INTERVIEW
«Mit einem blauen Auge davongekommen»: Der zweite Lockdown hat das Naturmuseum in St.Gallen gut 80'000 Franken Einnahmen aus Eintritten gekostet

Das Naturmuseum St.Gallen hat die Coronakrise grösstenteils überstanden. Einfach waren die letzten Monate im zweiten Lockdown allerdings nicht, erklärt Direktor Toni Bürgin.

Rosa Schmitz
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Toni Bürgin ist der Direktor des Naturmuseums St.Gallen.

Toni Bürgin ist der Direktor des Naturmuseums St.Gallen.

Ralph Ribi

Komplett unbeschadet kommt keiner aus der Coronakrise. Das Naturmuseum St.Gallen hat sich aber ganz gut geschlagen, sagt Direktor Toni Bürgin. Im Gespräch mit dieser Zeitung erzählt er, wie er und das Mitarbeiter-Team durch die letzten Monate gekommen sind – und wie die Wiedereröffnung läuft, samt Sonderausstellung «Allerlei rund ums Ei».

Wie hat sich der zweite Lockdown auf das Naturmuseum St.Gallen ausgewirkt?

Er hat uns 10 Wochen an Einnahmen aus Eintritten, Museumsshop und Museumscafé gekostet. Das waren in etwa 80'000 Franken. Zudem konnten wir während dieser Zeit auch die im August 2020 erfolgreich gestartete Eichhörnchen-Ausstellung nicht mehr zeigen, was insbesondere für unser Publikum bedauerlich war, denn das Thema war insbesondere bei Schulen und Familien gut nachgefragt.

Wie steht das Museum nun finanziell da?

Wir sind im vergangenen Jahr mit einem blauen Auge davongekommen. Dank Kosteneinsparungen durch die Verschiebung einer Sonderausstellung, einem Beitrag des Kantons an die Ertragsausfälle sowie durch substanzielle Bezüge aus der Reserve aus den guten Vorjahren, konnten wir 2020 mit einer ausgeglichenen Rechnung abschliessen.

Hat das Mitarbeiter-Team die letzten Monate gut überstanden?

Ein Teil der Mitarbeitenden arbeitet auch jetzt regelmässig im Homeoffice. Wir führen täglich eine Online-Videobesprechung durch. Die Teamsitzungen und andere Besprechungen werden ebenfalls per Bildschirm online durchgeführt. Das Reinigungspersonal und die Technik war während der ganzen Zeit im Einsatz, ebenso das Sekretariat und die Hauswartung. Die Personen aus der Besucherbetreuung setzten wir für zusätzliche Reinigungsarbeiten, Kontrollen von Lagerbeständen, Konservierungsarbeiten und das Fotografieren von Sammlungsobjekten ein. Es waren alle Personen im Rahmen ihres jeweiligen Pensums im Einsatz.

War es für Sie als Direktor schwierig, die Unternehmensmoral aufrechtzuerhalten?

Da wir zu jeder Zeit genügend Arbeit im Haus und im Homeoffice hatten, war es einfach, die Mitarbeitenden zu motivieren. Wir sassen ja alle im selben Boot. Zudem waren zu keiner Zeit Arbeitsplätze in Gefahr.

Wie ist die Wiedereröffnung angelaufen?

Gut. Wir hatten bereits am Dienstagmorgen die ersten Familien und eine Schulklasse zu Besuch.

Welches Programm bietet das Naturmuseum St.Gallen derzeit an?

In der Sonderausstellung «Allerlei rund ums Ei» sind unterschiedlichste Eierleger und Eier zu sehen.

In der Sonderausstellung «Allerlei rund ums Ei» sind unterschiedlichste Eierleger und Eier zu sehen.

PD

Nachdem relativ früh bekannt war, dass eine Wiedereröffnung frühestens am 1. März erfolgen kann, haben wir die Eichhörnchen-Ausstellung abgebaut und die auf den 16. März geplante Eier-Ausstellung frühzeitig aufgebaut. So konnten wir bereits am 2. März die alljährlich gezeigte Sonderausstellung «Allerlei rund ums Ei» öffnen.

Ab 16. März werden in den beiden Brutkästen der Ausstellung wieder Wachtel- und Hühnerküken schlüpfen.

Ab 16. März werden in den beiden Brutkästen der Ausstellung wieder Wachtel- und Hühnerküken schlüpfen.

PD

Kommt die Ausstellung gut an?

Einer der Besucherlieblinge: die jungen Zwergwidder-Kaninchen.

Einer der Besucherlieblinge: die jungen Zwergwidder-Kaninchen.

PD

Sie erfreut sich grosser Beliebtheit und wird jedes Jahr gut besucht. Allerdings sind gegenwärtig keine Präsenz-Veranstaltungen wie Vorträge und Führungen möglich. Die Vorträge führen wir bis auf weiteres online durch. Und die lebenden Hühner, Wachteln und Küken werden erst am 16. März einziehen.

Hinweis: Die Sonderausstellung «Allerlei rund ums Ei» ist vom 2. März bis zum 9. Mai zu sehen.