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Interesse an Jungbürgeranlässen nimmt ab: Jugendliche feiern lieber ohne den Gemeinderat

Das Interesse an Jungbürgerfeiern nimmt in vielen Gemeinden ab. Einige haben sich deshalb zusammengeschlossen. Gossau versucht, die Jugendlichen mit BBC-Eintritten zu locken.
Perrine Woodtli
Bislang fand die Gossauer Jungbürgerfeier am BBC Open statt. Dieses Jahr wird im BBC selbst gefeiert. (Bild: Hannes Thalmann (1. September 2017))

Bislang fand die Gossauer Jungbürgerfeier am BBC Open statt. Dieses Jahr wird im BBC selbst gefeiert. (Bild: Hannes Thalmann (1. September 2017))

Im BBC wird am Freitag gefeiert. Das Gossauer Lokal lädt zur Partynacht mit drei Konzerten ein. Nebst den «Fäaschtbänklern» und den DJs Flava und Stevenson tritt auch die Djane Tanja La Croix auf. Das BBC erwartet nebst dem Partyvolk weitere junge Gäste: Denn beim Anlass handelt es sich gleichzeitig um die Jungbürgerfeier der Stadt. Bislang wurde der Anlass immer mit dem BBC Open verbunden. In den Vorjahren schenkte die Stadt jenen Jungbürgern, die an der offiziellen Feier teilgenommen haben, einen Zweitagespass.

Da das BBC Open dieses Jahr aber nicht im September, sondern erst im Mai 2019 stattfindet, musste eine Alternative her. Die Jungbürger dürfen morgen nun von der Galerie aus die Konzerte geniessen. Der Jungbürgeranlass soll aber nicht nur eine Party sein, betont Marcel Egger, Verantwortlicher der organisierenden Ortsbürgergemeinde Gossau.

Es gebe auch einen offiziellen Teil. «Uns ist der Austausch wichtig. Wir grillieren zuerst gemeinsam auf dem öffentlichen Spielplatz.» Dort werden unter anderem auch Stadtpräsident Wolfang Giella und der Talentmanager des FC St. Gallen, Marcel Herzog, dabei sein.

«Es kann ja nicht sein, dass wir einfach nur feiern gehen.»

Grosser Aufwand für die Feier

Laut Egger sind am Freitag rund 50 Jungbürger dabei. «In den Vorjahren waren es jeweils 70 bis 80. Das BBC Open kam besser an.» Ziel sei es, die Feier ab 2019 wieder am Festival durchzuführen. Ob er zufrieden sei mit der Teilnehmeranzahl, sei schwierig zu sagen, sagt Egger. «Klar fragen wir uns, ob und in welchem Rahmen wir den Anlass durchführen sollen, bedenkt man, dass rund ein Viertel der Jungbürger dabei ist.» Schliesslich sei der Aufwand gross. Den Teilnehmern wolle man aber etwas bieten.

Andere Gemeinden haben derweil ihr Konzept angepasst. Die Gemeinde Berg etwa veranstaltet nur noch alle zwei Jahre zusammen mit Steinach eine Feier. «In Berg allein hat es nicht jedes Jahr genug 18-Jährige», sagt Gemeindepräsident Sandro Parissenti. Ziel des Zwei-Jahres-Rhythmus sei, dass jeweils doch eine Gruppe zusammenkomme.

Genau wie in Wittenbach und Muolen, wo der Anlass ebenfalls alle zwei Jahre gemeinsam durchgeführt wird. Die Teilnehmerzahl nehme tendenziell ab, sagt Wittenbachs Kommunikationsbeauftragte Isabel Niedermann. «Durch die Zusammenlegung von zwei Jahrgängen kommen wir aber auf eine grössere Anzahl Teilnehmer.» Auch sei der Aufwand geringer. Auch Gaiserwald organisiert den Anlass nicht alleine, sondern zusammen mit der Stadt St. Gallen.

In Mörschwil ist eine Zusammenlegung kein Thema. «Unsere Feiern waren bisher gut besucht. Ein Drittel bis zur Hälfte der Jungbürger nahmen jeweils teil», sagt Gemeinderatsschreiber Bruno Stieger.

«Entgegen dem bisherigen Trend haben sich dieses Jahr aber wenig Jugendliche angemeldet.»

Wichtig sei ein ansprechendes Programm, bei dem auch die Jugendlichen mit einbezogen werden. So besuchten die Mörschwiler unter anderem schon den Flughafen Zürich.

Ein Abend auf Kosten der Gemeinde

In Eggersriet besuchen die Jungbürger jedes Jahr das Festival Sur le lac und erhalten eine Führung. Auch in Andwil findet die Jungbürgerfeier noch jedes Jahr statt. Für die Feier nächsten Monat haben sich bislang vier von 20 potenziellen Teilnehmern angemeldet, sagt Gemeinderatsschreiber Peter Thuma.

«Zurzeit scheint ein gewisses Desinteresse zu herrschen. Die Leute melden sich entweder erst in letzter Minute an, sind beruflich nicht abkömmlich oder ziehen wohl spannendere Angebote vor.»

In Waldkirch und Bernhardzell nehmen jeweils 40 bis 50 Jugendliche an der Jungbürgerfeier teil. Auf dem Programm steht, wie in vielen Gemeinden, unter anderem ein Nachtessen mit dem Gemeinderat. Die Resonanz sei positiv, sagt Gemeindepräsident Aurelio Zaccari. «Den jungen Leuten ist der Austausch wichtig. Sie können so auf Tuchfühlung mit der Politik gehen.»

In Häggenschwil ist es Tradition, dass die Jugendlichen nach dem Essen mit dem Gemeinderat an der Bürgerversammlung teilnehmen. Eine eigentliche Jungbürgerfeier findet nur statt, wenn die Jugendlichen selber aktiv werden. «Früher organisierte die Gemeinde selber einen speziellen Anlass. Die Beteiligung hat aber stark abgenommen», sagt Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring. Er gehe davon aus, dass die Jugendlichen heute viele Angebote sonst nutzen können und deshalb nicht mehr alle an einer Feier interessiert seien.

«Obwohl sie einen schönen Abend verbringen könnten – auf Kosten der Gemeinde.»

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