In Gossau gibt es bald eine neue Anlaufstelle für Vereine

Die Stadt Gossau will ihre Vereine besser unterstützen. Dazu gehört auch die Schaffung einer neuen Fachstelle.

Timon Reich
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Jeder Gossauer Verein kann den Fürstenlandsaal einmal im Jahr für nur 300 Franken mieten. Norbert Thaler, Leiter der Fachstelle «Sport Kultur Freizeit»

Jeder Gossauer Verein kann den Fürstenlandsaal einmal im Jahr für nur 300 Franken mieten. Norbert Thaler, Leiter der Fachstelle «Sport Kultur Freizeit»

Bild: Mareycke Frehner (10. März 2019) Bild: PD

Die Stadt Gossau bietet ihren Vereinen einen Zugang zu Infrastrukturen und Weiterbildungen. Ausserdem lädt sie jährlich zu einem Dankesanlass. Jetzt sollen die Vereine weiter gestärkt werden, wie Stadträtin Helen Alder am Montagabend an einem Anlass bekannt gab: «Ab nächstem Jahr schaffen wir zusätzlich eine Koordinationsstelle für Freiwilligenarbeit.» Diese Fachstelle heisst «Sport Kultur Freizeit».

Norbert Thaler, Leiter der Fachstelle «Sport Kultur Freizeit»

Norbert Thaler, Leiter der Fachstelle «Sport Kultur Freizeit»

PD

Norbert Thaler, aktuell Leiter der IG Sport, wird sie führen. Als Nutzervertreter der Vereine soll er eine Ansprechperson für Anliegen sein. Ausserdem sei seine Fachstelle auch für Gesuche und Sponsoring zuständig. Für Bewilligungen und grosse Anlässe müsse man aber weiterhin die Stadtkanzlei anfragen, so Alder. Auch die Schulräume würden wie bisher vom Schulamt vermietet.

58 Vereine haben an einer Umfrage teilgenommen

Über 100 Vereinsvertreter und Kulturschaffende sind an diesem Abend in den Gossauer Freihof gekommen, um die Ergebnisse einer Umfrage zu hören, die im November durchgeführt worden war. Deren Ziel war es, die Anliegen und Bedürfnisse der Freiwilligenarbeit in Gossau zu erfassen.

Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau

Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau

Ralph Ribi

Bei der Umfrage haben 58 Gossauer Vereine teilgenommen. Sie gaben Rückmeldungen zu den Infrastrukturen, zur Mitgliederentwicklung, zu ihrem Verhältnis zur Stadt und äusserten allgemeine Wünsche an diese. «Um konkrete Strategien zur Kulturförderung zu entwickeln, brauchen wir zuerst einige Informationen zum Status quo», sagt Stadtpräsident Wolfgang Giella zu Beginn der Veranstaltung. Diese Grundlage sei mit der Umfrage geschaffen worden. Man wolle die Anliegen nun bündeln und priorisieren. Ein erster Schritt in Richtung Vereinsunterstützung ist auch die Schaffung der eingangs erwähnten Anlaufstelle für die Vereine.

Nur kleine Anpassungen bei Infrastruktur nötig

«Insgesamt haben die Vereine, die an der Umfrage teilgenommen haben, über 5500 Mitglieder», sagt der neue Fachstellenleiter Norbert Thaler, als er die Umfrageergebnisse präsentiert. Mehrheitlich seien die Ehrenamtlichen zufrieden. Die Umfrage zeigt, dass sich die Vereine ernst genommen fühlen und dass zum Beispiel Bewilligungen schnell erledigt werden. Im Schulnotensystem bewegt sich die Durchschnittsnote bei vielen dieser Punkte um eine Fünf herum. Lediglich bei der Zufriedenheit mit den Mieten und Kosten, dem am tiefsten bewerteten Punkt, nähert man sich der Note Vier an.

Auch in dem Teil der Umfrage, in dem allgemeine Anregungen angebracht werden konnten, wurden nur einige Anpassungen bei den Infrastrukturen gewünscht. Ein Grossteil der Vereine ist mit den Platzverhältnissen und den allgemeinen Bedingungen zufrieden, nur drei empfinden diese als unbefriedigend. 13 Vereine wünschen sich kleine Veränderungen. So fehle zum Beispiel in der Markthalle noch immer eine Heizung, die besonders im Winter bitter nötig wäre.

Norbert Thaler macht zudem darauf aufmerksam, dass jedem Verein der ansonsten eher teure Fürstenlandsaal einmal im Jahr für nur 300 Franken zur Verfügung stehe. Offenbar war diese Tatsache vielen Vereinen beim Ausfüllen nicht bewusst. Allgemein zeigt sich Thaler zufrieden:

«Ich freue mich sehr darüber, dass wir viele wertvolle Rückmeldungen aus der Umfrage gewinnen konnten.»

In einem nächsten Schritt wolle man nun aus den Ergebnissen Schlüsse ziehen und dann einfachere Wünsche bereits in Angriff nehmen.