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Der wilde Osten von St.Gallen: In Wittenbach jagt ein Raubüberfall den nächsten

Der jüngste Überfall in Wittenbach war der 13. innert sechs Jahren. Die Verkehrsachse durch das Zentrum ist bei Räubern beliebt. Das kommt nicht von ungefähr.
Noemi Heule
Ein Bauarbeiter kehrt vor der Wittenbacher Raiffeisenbank. Einen Tag nach dem Raubüberfall vom Montag hat der Alltag wieder Einzug gehalten. (Bild: Ralph Ribi)

Ein Bauarbeiter kehrt vor der Wittenbacher Raiffeisenbank. Einen Tag nach dem Raubüberfall vom Montag hat der Alltag wieder Einzug gehalten. (Bild: Ralph Ribi)

Der wilde Osten von St. Gallen: So könnte man Wittenbach ebenfalls bezeichnen. Regelmässig suchen bewaffnete Räuber den Ort heim. Am Montag nahm ein Mann mit schwarzer Baseball-Mütze und Dreitagebart die Raiffeisenbank im Zentrum ins Visier seiner Faustfeuerwaffe. Er erbeutete mehrere tausend Franken, bevor ihm die Flucht gelang.

In den vergangenen sechs Jahren wurden in Wittenbach neun bewaffnete und vier unbewaffnete Überfälle begangen. Schauplatz ist in erster Linie die St. Gallerstrasse, die Dorf und Stadt verbindet und im Ortskern nahtlos in die Romanshorner­strasse übergeht. Ziele waren Tankstellenshops, Kioske oder die Acrevis-Filiale. Letztere wurde 2017 innert Jahresfrist gleich doppelt heimgesucht.

Nach dem zweiten Raubüberfall kehrte die Bank nicht mehr zum Courant normal zurück. Die Filiale blieb halbtags geschlossen und ständig bewacht. Im September des vergangenen Jahres kehrte die Bank Wittenbach schliesslich den Rücken. Hauptgrund für den Umzug nach St. Gallen waren die beiden Überfälle.

Die verbliebenen Banken lassen sich nicht vertreiben

In der Raiffeisen hielt der Alltag bereits am Dienstag wieder Einzug, nachdem die Bank am Montag aus ermittlungstechnischen Gründen geschlossen geblieben war. Ganz alltäglich gestaltete sich der Besuch für Kunden allerdings nicht. Eintritt wurde am Dienstag nur per Türglocke gewährt und die Kundschaft persönlich hinausbegleitet – ebenfalls auf Knopfdruck. Mediensprecher Dominik Chiavi sagt: «Die Sicherheitsstandards der Raiffeisenbank Wittenbach-Häggenschwil sind branchenüblich und auf dem aktuellsten Stand.» Ob weiterer Handlungsbedarf bestehe, würden Untersuchungen zeigen. Der Überfall sei kein Grund, den Standort in Wittenbach in Frage zu stellen.

Ähnlich tönt es von der Kantonalbank an der Romanshornerstrasse. Deren Filiale – nur 500 Meter von der Raiffeisen entfernt – ist die einzige Bank in Wittenbach ohne einschlägige Erfahrung. «Wittenbach ist für uns ein wichtiger Standort, an dem wir auch in Zukunft festhalten», lässt die Kantonalbank verlauten. Mit ihren Mitarbeitern führe sie regelmässig Sicherheitsschulungen durch und stelle sicher, dass die Sicherheitsmassnahmen auf dem neusten Stand seien.

In der Stadt untertauchen, im Grünen entschwinden

Von den neun bewaffneten Überfällen der letzten Jahre, ereigneten sich vier an der St. Gallerstrasse, einer an der Romanshorner­strasse und der Rest in unmittelbarer Nähe, wie Daten der Kantonspolizei zeigen. Die Hauptschlagader durch den Ort sei als Durchfahrtsstrasse für Täter geeignet, um in alle Richtungen davonzustieben, sagt Mediensprecher Hanspeter Krüsi. Sie tauchen in der Anonymität der Stadt unter oder suchen das Weite im Grünen. Über die Romanshorner- oder Arbonerstrasse können die Täter überdies geschwind im Thurgau entschwinden. Krüsi fügt an:

«Die Polizeipräsenz in Wittenbach ist hoch.»

Der Posten vor Ort sei mit fünf Mann besetzt und auch die Stadtpolizei im Notfall schnell vor Ort. So auch am Montag: Als der Alarm losging, rückten sogleich zwei Patrouillen der Stadtpolizei plus ebensoviele Kantonspolizisten aus. Zehn Minuten später seien die Beamten am Tatort eingetroffen. Der Räuber aber war bereits zu Fuss in Richtung Migros geflüchtet. Dennoch ist Krüsi «guten Mutes», dass der Täter diesmal gefasst werde. Am Dienstag wurde ein Fahndungsbild veröffentlicht. Die beiden Überfälle auf die Acrevis-Bank konnten dagegen bisher nicht aufgeklärt werden.

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