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Kommentar

Kulturkonzept 2020: In St.Gallen herrscht wieder kulturelles Tauwetter

Das neue städtische Kulturkonzept gibt der freien Szene wieder mehr Gewicht und beendet die Zeit der eingefrorenen Subventionen.
Roger Berhalter
Roger Berhalter, Redaktor Kultur

Roger Berhalter,
Redaktor Kultur

Mehr Geld für die Kultur, ein eigenes Haus für die freie Szene, ein stärkerer Fokus auf Vermittlung und Vernetzung: Das neue städtische Kulturkonzept gibt die richtige Spur für die kommenden zwei Legislaturperioden vor. Schon jetzt ist das Kulturleben der Stadt vielfältig, und das Kulturkonzept trägt dem Rechnung. Die Vielfalt soll besser sichtbar und gestärkt werden, was nichts anderes heisst, als dass die freie Szene mehr Gewicht erhält und für Kleinprojekte wieder mehr Geld zur Verfügung steht.

Denn letztlich geht es beim Kulturkonzept ums Geld und um die Frage, wie dieses in der Kulturszene verteilt wird. Es ist erfreulich, dass der Stadtrat gleich bei sechs Institutionen die jährlichen Betriebsbeiträge erhöhen möchte. Damit ist auch das ursprünglich geplante kleinliche Deckeln der Fördergelder für Palace und Sitterwerk wieder vom Tisch. Manche Subventionen waren zehn Jahre lang eingefroren. Nun herrscht in der Stadt wieder kulturelles Tauwetter.

Jeder Franken in der freien Szene ist gut angelegt

Endlich nimmt der Stadtrat auch ein altes Anliegen aus der freien Szene auf: ein eigenes Haus mit Aufführungs- und Arbeitsräumen. Gerade für auswärtige Tanz- und Theatergruppen ist es schwer, in St.Gallen Fuss zu fassen. Die Lokremise ist vielen zu teuer – als Aufführungsort sowieso, von einer längeren Probemöglichkeit ganz zu schweigen. Auch die Grabenhalle ist für solche Ensembles nicht ideal, denn die Halle kann nicht wochenlang belegt werden. Man darf deshalb auf das «Haus der freien Szene» gespannt sein. Auch wenn es noch Jahre dauern wird, bis nur schon ein Konzept vorliegt.

Was hingegen jetzt schon feststeht: Jeder in die freie Szene investierte Franken ist gut angelegt. Mit wenig Geld können diese Kulturschaffenden nämlich viel bewirken; längst haben sie aus der Not eine Tugend gemacht. Zudem können sie künftig besser planen, weil die Stadt neu auch mehrjährige Fördervereinbarungen abschliesst.

Eine halbe Million Franken mehr für die Kultur ist eine realistische Grössenordnung. Das weiss auch der Stadtrat, der die Subventionserhöhungen im Rahmen der Budgetdebatte vors Stadtparlament bringen wird. Grosse Würfe sind damit zwar nicht möglich. Doch dürfte die neue Förderstrategie dazu beitragen, dass rund um die kulturellen Leuchttürme auch noch andere Institutionen heller strahlen.

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