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In Staad gibt es Zoff um eine Handyantenne am See

Der Mobilfunkanbieter Salt will an der Hauptstrasse in Staad eine neue Antenne aufstellen – direkt neben dem «Weissen Rössli». Gegen das Projekt hat es Einsprachen gehagelt. Einer aber nimmt es gelassen.
Sandro Büchler
Zankapfel Mobilfunkantenne: Anwohner wollen den Bau einer solchen Anlage am See in Staad bekämpfen. (Bild: Sandro Büchler)

Zankapfel Mobilfunkantenne: Anwohner wollen den Bau einer solchen Anlage am See in Staad bekämpfen. (Bild: Sandro Büchler)

Das Baugesuch ist am 24. Mai bei der Gemeinde Thal eingegangen. Seither sorgt es für Wirbel. In Staad, direkt am Bodenseeufer, an der Hauptstrasse 71, auf dem Dach der Firma Stieger Software AG, will der Mobilfunkanbieter Salt einen neuen Sendemast bauen. Die Gemeinde publiziert das Projekt vorschriftsgemäss im Amtsblatt und informiert in der Zeitung.

Daraufhin hagelt es Einsprachen. Herbert Perchtold, Leiter des Bauamts der Gemeinde Thal bestätigt:

«Es sind einige Einsprachen gegen das Bauvorhaben eingegangen.»

18 an der Zahl sollen es sein. Das Amt für Umwelt des Kantons St.Gallen überprüft, ob die geplante Anlage die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte einhält. Die Gemeinde wiederum prüft, ob baurechtliche Einschränkungen vorliegen. Die Überprüfung zusammen mit den Resultaten des Kantons sind Grundlage für den Entscheid der Gemeinde. Sie weist die Einsprachen ab.

Grundeigentümer will mit allen Mitteln kämpfen

David Fehr will sich nicht damit abfinden: «Natürlich haben wir Einsprache erhoben, denn die Antenne hat einen negativen Einfluss.» Fehr hat mit seiner Firma Lake Estates das «Weisse Rössli», das direkt neben der geplanten Antenne steht, vor eineinhalb Jahren gekauft. Er hat grosse Pläne. Seine Immobilienfirma will das neben dem Restaurant stehende Hotel sowie das Hookipa Pub in drei bis fünf Jahren abreissen und durch einen Neubau ersetzen. 12 bis 15 Millionen Franken will Fehr mit einer Investorengruppe investieren.

Eine Mobilfunkanlage passe nicht ins Idyll der Promenade, meint Fehr. «Eine Handyantenne gehört nicht ans Seeufer.» Diese sei nicht schön anzusehen und wirke störend auf das Gesamtbild. Er werde gegen den Entscheid der Gemeinde Rekurs einlegen. Fehr verspricht:

«Wir werden gegen die Antenne kämpfen – so weit, wie es geht»

Zudem gäbe es in Staad genügend andere Orte, wo ein Antennenbau weniger problematisch sei.

Verärgert ist auch Werner Wild. Sein Haus grenzt ebenfalls unmittelbar an den geplanten Standort. Ganz Staad, insbesondere die Hauptstrasse, sei in den vergangenen Jahren aufgewertet und neu belebt worden.

«Und jetzt knallt man uns die Antenne vor die Nase», sagt Wild.

Er habe sein Haus vor drei Jahren neu gebaut. Nun befürchtet er eine Werteinbusse. Vom Schlafzimmer aus kann er das Visier für die geplante Antenne sehen.

Die Sendeleistung der Anlage berücksichtige Orte mit einer empfindlichen Nutzung, sagt Viola Lebel von Salt. Dies sind Räume in Gebäuden, in denen sich Personen während längerer Zeit aufhalten. Wohn- und Schlafräume aber auch Kinderspielplätze sollen vor hohen Strahlenwerten geschützt werden. Durch die exponentiell wachsenden Datenvolumen, vor allem durch den mobilen TV- und Videokonsum, sei der Bedarf an Antennenanlagen für eine gute Abdeckung des Gebiets gestiegen, sagt die Salt-Sprecherin.

Lukrativer Bau auf dem Dach

Doch was sagt der Inhaber der Stieger Software AG zum geplanten Bau auf seinem Firmengebäude? Eugen Stieger ist kurz angebunden:

«Ja, Salt will bauen und ich stelle das Dach der Liegenschaft zur Verfügung.»

Weiteren Fragen erteilt er eine Abfuhr. Klar ist, es geht um Geld. Vergleichbare Handyantennen können den Eigentümern der Immobilien, auf der die Sendemasten stehen, pro Jahr rund 10000 bis 20000 Franken einbringen.

Wie geht es weiter? «Allfällige Rekurse gegen die Baubewilligung können das Verfahren verzögern», sagt Lebel. Erst mit einer rechtskräftigen Baubewilligung werde die Anlage gebaut. Werde die Baubewilligung in diesem Jahr noch erteilt, soll die Antenne im zweiten Quartal 2019 fertig sein, so Salt.

Nur einer hat im ganzen Knatsch um die geplante Antenne gut lachen: Roland End. Denn just heute ist sein letzter Tag als Pächter des «Weissen Rössli». Er hat seine Koffer schon gepackt und übergibt den Kochlöffel morgen an den neuen Pächter. Gelöst sagt End: «Die Antenne interessiert uns schlicht nicht mehr.»

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