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Weg vom Seerestaurant: Jazzclub sucht ein neues Lokal

Nach 13 Jahren verlässt der Jazzclub Rorschach das Seerestaurant. Pächter Zeki Ok braucht Platz für Hochzeiten und Bankette. Ans Aufhören denken die Jazzer aber nicht: Sie liebäugeln bereits mit dem «Stadthof».
Jolanda Riedener
Gehen friedlich getrennte Wege: Zeki Ok (links) und Tony Heidegger. (Bild: Jolanda Riedener)

Gehen friedlich getrennte Wege: Zeki Ok (links) und Tony Heidegger. (Bild: Jolanda Riedener)

«Etwas wehmütig bin ich schon», sagt Tony Heidegger, Präsident des Jazzclubs, als er das Lokal im Keller des Seerestaurants betritt. Duzende Künstler aus aller Welt haben hier Konzerte vor Rorschacher Publikum gegeben. Der rote Bühnenvorhang steht noch, ansonsten sind bereits Umbauarbeiten im Gang. Der langjährige Pächter des Restaurants, Zeki Ok, plant einige Veränderungen im Seerestaurant, auch im Jazzkeller. Der Besitzer investiert einen sechsstelligen Betrag.

«Das Lokal eignet sich in diesem Zustand nicht für Gesellschaften. An eine Hochzeitsfeier habe man schlicht andere Erwartungen», sagt Ok. Deshalb will er der Räumlichkeit einen frischen Anstrich geben. Der letzte grosse Umbau im Seerestaurant fand vor 14 Jahren statt. Auch der erste Stock werde renoviert und diene ab April 2019 als Restaurant. Das Erdgeschoss werde dann für Gäste hergerichtet, die Getränke, Glacé oder Fingerfood konsumieren möchten. Der Gastronom habe viel investiert und ausprobiert, um das Seerestaurant rentabel zu führen. Mit der Budda-Lounge scheine sein Konzept nun aufzugehen, da sie Besucher Basel, Genf oder Österreich und Deutschland anlocke. An Spitzentage bewirtet er bis zu 4500 Gäste an einem Tag.

«Sogar ein Materiallager wäre rentabler»

Hochzeiten, Bankette, Geburtstage oder Firmenanlässe sind eine wichtige Einnahmequelle für einen so grossen Betrieb wie das Seerestaurant. Nicht selten kamen Veranstaltungen des Jazzclubs diesen Anfragen in die Quere. «Wir haben den Jazzclub beinahe acht Jahre beherbergt. Es hat Spass gemacht und wir hatten eine tolle Zeit», sagt Ok. Er habe die Konzertreihe – wie die Salsa-Night – vom vorgängigen Pächter übernommen. Tatsache sei aber, dass von Jahr zu Jahr weniger Gäste an die Jazzabende kamen. Das Barpersonal musste Ok trotzdem stellen. Auch die Infrastruktur habe laufend Kosten verursacht. Sogar ein Materiallager hätte gemäss Ok wirtschaftlich mehr abgeworfen.

Diese Entwicklung ist auch an Jazzclub-Präsident Heidegger nicht vorbeigegangen:

«Über die Jahre kamen immer weniger Besucher.»

Zwar habe man einige Stammgäste, aber es bestehe auch generell ein Überangebot an Veranstaltungen und Konzerte. Immerhin schreibe der Verein nach all den Jahren immer noch schwarze Zahlen, dies ohne finanzielle Unterstützung der Stadt. «Wenn der Laden voll war, hatten wir allerdings meistens einen Künstler mit entsprechend hoher Gage», sagt Heidegger.

Bereits 2019 wieder Konzerte

Ans Aufhören habe das Jazzclub-Team dennoch nie gedacht: «Wir machen weiter, das ist klar», sagt Tony Heidegger. Zwar müsse man auf Konzerte bis Ende Jahr verzichten, um zu buchen, sei es jetzt ohnehin zu spät. Wenn möglich, wolle der Jazzclub aber ab Anfang 2019 bereits wieder in die Saison starten.

Derzeit sei der man intensiv auf der Suche nach einem geeigneten Lokal. Auch mit der Stadt und dem Kanton habe der Jazzclub sich diesbezüglich in Verbindung gesetzt. «Falls jemand ein Lokal kennt oder eine Idee hat: Wir sind froh um jeden Hinweis», sagt Heidegger. Eine erneute Zusammenarbeit mit dem Seerestaurant sei von beiden Seiten nicht völlig ausgeschlossen. Ein Wunschlokal habe der Verein aber bereits ins Auge gefasst:

«Das Restaurant Stadthof wäre perfekt für uns.»

Seit dem Abgang von Chandran Saravanamuthu von der Pizzeria Capri steht das Restaurant Stadthof leer. Der Saal wird inzwischen von der Stadt vermietet. Künftig schlägt der Rat vor, Saal und Restaurant separat zu betreiben, da der Saalbetrieb ein wirtschaftliches Hindernis darstelle. Seit Juni konnten sich Einwohner, Vereine, Organisationen und Parteien diesbezüglich in einer Vernehmlassung äussern.

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