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In Rorschach spannen Stadt, Fussballclub und Kinderärzte zusammen

Die Garderobenanlage auf dem Sportplatz Pestalozzi ist sanierungsbedürftig. Nun soll ein Neubau mit Gemeinschaftspraxis her.
Ines Biedenkapp
Der Boden wölbt sich, die Fassade bröckelt: Die alte Garderobe soll zum neuen Clubhaus mutieren. (Bild: Ines Biedenkapp)

Der Boden wölbt sich, die Fassade bröckelt: Die alte Garderobe soll zum neuen Clubhaus mutieren. (Bild: Ines Biedenkapp)

Auf dem Sportplatz Pestalozzi spielen Kinder Fussball. Nicht weit davon besichtigen Besucher die sanierungsbedürftige Garderobenanlage des Fussballclubs FC Rorschach-Goldach 17. Am Dienstagabend haben die Stadt, der Fussballclub und die hier praktizierenden Kinderärzte über das Projekt «Doppelnutzung auf dem Sportplatz Pestalozzi» informiert. Über 50 Personen nahmen an dem Anlass teil.

Das Projekt sieht einen Neubau für 2,2 Millionen Franken beim Sportareal Pestalozzi vor. Im zweistöckigen Gebäude sollen neue Garderoben für den Fussballclub und eine Gemeinschaftspraxis der Kinderärzte gebaut werden. Über die Vergabe des Kredits stimmen die Bürger am 29. September ab.

Zu wenig Platz für Jungen und Mädchen

Einige der Duschen sind ausser Funktion. (Bild: ibi)

Einige der Duschen sind ausser Funktion. (Bild: ibi)

Das heutige Garderobengebäude stammt aus dem Jahr 1954. Der Boden wölbt sich, an einigen Stellen geht der Putz ab. Auch die Technik funktioniert nur noch teilweise. Das Hauptproblem ist jedoch ein anderes. Denn die Anlage verfügt über zu wenig Platz. Eine Trennung von Jungen und Mädchen nach dem Training scheint daher unmöglich. Zwar gibt es neben dem Hauptduschraum auch im Untergeschoss einige Duschen, an dem Grossteil ist jedoch ein Kleber angebracht: «Kein Wasser».

Derzeit trainieren beim FC Rorschach-Goldach 17 über 400 Juniorinnen und Junioren. Damit sind sie auf die Sportanlage Pestalozzi angewiesen. Vor allem bei Turnieren zeigt sich das Platzproblem. Markus Hundsbichler, Präsident des Fussballclubs sagt:

«Es kam schon vor, dass gegnerische Mannschaften hier ankamen, die schon umgezogen waren und auch so wieder gefahren sind, weil sie wussten, man kann sich hier schlecht umziehen oder duschen.»

Auch Stadtpräsident Thomas Müller zeigt sich von dem Projekt überzeugt: «Das heutige Gebäude war mal schön.» Angesichts der kleinen Grösse des Gebäudes, mache ein Neubau mehr Sinn. «Der Platz kann dann besser genutzt werden», sagt Müller.

Anfrage wurde begrüsst

Während der Planung kam es zu Gesprächen mit den Kinderärzten der Stadt, da in beiden Praxen ein Generationenwechsel ansteht. «Es gab früher schon Ideen, dass man ein Zentrum einrichten könnte», sagt Kinderarzt Markus Bigler an dem Abend. «Früher war man Einzelkämpfer. Doch die Zukunft der Pädiatrie liegt heute in der Zusammenarbeit.» Daher hätten sie die Anfrage der Stadt, eine neue Gemeinschaftspraxis auf dem Sportplatz Pestalozzi zu betreiben, sehr begrüsst.

Die Projektplanung sieht vor, dass die jetzige Garderobenanlage zum Clubhaus umfunktioniert wird und gegenüber davon die neue Anlage mit der Gemeinschaftspraxis gebaut wird. Im Erdgeschoss sollen vier Garderoben mit Duschen, zwei Schiedsrichtergarderoben, ein Technik- und Putzraum sowie eine öffentliche WC-Anlage für Damen, Herren und Menschen mit Handicap entstehen.

Kosten in Höhe von 2,2 Millionen Franken

Ins Obergeschoss kommt die Gemeinschaftspraxis der Kinderärzte. Diese soll über einen grossen Eingangs- und Empfangsbereich mit Wartebereich verfügen. Dazu sollen sechs Untersuchungsräume, ein Therapieraum sowie ein Personalraum mit WC-Anlage, einem Abstellraum, Labor- und Medikamentenraum und einer WC-Anlage für die Patienten hinzukommen. Zudem werden mit der Zufahrt von der Sportplatzstrasse fünf Parkplätze erstellt, wovon einer für Menschen mit Beeinträchtigung ist.

Die Stadt geht von Kosten in Höhe von 2,2 Millionen Franken aus. Davon entfallen etwas mehr als 998000 für die Erstellung des Fussballbereichs und rund 1,2 Millionen Franken für die Gemeinschaftspraxis. Den Innenausbau der Praxis übernehmen die Ärzte. Die Stadt beantragt einen Kredit in Höhe von 2,3 Millionen Franken. «Das heisst nicht, dass das Projekt jetzt teuerer werden soll», sagt Müller.

«Doch die Erfahrung zeigt, dass eine kleine Reserve immer gut ist.»

Doch nicht alle Anwesenden waren von dem Projekt überzeugt. Ein Kritiker fragte etwa, warum man neu baut, wenn so viele Wohnungen in Rorschach leer stünden, zudem sich die Stadt normalerweise nicht in solche Angelegenheiten einmische. Dem stimmte Thomas Müller teilweise zu. «Die Stadt hat sich aber aus dem Grund doch dazu entschlossen, einzugreifen, da es um den Aspekt der Bodennutzung geht», sagt Müller. Denn zum einen habe Rorschach kaum Platz für Überbauungen, zum anderen wolle man Ärzte in Rorschach behalten.

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