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In Wittenbach gibt es einen Kombigottesdienst für Migranten und Schweizer

In Wittenbach hat etwa ein Drittel der Kirchenmitglieder einen Migrationshintergrund. Trotzdem besuchen oft nur Schweizerinnen und Schweizer die klassischen Angebote der Kirche. Das soll sich ändern.
Roger Fuchs

Nigerianische und tamilische Evangelikale, italienische Katholiken, eritreische Orthodoxe und viele weitere Christinnen und Christen mit Migrationshintergrund leben in der Schweiz. Sie treffen sich in über 600 christlichen Migrationsgemeinden, leben und beten dort nach ihrer Tradition und teilen ihre Alltagserfahrungen in vertrauter Gemeinschaft.

Dies geht aus einer Studie des Pastoralsoziologischen Instituts in St.Gallen hervor. Migranten spielen auch in der katholischen Pfarrei Wittenbach eine zentrale Rolle. «Über den Daumen gerechnet schätze ich, dass ein Drittel unserer Kirchenmitglieder Migrationshintergrund haben», sagt Christian Leutenegger. Er ist Pfarreibeauftragter in Wittenbach. Ihm und seinem Team ist aufgefallen, dass trotz dieser grossen Gruppe, die klassischen Angebote der Kirche oft nur von Schweizerinnen und Schweizern besucht werden. Seit einiger Zeit ist man deshalb bestrebt, mit zweisprachigen Gottesdiensten sichtbar zu machen, dass sich die Katholiken aus ganz verschiedenen Nationen zusammensetzen.

Italienisch-schweizerischer Gottesdienst

Bereits dreimal wurde ein italienisch-schweizerischer Gottesdienst initiiert. Am 16. Juni, 9.30 Uhr, kommt es zum zweiten Mal in der Kirche St.Konrad zu einer philippinisch-schweizerischen Feier. Gestaltet wird diese gemäss Leutenegger in den drei Sprachen Tagalog, Englisch und Deutsch. Ein erster polnisch-schweizerischer Gottesdienst ist für Herbst geplant. Wenn möglich soll das Ganze noch weiter ausgebaut werden: Beispielsweise wären auch die Kroaten eine grosse Gemeinde, mit denen etwas Gemeinsames ins Auge gefasst werden könnte.

Die Reaktionen auf diese zweisprachigen Gottesdienste sind gemäss Leutenegger unterschiedlich. Doch auch wenn es für einige eine Hürde darstellt, die Teilnehmenden seien stets positiv überrascht. Damit alle den Worten folgen und diese bei Bedarf nachlesen können, werden die Gottesdiensttexte in den entsprechenden Sprachen abgegeben. Letztlich geht es bei diesen Feiern aber nicht nur darum, gemeinsam den Glauben zu leben, sondern im Anschluss daran auch miteinander ins Gespräch zu kommen. Wie Christian Leutenegger ausführt, ist es bei den italienisch-schweizerischen Gottesdiensten bereits zur Tradition geworden, dass es jeweils Pizza gibt. Und die Filipinos hätten zig Spezialitäten mitgebracht, die man probieren konnte.

Italiener, Polen, Philippiner oder Kroaten sind stärker mit der Katholischen Kirche verbunden

Unter dem Strich hofft der Pfarreibeauftragte, dass es mit solchen Gottesdienstformen gelingt, ein bewusstes gegenseitiges Wahrnehmen zu fördern, Hemmschwellen abzubauen und sich besser kennenzulernen. «Mittelfristig wäre es schön, wenn dadurch die Migranten auch einmal ein Kirchenfest oder einen rein schweizerischen Gottesdienst besuchen», so Leutenegger. Da es in Wittenbach keine Missionen gibt, müssen diese Menschen für ihre jeweiligen Gottesdienste an die entsprechenden Orte in St.Gallen und Umgebung fahren.

Den Eindruck, dass Italiener, Polen, Philippiner oder Kroaten stärker mit der Katholischen Kirche verbunden sind als Schweizer, würde der Seelsorger zumindest teilweise unterschreiben: Kirchenkritische Töne höre man weniger und die emotionale Verbundenheit mit der Institution sei stärker. Das hänge aber damit zusammen, dass die Migranten in den jeweiligen Missionsgemeinden auch ein Stück Heimat fänden. «In der Fremde würden sich die Schweizerinnen und Schweizer vielleicht ebenso einer Schweizer Mission anschliessen, um sich aufgehoben zu fühlen.»

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