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Kommentar

Ja zur Zukunft der städtischen Verkehrsbetriebe

Leitartikel zur städtischen Abstimmung über die Erneuerung der VBSG-Flotte vom 25. November
David Gadze
David Gadze

David Gadze

Die Verkehrsbetriebe der Stadt St.Gallen brechen in die Zukunft auf. Und zwar schon bald: Der erste Schritt erfolgt in einem Monat mit dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember. Für die VBSG sowie für alle Fahrgäste wird es dann eine radikale Umstellung geben: Auf dem städtischen Liniennetz bleibt praktisch kein Stein auf dem anderen. Diverse Linien werden neu miteinander verknüpft oder neu nummeriert. Und es entstehen komplett neue Linien.

Herzstück dieses neuen Buskonzepts sind die beiden neuen Linien, die künftig Wittenbach und den Säntis­park sowie das Heiligkreuz mit Abtwil verbinden. Ausserdem gibt es neu eine direkte Verbindung von St.Georgen via Marktplatz und Bachstrasse ins Heiligkreuz. Deshalb ist Ende 2020 der nächste Schritt geplant. Ab dann sollen auf diesen Linien Batterie-Trolleybusse zum Einsatz kommen. Da sie nicht die ganze Strecke, die heute noch nicht elektrifiziert ist, mit Batterien bewältigen können, braucht es insgesamt sieben Kilometer neue Fahrleitungen. Und dafür braucht es viel Geld: Für den Kauf der 17 Batterie-Trolleybusse und den Bau der Leitungen muss das Stimmvolk in drei Wochen über einen Kredit von 37,5 Millionen Franken entscheiden, der zu Lasten der Investitionsrechnung der VBSG geht.

Bei der Abstimmung vom 25. November geht es also nicht um das neue Buskonzept. Dieses ist beschlossen und wird unabhängig vom Abstimmungsresultat eingeführt. Vielmehr geht es um die Frage, wie die Busse der VBSG künftig unterwegs sein sollen.

Heute machen Dieselbusse einen grossen Teil der VBSG-Flotte aus. Ein Teil der Busse nähert sich dem Ende seiner Lebensdauer, in drei Jahren werden die ersten Fahrzeuge abgeschrieben sein. Dies bietet der Stadt die Gelegenheit, auch beim Antrieb einen Schritt in die Zukunft zu gehen.

Umstieg auf den öffentlichen Verkehr

Langfristig will der Stadtrat alle Dieselbusse durch elektrisch betriebene Fahrzeuge ersetzen. Dies entspricht auch den Zielen des städtischen Energiekonzepts, das eine Senkung des CO2-Ausstosses und eine Reduktion des Verbrauchs fossiler Energien vorsieht. Aus diesem Grund sollen auf den neuen Linien künftig Trolleybusse fahren, die über eine Batterie verfügen und dadurch einen Teil der Strecke ohne Oberleitungen zurücklegen können. Nicht zuletzt erhoffen sich der Stadtrat und die VBSG von den Anpassungen auf dem städtischen Busnetz einen Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den öffentlichen Verkehr. Dies hätte eine weitere Senkung der CO2-Emissionen zur Folge.

Damit der Umstieg gelingt, braucht es aber weitere Verbesserungen. Die Stadt St.Gallen hat insgesamt ein gutes Busnetz. Doch es mangelt ihm stellenweise an Attraktivität, insbesondere bei der Taktdichte.

Das zeigt auch der Passagierrückgang, den die VBSG in den vergangenen Jahren verkraften mussten – trotz neuer Linien und punktuellen Verbesserungen am Fahrplan. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein, ausser Frage steht aber, dass der Takt abseits der Hauptverkehrsachsen mancherorts noch zu wenig attraktiv ist. Dieses Manko wird nun zumindest teilweise behoben: Zwischen dem Hauptbahnhof und dem Säntispark fahren die Busse künftig alle 7,5 statt wie heute alle 10 Minuten. Und mit der Durchbindung bis nach Wittenbach entsteht auch auf dieser wichtigen innerstädtischen Achse – parallel zur Achse Zürcher Strasse und Rorschacher Strasse – eine attraktive Verbindung.

Verbesserungen an einem Ort bedeuten in diesem Fall an einem anderen Verschlechterungen. So verlieren infolge des neuen Buskonzepts beispielsweise die Quartiere im Westen der Stadt, die heute durch die Linien 2 und 8 erschlossen sind, die direkte Verbindung nach St.Georgen. Bei so grossen Veränderungen gilt es aber, das grosse Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren. Unter dem Strich resultiert eine klare Verbesserung im Vergleich zur heutigen Situation.

(Wieder-)Einführung des Trams

Die Frage ist legitim, ob es sinnvoll ist, jetzt so viel Geld in die Businfrastruktur zu investieren, wo die Frage nach der (Wieder-)Einführung des Trams nicht abschliessend beantwortet ist. Kanton und Stadt haben das Vorhaben vor etwas mehr als einem Jahr ad acta gelegt – zumindest für die kommenden rund 15 Jahre. Das Passagieraufkommen lasse sich mit Optimierungen am heutigen System am wirtschaftlichsten abwickeln, lautet die Begründung. Bis ein Tram in St. Gallen realisiert ist, dauert es also noch eine ganze Weile. Bis dahin braucht es deshalb ein leistungsfähiges, modernes Busnetz.

Der nun vorliegende Kredit beziehungsweise die dadurch realisierten Infrastrukturanpassungen leisten dazu einen wesentlichen Beitrag. Und der öffentliche Verkehr bildet das Rückgrat der städtischen Mobilität.

Einigen Bewohnerinnen und Bewohnern stösst der Bau neuer Fahrleitungen im Siedlungsgebiet sauer auf. Diese sind für den Einsatz von Batterie-Trolleybussen jedoch unabdingbar. Und durch die insgesamt sieben Kilometer neuen Fahrleitungen verdoppelt sich die Länge der elektrisch betriebenen Strecke von heute knapp 30 auf knapp 59 Kilometer. Dies ermöglicht, einige Quartiere, die heute mit Dieselbussen erschlossen sind, künftig mit leisen und schadstoffarmen Trolleybussen zu bedienen.

Die gewählte Lösung mit dem sogenannten In-Motion-Charging-System ist zudem optimal für die Stadt St. Gallen. Dabei werden die Akkus der Busse während der Fahrt an Oberleitungen geladen. Dieses System baut auf der bestehenden Infrastruktur auf und ermöglicht somit eine sinnvolle Weiterentwicklung. Andere Lösungen, vor allem «Tosa», das dank Schnellladestationen an Haltestellen einen Betrieb ganz ohne Fahrleitungen ermöglicht, wären wesentlich teurer. Tosa würde Mehrkosten von 1,5 Millionen Franken pro Jahr verursachen.

Insofern handelt es sich bei den 37,5 Millionen um eine sinnvolle und zukunftsgerichtete Investition. Denn sie bringt einen Mehrwert, der noch wesentlich höher ist.

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