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Eine Gossauer Schulklasse baut in sechs Wochen einen Roboter

Zehn Schüler des Gymnasiums Friedberg nehmen im März an einem Robotikwettbewerb in den USA teil. Dafür tüfteln sie in den kommenden Wochen nach der Schule– und machen nur am Sonntag frei.
Laura Widmer
Die Jugendlichen haben einen Prototyp der Kantonsschule Glarus neu verkabelt. (Bild: Bilder: Michel Canonica)

Die Jugendlichen haben einen Prototyp der Kantonsschule Glarus neu verkabelt. (Bild: Bilder: Michel Canonica)

Am vergangenen Samstag haben sie die Aufgabenstellung erhalten, jetzt stecken die Jugendlichen schon mitten in der Planung und es wird rege diskutiert. Der Tisch ist voll von Skizzen für einen Roboter. Zehn Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Friedberg nehmen an einem Robotikwettbewerb in Kalifornien teil. Alle belegen das Schwerpunktfach Physik und Anwendungen der Mathematik.

First, der Veranstalter der «First Robotics Competition» wurde 1989 in den USA gegründet, um das Interesse Jugendlicher für Wissenschaft und Technologie zu wecken. Jedes Jahr reisen Schülerteams aus aller Welt nach Kalifornien und treten mit selbstgebauten Robotern gegeneinander an. Sie haben davor sechs Wochen Zeit, ihn zu entwerfen, anzufertigen und zu programmieren. Der Zeitplan, den sich die Schüler des Friedberg gesetzt haben, ist straff: In der kommenden Woche soll ein Prototyp gebaut werden. Nach Ablauf dieser Frist wird der Roboter in einem versiegelten Paket nach Kalifornien geschickt. Am 25. März reisen die Gossauer Schüler für den Wettbewerb in die USA.

Viele Punkte in 150 Sekunden

Die Gossauer Teilnahme am Wettbewerb wurde von der 27-jährigen Lehrerin Sarah Müller initiiert, die Mathe und Italienisch unterrichtet. Die Klasse am Gymnasium Friedberg sei eines von nur drei Teams aus der Schweiz, das dieses Jahr teilnehme. «Wir kooperieren mit der Kantonsschule in Glarus, die uns berät», sagt Sarah Müller. Diese ist bereits zum dritten Mal dabei.

Noch stehen die Schüler des «Friedberg» ganz am Anfang: «Wir müssen jetzt entscheiden, welche Art von Roboter wir bauen wollen», sagt der 16-jährige David Herceg. Die Aufgabe ist verzwickt: Der Roboter muss ferngesteuert Scheiben mit Loch auf einer Halterung befestigen, Bälle in diese Halterung befördern und zum Startpunkt zurückkehren. Das Team erhält für jede erfüllte Aufgabe Punkte. Zwei Koalitionen mit je drei Teams sollen in 150 Sekunden so viele Punkte wie möglich sammeln.

Dafür legen sich die Jugendlichen ins Zeug: Die Klasse trifft sich an sechs Tagen in der Woche bei der Robofact AG in Gossau, um nach der Schule für den Wettbewerb zu arbeiten. Fünf Stunden investieren sie täglich. Nur am Sonntag haben die Schüler frei. «Es ist schon jetzt anstrengend», sagt die 19-jährige Carole Lieberherr.

«Am Schluss werden wir wahrscheinlich Nachtschichten schieben.»

Die Klasse erhält Hilfe von zehn Mentoren. Sie arbeiten in technischen Berufen, sind Programmierer, Elektroingenieure oder Konstrukteure. Sie prüfen Ideen und geben Tipps zur Umsetzung. «Die Mentoren unterstützten uns stark», sagt die 16-jährige Annica Eigenmann.

Zweifel am Zeitaufwand

Als das Projekt vorgestellt wurde, sei die Euphorie bei der technikaffinen Klasse gross gewesen, erzählt Sarah Müller. «Ich möchte gerne Maschinenbau studieren. Dieser Wettbewerb ist eine tolle Sache», sagt Carole Lieberherr. Die Zweifel kamen erst später. «Wir waren unsicher, ob wir das schaffen können, vor allem wegen der Prüfungen, die wir in dieser Zeit noch schreiben müssen», sagt David Herceg. Zum Glück stünden die Lehrer am Friedberg hinter dem Projekt. Auch die Zeit sei knapp, sagt Annica Eigenmann. «In den USA gibt es Teams, die arbeiten sechs Wochen nur an diesem Projekt.»

Eindrücke aus der Planungsarbeit für die First Robotic Competition. (Bilder: Michel Canonica)Eindrücke aus der Planungsarbeit für die First Robotic Competition. (Bilder: Michel Canonica)
4 Bilder

Robotikwettbewerb

Die Planung läuft gut, auch wenn sich die Teammitglieder noch nicht einig sind, wie sie die Aufgaben lösen sollen. Braucht der Roboter einen Greifarm? Mit welchem Mechanismus soll er sich fortbewegen? «Vielleicht können wir eine Treppe bauen, und einen Roboter, der hinaufspaziert?», sagt eine Schülerin scherzhaft. «Oder wir machen einen R2D2 wie bei ‹Star Wars›!» Die Schüler müssen Prioritäten setzen: «Alle Aufgaben wird unser Roboter nicht erledigen können», sagt David Herceg. Die Lehrerin Sarah Müller hält sich bei Entscheidungen zurück. «Ich sehe mich eher als Organisatorin und Vermittlerin», sagt sie.

Ein Teil des Materials für den Roboter hat sich das Gymnasium Friedberg beim Wettbewerbsveranstalter bestellt, viele Werkzeuge wurden eigens für das Projekt gekauft. Ob die Schule nächstes Jahr erneut teilnimmt, ist noch offen, sagt Sarah Müller. «Ich hoffe natürlich, dass es keine einmalige Sache bleibt.»

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