Interview

Infektiologe des Kantonsspitals St.Gallen zum Corona-Virus: «Das Schutzmaterial ist vorhanden»

Der St.Galler Infektiologe Matthias Schlegel erklärt, wie sich das Kantonsspital auf mögliche am Corona-Virus erkrankte Patienten vorbereitet.

Sandro Büchler
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Dr. Matthias Schlegel, stellvertretender Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene sowie Leiter Spitalhygiene am Kantonsspital St.Gallen

Dr. Matthias Schlegel, stellvertretender Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene sowie Leiter Spitalhygiene am Kantonsspital St.Gallen

PD

In China breitet sich das Corona-Virus weiter aus. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit sind einzelne Infektionen in der Schweiz nicht auszuschliessen. Gewappnet ist auch das Kantonsspital St.Gallen, wie Matthias Schlegel, stellvertretender Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene sowie Leiter Spitalhygiene, erklärt.

Wurden am Kantonsspital Verdachtsfälle für das Corona-Virus registriert?

Matthias Schlegel: Nein, derzeit gibt es keine Verdachtsfälle.

Wie bereitet sich das Kantonsspital auf allfällige Erkrankte vor?

Mögliche Verdachtsfälle werden gemäss internen Richtlinien behandelt, die auf internationalen und nationalen Empfehlungen basieren. Diese beinhalten unter anderem Isolationsmassnahmen, die Durchführung der Diagnostik und die Meldung an den Kantonsarzt.

Welche Vorkehrungen werden konkret getroffen?

Die Mitarbeitenden der betroffenen Bereiche sind über die Massnahmen bei Verdachtsfällen informiert. Das Schutzmaterial ist vorhanden.

Wann ist Quarantäne notwendig?

Bei der Quarantäne werden gesunde Menschen überwacht, bei denen sich eine Krankheit entwickeln könnte. Damit möchte man eine mögliche Ansteckung von anderen Personen vermeiden. Die Quarantäne erfolgt in der Regel zu Hause.

Wie soll sich die Bevölkerung verhalten?

Bezüglich des Virus sind derzeit keine besonderen Vorsichtsmassnahmen für die Allgemeinbevölkerung zu beachten. Personen, die sich in den letzten zwei Wochen in China aufgehalten haben und Anzeichen einer Infektion der Luftwege inklusive Fieber aufweisen, sollen sich in ärztliche Behandlung begeben.

Unterscheiden sich die Massnahmen von den «normalen» Grippevorkehrungen?

Ausserhalb des Spitals sind aktuell keine spezifischen Massnahmen notwendig. Während der Grippesaison gilt weiterhin: Hände waschen, ins Taschentuch oder die Armbeuge husten oder niesen, und bei einer Grippe zu Hause bleiben.

Hinweis: Aktuelle Informationen unter www.bag.admin.ch

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