Interview

Gossauer Chöre und die Stadtmusik planen ein Konzert mit 200 Mitwirkenden: «Ich hoffe, das Virus ist bis im Mai eingedämmt»

Mitten in der zweiten Welle laufen die Vorbereitungen für das Grosskonzert Xangklang auf Hochtouren. Insgesamt 200 Mitwirkende wollen Stadtmusik, Männerchor und Fürstenlandchor aus Gossau, verstärkt durch Projektsängerinnen und -sänger vom Appenzeller Panoramachor und dem Frauenchor Rorschacherberg, auf die Fürstenlandsaal-Bühne bringen. OK-Präsident ­Marcel Wüthrich erklärt, wovon das Konzert am 7. und 8. Mai abhängt und wie das Vereinsleben trotz Pandemie aufrechterhalten werden soll.

Johannes Wey
Drucken
Teilen
OK-Präsident Marcel Wüthrich.

OK-Präsident Marcel Wüthrich.

Bild: PD

Wie realistisch ist es, dass im Mai ein Grosskonzert wie Xangklang möglich ist?

Ich bin noch immer optimistisch, dass wir das Konzert durchführen können.

Gerade Gesang und Blasmusik gelten in der Coronapandemie als besonders riskant, was die Ausbreitung angeht.

Ich hoffe sehr, dass das Coronavirus bis im Mai so weit eingedämmt ist, dass der Anlass möglich ist. Bis dahin zwingt es uns, innovativ zu sein, um den Probebetrieb und das Vereinsleben aufrechtzuerhalten.

2019 füllte die Stadtmusik mit der Camerata Salonistica und drei Chören den Fürstenlandsaal.

2019 füllte die Stadtmusik mit der Camerata Salonistica und drei Chören den Fürstenlandsaal.

Michel Canonica

Wie üben Sie derzeit?

Die Proben finden als Videokonferenz auf Zoom statt. Beim Männerchor nehmen dabei jeweils 25 bis 30 Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Stimmen teil, wovon einige über 80 Jahre alt sind. Das finde ich gewaltig. Die Herausforderung dabei ist, dass jeweils nur das Dirigententeam zu hören ist und nicht die einzelnen Stimmen und der gesamte Chorklang.

Und der gesellige Teil des Vereinslebens?

Ich merke, wie wertvoll schon nur die Proben für den Austausch untereinander sind. Wir bemühen uns auch, uns gegenseitig anzurufen und beispielsweise zu zweit einen Spaziergang zu unternehmen. Derzeit überlegen wir uns verschiedene weitere Möglichkeiten wie zum Beispiel online eine Art Stammtisch abzuhalten, damit wir wieder einmal gemeinsam ein Gläschen Wein oder ein Bier trinken können.

2018 stand der Männerchor Gossau mit dem Frauenchor Querbeet auf der Bühne. Damals waren es rund 100 Mitwirkende, halb so viele wie beim geplanten Konzert.

2018 stand der Männerchor Gossau mit dem Frauenchor Querbeet auf der Bühne. Damals waren es rund 100 Mitwirkende, halb so viele wie beim geplanten Konzert.

Urs Bucher

Haben Sie einen Plan B für den Fall, dass das Konzert im Mai nicht stattfinden kann? Treten Sie dann unter freiem Himmel auf?

Derzeit haben wir keinen Plan B. Ein Auftritt im Freien wäre schon akustisch sehr schwierig mit der Kombination aus Blasmusik und Chorgesang. Eine Verschiebung war nur kurz ein Thema, weil schon viele andere Anlässe auf das Jahr 2021 verschoben worden sind. Ausserdem würde er irgendwann terminlich zu nahe an das Schweizerische Gesangsfestival 2022 heranrücken, sodass den beiden Chören die Zeit für die Vorbereitung fehlen würde. Wir planen unseren Grossanlass schon seit einem ganzen Jahr für den kommenden Mai.

Bis wann muss für die Planung feststehen, ob das Konzert durchgeführt werden kann?

Unsere Planung hängt an zwei Terminen. Aus musikalischer Sicht müssen ab März gemeinsame Proben möglich sein, selbst wenn sie wegen der Abstandsregeln zum Beispiel in einer Turnhalle stattfinden müssen. Und Anfang April müssen wir dann schauen, ob die behördlichen Rahmenbedingungen ein solches Konzert zulassen. Wir wollen mit 150 Sängerinnen und Sängern und 50 Musikantinnen und Musikanten auftreten. Dazu wünscht man sich natürlich einen vollen Saal.