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Indonesischer Instagram-Star in St.Galler Museum

Für das Historische und Völkerkundemuseum in St.Gallen wird 2019 ein intensives Jahr. Sieben neue Sonderausstellungen sind zu sehen, so viele wie noch nie. Sie zeigen Asiatisches, Sozialkritisches, Spirituelles und Schräges.
Roger Berhalter
Die indonesische Mode-Bloggerin Diana Rikasari wird bald als Wachsfigur in St.Gallen stehen. (Bild: PD)

Die indonesische Mode-Bloggerin Diana Rikasari wird bald als Wachsfigur in St.Gallen stehen. (Bild: PD)

Jedem Besucher des Historischen und Völkerkundemuseums sticht sie sofort ins Auge: die Biedermeier-Familie aus Wachs, die in der Empfangshalle des Museums am Tisch sitzt. Täuschend echt sehen die Wachsfiguren aus. Ebenso der Vadian, den das Museum zum Reformationsjahr aus Wachs anfertigen liess. Zu diesen historischen Figuren kommt nun eine zeitgenössische hinzu: Die indonesische Mode-Bloggerin Diana Rikasari wird ab 16. Februar die Besucher des asiatischen Ausstellungsraums begrüssen – mit dem Handy ein Selfie schiessend, wie es sich für eine Influencerin gehört.

Der schrill gekleidete asiatische Instagram-Star soll nach 25 Jahren einen frischen Blick auf die asiatische Sammlung des Museums eröffnen. Zu sehen sind weiter Geister und Götter aus Indien, das Schattentheater aus Indonesien oder das Mah-Jongg-Spiel aus China.

Zwei Ausstellungen zum Holocaust

Der asiatische Ausstellungsraum ist der letzte, der nach der umfassenden Sanierung des Historischen und Völkerkundemuseums wieder eröffnet. «Dann ist das Museum fertig», sagt Direktor Daniel Studer – und relativiert seine Aussage sogleich. Denn ein Museum sei niemals fertig, und schon jetzt hat Studer weitere Bauwünsche. Eine Lüftung im Vortragssaal zum Beispiel würde das Klima verbessern. Auch die Cafeteria sei nicht mehr zeitgemäss und soll einladender werden.

Schönere und grössere Cafeteria

Das Historische und Völkerkundemuseum frischt seine Kaffee-Ecke auf und vergrössert sie. Hierzu wird eine Wand herausgebrochen und die dahinter liegende, derzeit nicht genutzte Bürofläche der Cafeteria angegliedert. Im vergangenen Jahr hat das Museum erstmals Tische und Stühle unter freiem Himmel aufgestellt. Diese Aussenplätze mit Blick auf den Stadtpark sollen bei wärmerem Wetter erneut zum Verweilen einladen.

Ebenfalls noch nicht fertig ist das Zügeln des Lagers. Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter fotografieren, inventarisieren und restaurieren derzeit die Objekte aus dem Estrich des Museums und ordnen sie im neuen Kulturgüterschutzraum des Museums neu ein. Bis Zehntausende von Objekten alle eingelagert sind, dürfte es laut Studer noch rund ein Jahr dauern.

Dieses Jahr kann das Historische und Völkerkundemuseum ein «ausserordentlich intensives Programm» präsentieren, sagt Studer. Sieben neue Ausstellungen sind geplant, das habe es noch nie gegeben. Im April starten fast zeitgleich drei sozialkritische Ausstellungen. Ab dem 6. April ist «Flucht» zu sehen, eine Wanderausstellung, die gemäss Ankündigung zeigt, «was es bedeutet, auf der Flucht zu sein und an Orten anzukommen, wo niemand auf einen gewartet hat». Museumsdirektor Studer erwartet wegen des aktuellen Themas einen «Ansturm von Schulklassen».

Am 12. April eröffnen zwei Doppelausstellungen zum Thema Holocaust. «Kinder im KZ Bergen-Belsen» thematisiert das Schicksal von Kindern in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. «The Last Swiss Holocaust Survivors» wiederum gibt einigen der letzten Zeitzeugen des Holocaust sowie ihren Nachkommen das Wort. Das Historische und Völkerkundemuseum hat mehrere Zeitzeugen eingeladen, die im Verlauf des Jahres von ihren Erlebnissen erzählen werden. Daniel Studer möchte mit diesen Ausstellungen «gegen das Vergessen ankämpfen». Angesichts des wieder aufkommenden Antisemitismus sei es wichtig, den Holocaust zu thematisieren.

Mönche streuen ein Mandala aus Sand

Gegen die «gesellschaftlichen Spaltungstendenzen» richtet sich gemäss Ankündigung auch die Ausstellung «Mandala – Auf der Suche nach Erleuchtung», die am 15. Juni eröffnet. Mit Objekten aus allen grossen Religionen soll die Ausstellung Verbindendes aufzeigen. Tibetische Mönche werden im Museum zu Gast sein und aus farbigem Sand ein Mandala streuen – und anschliessend wieder zerstören.

Schrägeres verspricht die Ausstellung «Bricolage» ab 31. August. Die Künstlerin Brigit Edelmann und die Künstler Stefan Rohner und Andy Storchenegger halten dem Museum sozusagen den Spiegel vor, indem sie mit Museumsobjekten künstlerisch spielen.

Klassischer kommt die Ausstellung «Vom Jugendstil zum Bauhaus» daher, die am 23. November eröffnet und bisher nie gezeigte Objekte aus der Sammlung zeigt.

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