In Gossau hiess es in dieser Woche wieder für einige Kinder: Tischtennis und Singen statt Skifahren und Schlitteln

Die IG Sport Gossau richtet diese Woche die Go-Sportwoche aus. Neu dabei waren erstmals kulturelle Kurse.

Fabio Fornito
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Gossauer Schülerinnen und Schüler erhielten erste Einblicke ins Tischtennis.

Gossauer Schülerinnen und Schüler erhielten erste Einblicke ins Tischtennis.

Bild: Fabio Fornito

Die Turnhalle im Schulhaus Otmar in Gossau ist vom Klick-Klack der Tischtennisbälle erfüllt. Kinder springen von einer Seite der Tischtennisplatte zur anderen und strecken sich nach den Bällen; Leiter überblicken die Halle mit konzentrierten Blicken und geben Ratschläge, wo nötig: Die Go-Sportwoche ist in vollem Gange.

Wie jedes Jahr während der Sportferien veranstaltet die IG Sport Gossau wieder ein Programm für Kinder und Jugendliche, die zu Hause geblieben sind. Das Angebot umfasst zahlreiche Sportarten, von Unihockey und Handball bis zu Kursen wie Schiessen oder Reiten.

Ausserdem bietet in diesem Jahr zum ersten Mal auch die IG Kultur Kurse an. So können Interessierte beispielsweise erste Einblicke ins Handwerk der Tambouren gewinnen oder die Chormusik für sich entdecken.

Sport als Integration

Markus Jocham, der die Kurse organisiert hat, ist mit der diesjährigen Auslastung zufrieden. Rund 160 Schülerinnen und Schüler, von der ersten bis zur neunten Klasse, nutzten die Möglichkeit, neue Hobbys kennen zu lernen. Damit liegt man im Durchschnitt der letzten Jahre.

Laut Jocham ist das Entdecken neuer Freizeitaktivitäten aber nicht das einzige Ziel der sechstägigen Veranstaltung: «Die Go-Sportwoche dient auch der Integration von Kindern, die neu zugezogen sind und vielleicht auch noch kein Deutsch sprechen. Beim Sport kann die Sprachbarriere überwunden werden.»

Jochams Dank gilt vor allem den Gossauer Sport- und Kulturvereinen und der Stadt Gossau, «ohne deren Hilfe und Unterstützung dieses Programm nicht möglich wäre». Das Projekt sei ein Ineinandergreifen verschiedener Zahnräder: Die Stadt Gossau überlässt der IG Turnhallen und andere Standorte, die Vereine stellen Leiter und Material. Als Dank wird der erwirtschaftete Betrag unter den einzelnen Gossauer Clubs aufgeteilt.

Vom Schnupperkurs zur Profikarriere

Die Vereine können durch die Go-Sportwoche ausserdem Nachwuchs anlocken und ihre regionale Bekanntheit erhöhen– eine Win-win-Situation. «Und wer weiss», sagt Markus Jocham mit einem verschmitzten Lächeln, «vielleicht entdeckt eines der Kinder seine Begabung und Passion für eine neue Sportart und gewinnt in ein paar Jahren die Gossauer Sportlerwahl». Die Go-Sportwoche als Start einer erfolgreichen Karriere – Giulia Steingruber hat es vorgemacht.