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«In letzter Zeit wurde unser Kässeli fünfmal komplett geleert»: In den Hofläden rund um St.Gallen gehen die Langfinger um

Selbstbedienung in Hofläden führt häufig zu Diebstählen. Regionale Landwirte setzen auf Überwachungssysteme.
Laura Manser
Markus und Sonja Bernhardsgrütter haben erst kürzlich einen Hofladen eröffnet. (Bild: Lisa Jenny)

Markus und Sonja Bernhardsgrütter haben erst kürzlich einen Hofladen eröffnet.
(Bild: Lisa Jenny)

Zwei Kunden decken sich im Hofladen mit Waren im Wert von 50 Franken ein, werfen aber nur wenige Rappen ins Kässeli. Die Besitzer des Walser-Hofs in Roggwil sind genervt und beschweren sich Anfang August in einem Facebook-Post über vermehrte Diebstähle in ihrem Hofladen und Käufer, die zu wenig bezahlen. Belegen können sie den Vorfall mit dem Material der Überwachungskamera, wie «FM1 Today» berichtete.

Auch in der Region Gossau sind solche Fälle keine Seltenheit. Um Kosten und Aufwand zu sparen, stellen viele Landwirte ein Kässeli in den Hofladen. Es gilt Selbstbedienung, das System baut auf Vertrauen. Dieses wird aber oft ausgenutzt.

Abgelegene Hofläden sind besser geschützt

Immer mehr Landwirte setzen deshalb auf Überwachungssysteme. Die Familie Bernhardsgrütter vom Hof Mädertal in Gossau hat vor zwei Wochen einen Hofladen eröffnet. Markus Bernhardsgrütter sagt:

«Damit wir die Kasse im Auge behalten können, installieren wir bereits verschiedene Überwachungssysteme.»

Zu den Details der Überwachung will er nichts weiter sagen, «um den Langfingern ihr Vorhaben nicht zu erleichtern.» Passiert sei bisher noch nichts. Der Gemüsebetrieb liegt nicht an einer Hauptstrasse, weshalb die Familie das Geschehen beobachten könne.

Der Hofladen von Albert Forster hingegen existiert bereits seit 29 Jahren. Weil sein Obstbetrieb an der Bischofszellerstrasse Richtung Arnegg liegt, herrsche immer buntes Treiben. «Bei uns wird man bedient. Es ist sowieso immer jemand vor Ort», sagt Forster. Bislang wurde im Hofladen noch nie geklaut, und sonst sei es ihm nicht aufgefallen. Eine Überwachungskamera zu installieren, hat Forster nicht vor.

Früher war das Kässeli offen

Bedient wird der Kunde auch im Hofstadl Albertschwil in Gossau. «Der Laden wird seit 40 Jahren so betrieben und es läuft gut. Wir haben sowieso nur samstags geöffnet», sagt Nicole Bücheli vom Hofstadl. Zu kaufen gibt es unter anderem diverse Backwaren wie Brot oder Zopf.

Benjamin Lenherr vom Hofladen Lenherr in der Bruggwis hingegen setzt mehr auf Vertrauen. In dem über 30 Jahre alten Laden stehen ein Milchautomat und ein Kässeli für den Eierverkauf. «Der Milchautomat als Münzautomat ist gesichert», sagt Lenherr. Das Kässeli jedoch musste er einige Male ersetzen. Früher stand das Kässeli offen, mit Wechselgeld. Weil das nicht funktioniert hat, bestückte Lenherr den Geldkasten mit einem Deckel. Heute besteht das Kässeli nur noch aus einem Schlitz in der Wand. Grund dafür: Ein Mann hat über einen längeren Zeitraum täglich Geld gestohlen. Dieser zahlte einen Teil seiner Schulden zurück. Lenherr meint aber:

«95 Prozent der Kunden sind aber ehrlich oder bezahlen die Ware am nächsten Tag.»

Aus Sicherheitsgründen hat er trotzdem eine Kamera und automatische Lichter installiert.

Kässeli wurde fünfmal komplett geleert

Auch im Hofladen Zähnler in Waldkirch hat die Selbstbedienung während der vergangenen 30 Jahre funktioniert, wie Bruno Zähnler sagt. «Aber in letzter Zeit wurde unser Kässeli fünfmal komplett geleert.» Jetzt stellt er eine Kamera auf und befestigt das Kässeli, um den Verkauf der Spargeln und Kartoffeln besser kontrollieren zu können. Bei solchen Vorfällen eine Anzeige zu erstatten, kommt für Zähnler nicht in Frage. «Das bringt nichts. Ich kenne einen Fall in Eberswil, bei dem der Dieb dadurch nur Hausverbot bekommen hat. Das Geld erhielt die Familie nicht zurück.»

In Mörschwil steht der Hofladen von Andreas Studach. In diesem können Kunden unbedient Eier, Trockenfleisch und Obst kaufen. Der Hof verfügt über keine Überwachungssysteme und auch die Kasse steht für den Geldwechsel offen. Immerhin geht das Licht vor dem Laden automatisch an. Aber laut Studach eigentlich nur, damit man die Treppe zum Hofladen besser sehen kann. Früher war der Hofladen die ganze Nacht offen, doch dann wurden plötzlich Kaffeemaschinen und andere Habseligkeiten gestohlen. «Den Fall habe ich bei der Polizei gemeldet und der Dieb gab uns das Geld zurück.»

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