Ja zum Gossauer Altersheimprovisorium: Im November wird gezügelt

Das Provisorium beim Gossauer Betagtenzentrum Schwalbe wird mit fast 63 Prozent Ja-Stimmen deutlich angenommen.

Johannes Wey
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Das Resultat ist deutlich, aber nicht so deutlich, wie man im Vorfeld der Abstimmung hätte annehmen können: 63 Prozent der Gossauerinnen und Gossauer sprechen sich für die Übergangslösung «Schwalbe plus» aus:

Damit kann die Sana Fürstenland AG das Betagtenzentrum Schwalbe für insgesamt vier Millionen Franken erweitern und den «Espel» schliessen. Drei Millionen davon wurden gestern an der Urne genehmigt.

Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau.

Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau.

Ralph Ribi

Stadtpräsident Wolfgang Giella ist zufrieden mit dem Resultat, hätte sich aber ein deutlicheres mit über 65 Prozent Ja-Stimmen gewünscht. Die Vorlage wurde vom Stadtrat, allen Parteien und dem Komitee Pro-Visorium befürwortet.

Das Referendum ergriffen und für ein Nein gekämpft hatte lediglich eine Handvoll Leute um die IG für ein optimiertes Pflegeheim (Igop).

Sandro Contratto.

Sandro Contratto.

Michel Burtscher

Sandro Contratto hat im Stadtparlament als einziger gegen die Übergangslösung gestimmt und mit der Igop das Referendum gegen den Parlamentsentscheid ergriffen.

Das deutliche Resultat habe sich aus seiner Sicht abgezeichnet, wenn er mit Leuten in seinem Umfeld gesprochen habe. Seine persönliche Prognose lag in den letzten Tagen bei 40 Prozent Nein-Stimmen.

«Je länger je mehr glaubte ich aber, dass es noch knapp werden könnte.»

Das Kernanliegen der Igop bleibt, auf eine Redimensionierung des Pflegeheimprojekts hinzuwirken. Diesbezüglich werde der Fahrplan aber vom laufenden Rekursverfahren gegen das Neubauprojekt bestimmt, sagt Contratto.

«Resultat für Ja-Komitee zufriedendstellend»

Hanspeter Fröhlich.

Hanspeter Fröhlich.

Urs Bucher

Hanspeter Fröhlich, Präsident des Ja-Komitees, nennt das Resultat «zufriedenstellend»:

«Bei Abstimmungen weiss man nie, wer wirklich an die Urne geht und wie es am Ende herauskommt.»

Er sei froh, dass im emotionalen Abstimmungskampf die Argumente des Ja-Komitees bei der Mehrheit der Gossauerinnen und Gossauer verfangen hätten. Zu den übrigen 37 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sei man aber offenbar nicht durchgedrungen.

Bis im November sind die Heime zusammengelegt

Kathrin Hilber, Verwaltungsratspräsidentin der Sana Fürstenland AG.

Kathrin Hilber, Verwaltungsratspräsidentin der Sana Fürstenland AG.

Ralph Ribi

Für Kathrin Hilber, die Präsidentin der Sana Fürsteland AG, brachte der Abstimmungssonntag hingegen «ein deutliches Resultat und ein klares Signal»: Mit dem Ja hätten die Gossauerinnen und Gossauer auch bekräftigt, dass Altersversorgung eine öffentliche Aufgabe sei.

Ihr sei ein Stein vom Herzen gefallen. Sie glaube nicht, dass sich die 37 Prozent Nein-Stimmen gegen die Sana Fürstenland AG richteten.

Vielmehr vermutet sie die Schliessung des «Espels», der von vielen verklärt werde, die hohe Summe und die Sympathie für eine Lösung mit privaten Anbietern als Motivation der Nein-Stimmenden.

Das Referendum habe die Pläne für die Übergangslösung zwar verzögert, aber die Sana Fürstenland habe schon viele Vorarbeiten leisten können.

Die Verträge könnten nun unterschrieben und ab Frühsommer das Provisorium gebaut werden.

«Im November werden wir die beiden Heime unter einem Dach vereint haben.»

Und damit einen Teil des Volksauftrags von 2013 erfüllt haben, sagt Hilber.