«Keine geeignete Räumlichkeit gefunden»: Rorschacher Jazzclub-Ära nimmt ein abruptes Ende

Nach langem Hin- und Her steht nun fest: Der Jazzclub Rorschach hört nach 13 Jahren definitiv auf. Die Konzertveranstalter konnten keine Räumlichkeit finden, die ihren Anforderungen gerecht wird.

Jolanda Riedener
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Weltstars und regionale Formationen wie die Band Way Back Home holte der Jazzclub auf die Bühne. (Bild: Lisa Wickart (Januar 2018))

Weltstars und regionale Formationen wie die Band Way Back Home holte der Jazzclub auf die Bühne. (Bild: Lisa Wickart (Januar 2018))

Über 150 Konzerte veranstaltete das Jazzclub-Team im Untergeschoss des Seerestaurants Rorschach und gehörte damit zu den etablierten Konzertveranstaltern in der Region. Nun zieht der Verein, der während 13 Jahren zahlreiche Musikerinnen und Musiker aus aller Welt auf Rorschachs Bühne holte, einen Schlussstrich.

«Ja, es tut schon weh»

, sagt Andy Leumann, der im Verein unter anderem fürs Booking zuständig war. Im vergangenen September machte Seerestaurant-Pächter Zeki Ok publik, dass er den Jazzkeller für andere Zwecke nutzen will. Mittlerweile sind die Umbauarbeiten im Seerestaurant abgeschlossen. In der Zwischenzeit machte sich das Jazzclub-Team auf die Suche nach einer Anschlusslösung. Ans Aufhören dachte vergangenes Jahr noch niemand.

Präsident Toni Heidegger machte aber bereits damals klar: «Über die Jahre kamen immer weniger Besucher.» Es gebe mittlerweile generell ein Überangebot an Veranstaltungen und Konzerten. Dennoch wolle man auf jeden Fall weitermachen, hiess es damals.

Restaurant Stadthof hätte grossen Aufwand bedeutet

Nun kam es anders. In einem Schreiben an die Mitglieder des Jazzclubs heisst es, man habe «bedauerlicherweise keine geeignete Räumlichkeit gefunden, die unseren Anforderungen gerecht wird und mit einem vertretbaren organisatorischen Aufwand für das Jazzclub-Team einhergeht». Nach reiflicher Überlegung und schweren Herzens habe man sich deshalb entschieden, aufzuhören.

Man habe einige Lokalitäten geprüft, heisst es weiter. Darunter das Restaurant Stadthof, das aktuell von der Stadtverwaltung vermietet wird. Andy Leumann sagt:

«Die Stadt hätte uns das Lokal für einen absolut fairen Preis vermietet.»

Allerdings hätte ein grosser logistischer Aufwand betrieben werden müssen. «Bühne und Licht hätten für jedes Konzert extra installiert werden müssen. Auch der Aufwand für die Reinigung des Restaurants ist nicht zu unterschätzen», sagt Leumann. Man habe sich als Verein schliesslich gegen einen Neuanfang im Stadthof ausgesprochen. Den Entscheid, das Projekt Jazzclub endgültig zu beenden, hätten aber schlussendlich mehrere Faktoren begünstigt.

«Viele gute Bekanntschaften und tolle Konzerte bleiben uns in guter Erinnerung», heisst es im Schreiben weiter. «Unsere Mitglieder kommen von überallher», sagt Leumann. Man hoffe deshalb, sich bei anderen Gelegenheiten oder Konzerten wiederzusehen. Was Andy Leumann angeht, so werde er auch weiterhin als Schlagzeuglehrer tätig sein und eigene musikalische Projekte weiter vorantreiben.