. Doch noch immer gibt es Bedenken wegen des Mehrverkehrs.
Johannes Wey
Rund um den Arnegger Dorfplatz sollen Wohn- und Gewerbehäuser entstehen. (Visualisierung: PD/Viola Architekten)

Rund um den Arnegger Dorfplatz sollen Wohn- und Gewerbehäuser entstehen. (Visualisierung: PD/Viola Architekten)

Für Investor und Architekt Dario Viola ist es wohl ein Fortschritt: Die Diskussion bei der Informationsveranstaltung zum Sondernutzungsplan Dorfkern West in Arnegg drehte sich nicht mehr um das Projekt im Grundsatz oder die Form der Dächer, sondern um den Verkehr auf der Bächigenstrasse.

Zur Informationsveranstaltung eingeladen hatte die Stadt Gossau anlässlich der Auflage des Sondernutzungsplans und eines Teilstrassenplans. Und das Aufgebot machte deutlich, welche Bedeutung dem Projekt im Rathaus beigemessen wird: Nebst Stadtpräsident Wolfgang Giella waren Monique Trummer von der Stadtentwicklung, das Grundbuchamt und die Stadtkanzlei vertreten.

Ärger über Verkehr entlädt sich

Im Dorfkern West soll eine Tiefgarage mit 150 Plätzen entstehen, deren Ein- und Ausfahrt in die Bächigenstrasse mündet. Zudem soll die Stationsstrasse, die am Dorfplatz vorbeiführt, entlastet und für Fussgänger und Velofahrer attraktiver werden – auf Kosten der Bächigenstrasse. Ihr sei bewusst, dass in diesem Fall des einen Freud des anderen Leid bedeute, sagte Trummer sinngemäss. Trotzdem bat sie die rund 50 Anwesenden, sich zu diesem Zeitpunkt nicht auf das Thema Bächigenstrasse zu konzentrieren. Die Stadt habe ein Konzept zur Verbesserung der Situation in Auftrag gegeben. Zudem arbeite der Kanton an einem Betriebskonzept für die Bischofszellerstrasse. Beides sei ausgelöst worden durch Rückmeldungen bei früheren Informationsveranstaltungen zum Dorfkern West.

Trummers Bitte verhallte aber weitgehend ungehört. Ein Teilnehmer wollte wissen, weshalb die Lösung für die Bächigenstrasse nicht zeitgleich mit dem Sondernutzungsplan aufgelegt worden sei. Trummer antwortete, dass man dafür zuwarten und damit das Bauprojekt weiter hätte verzögern müssen. Raumplaner Bruno Bottlang wies zudem darauf hin, dass die Bächigenstrasse als Gemeindestrasse 1. Klasse für die Überbauung im Prinzip ausreichen würde.

Ein Anwohner wies auf die Belastung durch den Schwerverkehr hin, die auch in Zusammenhang mit einer Deponie jenseits der Gemeindegrenze stehe: «Ich lade Sie ein, bei uns einmal die Lastwagen zu zählen. Wie lange beigen die noch Dreck in diese Kiesgrube in Waldkirch?» Und er äusserte sogleich eine Erwartung an die vorgesehene Umgestaltung der Bächigenstrasse: «Heute werden immer Inseln gebaut und Bäume gepflanzt. Aber das mag es hier nicht leiden.»

«Gaswerk» Graströchni «stinkt zum Himmel»

Nachdem der Anwohner derart Fahrt aufgenommen und viel Zustimmung erhalten hatte, brachte er gleich ein weiteres Thema aufs Tapet, das den Arneggern seit Längerem unter den Nägeln, respektive in der Nase brennt: Die Grastrocknungsanlage an der Stationsstrasse, deren Dämpfe eine erhebliche Geruchsbelastung darstellten. Er wies Bauherr Viola darauf hin, dass diese Nachbarin die Vermietung von Wohnungen erschweren könnte: «Dieses ‹Gaswerk› stinkt zum Himmel.» Viola beschwichtigte: Die Grastrocknungsgesellschaft habe selber ein Interesse daran, dass von ihr keine Geruchsbelastung ausgehe. Als Teil der Bauherrschaft realisiere sie das Wohn- und Gewerbehaus westlich des Dorfplatzes.

Auch ein Thema war die Fläche, welche dem Arneggerfest trotz aller Kompromisse verloren geht. «Wir haben zu wenig Platz für alle Aktivitäten wie das Ponyreiten», sagte ein OK-Mitglied.

Eine Gewissheit hatten die Arneggerinnen und Arnegger nach dem Informationsabend jedenfalls: Die Themen «Bächigenstrasse» und «stinkende Tröchni» landeten im Notizbuch des neuen Stadtpräsidenten Wolfgang Giella, wie er bei der Verabschiedung sagte. Zudem kündigte er an, beim nächsten Arneggerfest dabei zu sein, um zu sehen, wo die Ponnies traben.

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