In Engelburg gibt es Lämpen wegen Lampen: Bewohner des Chapf-Quartiers fordern eine bessere Strassenbeleuchtung

Seit neue LED-Lampen montiert wurden, sei die Ausleuchtung der Strasse schlechter geworden, monieren die Bewohner des Quartiers Chapf in Engelburg. 60 von ihnen haben eine Petition an den Gemeinderat unterschrieben und fordern darin eine Verbesserung der Situation .

Michel Burtscher
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Eine der umstrittenen Strassenlampen im Engelburger Quartier Chapf.

Eine der umstrittenen Strassenlampen im Engelburger Quartier Chapf.

Bild: Benjamin Manser (10. Februar 2020)

Dicke Post für den Gaiserwalder Gemeindepräsidenten: Kürzlich flatterte ein schweres Couvert in den Briefkasten von Boris Tschirky. Darin befanden sich ein Schreiben und eine Petition mit 60 Unterschriften von Einwohnern aus dem Engelburger Quartier Chapf. Die Absender: Philipp Köppel, Präsident der SVP Gaiserwald, und Bruno Stump, Vizepräsident der SVP Gaiserwald, der auch selber im Quartier wohnt. Es geht bei der Petition um ein auf den ersten Blick banales Thema, das den betroffenen Menschen aber auf dem Magen liegt: die Strassenbeleuchtung.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2017. Die Gemeinde installiert im Gebiet Chapf an den bisherigen Standorten neue Strassenlampen. Es handelt sich um LED-Leuchten, modern und vor allem energiesparend sind sie. «Diesen Schritt finden wir absolut zeitgemäss», sagt Köppel. Aber er habe zu einer «Verschlimmbesserung» geführt:

«Uns stört, dass die Ausleuchtung der Strassen seither deutlich schlechter ist.»
Philipp Köppel, Präsident SVP Gaiserwald.

Philipp Köppel, Präsident SVP Gaiserwald.

PD

Das Problem ist laut dem SVP-Präsidenten, dass der Lichtkegel der neuen Lampen weniger gross ist als jener der alten.

Was Köppel und Stump meinen, zeigt sich bei einem abendlichen Spaziergang durch das Quartier. Zwar leuchten die LED-Lampen sehr stark; wenn man darunter steht, blenden sie fast. Doch auf der Strasse und dem Trottoir gibt es tatsächlich Abschnitte, an denen es sehr finster ist und wo man, vor allem in sehr dunklen Nächten, nicht mehr viel sieht. «Es darf doch nicht sein, dass man am Morgen oder am Abend nur noch mit einer Taschenlampe aus dem Haus gehen kann», kritisiert Stump.

Angst vor Unfällen und Einbrechern

Die schlechte Ausleuchtung sei aus mehreren Gründen problematisch, finden Stump und Köppel. Einerseits würden im Chapf-Quartier viele Familien wohnen mit jungen Kindern, die am Morgen früh aus dem Haus müssten. Da könne es schnell zu gefährlichen Situationen kommen, wenn man sie nicht sehe. Andererseits hätten Bewohner, die spätabends nach Hause kämen, Angst auf der Strasse, weil sie entgegenkommende Personen nicht erkennen könnten. Zudem sei die schlechte Beleuchtung auch ein guter Schutz für Einbrecher.

Köppel und Stump haben sich bereits mehrmals mit diesem Thema an den Gemeinderat von Gaiserwald gewandt. Den ersten von bis heute drei Briefen in dieser Sache schickten sie ihm im April 2018. Gemeindepräsident Boris Tschirky ist auch schon selber vorbeigekommen und hat sich die Situation vor Ort angeschaut. Passiert sei bisher jedoch nichts. Köppel sagt:

«Wir haben langsam das Gefühl, dass der Gemeinderat uns nicht ernst nimmt.»

In der Petition wird der Gemeinderat gebeten, die «schlechte Strassenbeleuchtung» im Quartiert Chapf «baldmöglichst» zu verbessern. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Möglichkeiten: Entweder man montiert mehr Lampen oder andere.

Boris Tschirky, Gemeindepräsident von Gaiserwald.

Boris Tschirky, Gemeindepräsident von Gaiserwald.

Benjamin Manser

Gemeinderat befasst sich bald mit dem Thema

Boris Tschirky hat Verständnis für das Anliegen der Petitionäre. «Es ist offensichtlich, dass der Lichtkegel der Strassenlampen weniger gross ist als früher», sagt er. Man werde das Thema nächste Woche im Gemeinderat besprechen und entscheiden, welche Massnahmen man treffe. Er wolle diesen Diskussionen aber nicht vorgreifen und könne darum derzeit nicht mehr sagen, betont der Gemeindepräsident.