Coop verkleinert Ladenfläche, Kleidergeschäft zieht aus: In der St.Galler Shopping-Arena kommt es zu mehreren Wechseln

In der Shopping-Arena im Westen der Stadt St.Gallen stehen gleich mehrere Veränderungen an. Coop verkleinert seine Fläche um 1300 Quadratmeter. Zudem zügelt Aldi vom Westcenter in die Shopping-Arena.

Mirjam Bächtold
Drucken
Teilen
In der Shopping-Arena gibt es einige Wechsel. Centerleiter Marc Schäfer vor der Coop-Filiale.

In der Shopping-Arena gibt es einige Wechsel. Centerleiter Marc Schäfer vor der Coop-Filiale.

Ralph Ribi (5. November 2020)

Neben dem Coop Megastore in der Shopping-Arena, wo vorher der Interdiscount war, steht eine Trennwand, hinter der bereits die Bauarbeiten für ein Provisorium begonnen haben. Im ersten Untergeschoss des Einkaufszentrums stehen einige Veränderungen an.

Anpassungen sind bereits erfolgt: Der Interdiscount hat die Shopping-Arena nicht verlassen, sondern ist auf eine kleinere Ladenfläche gezügelt. Während vorher auf 1000 Quadratmetern Produkte angeboten wurden, sind es jetzt noch 350 Quadratmeter. Diese Verkleinerung ist eine Reaktion auf die Konkurrenz, weil immer häufiger online oder im nahen Ausland eingekauft wird.

Das Kleidergeschäft «Chicorée» sucht man derweil vergebens in der Arena. Nachdem der Mietvertrag ausgelaufen war, wurde er nicht verlängert. Auf die frei gewordene Fläche kam die Coop Vitality Apotheke. «Es war ein Wunsch von Coop, auch mit einer Apotheke in der Shopping-Arena vertreten zu sein», begründet Marc Schäfer, Centerleiter der Shopping-Arena, diesen Entscheid. Zudem trage dies zu einem attraktiven Mietermix bei.

In der Shopping-Arena gibt es nun eine Coop Vitality Apotheke.

In der Shopping-Arena gibt es nun eine Coop Vitality Apotheke.

Ralph Ribi (5. November 2020)

Aldi zügelt vom Westcenter in die Shopping-Arena

Auf der leeren Fläche des ehemaligen Interdiscounts entsteht nun ein Provisorium für den Coop Megastore. Bei diesem stehen nämlich ebenfalls Veränderungen an: Die Fläche wird von rund 3800 auf 2500 Quadratmeter verkleinert. Damit wird ebenfalls auf die Onlinekonkurrenz reagiert. «Im Non-Food-Bereich wird das Angebot minimiert», sagt Schäfer.

Dies betreffe Bekleidung, Bücher, Geschenk- und Bastelartikel sowie Papeterie und Küchenzubehör. Der Foodbereich bleibe jedoch gleich gross, und per Definition ist die Filiale immer noch ein Megastore. Die frei werdende Ladenfläche wird an Aldi vermietet.

«Man könnte denken, Coop und Aldi konkurrenzieren sich. Das ist aber nicht so. Coop ist vor allem bei Marken- und Frischprodukten stark, Aldi bei den Eigenmarken.»
Im Coop Megastore wird das Angebot im Non-Food-Bereich minimiert.

Im Coop Megastore wird das Angebot im Non-Food-Bereich minimiert.

Ralph Ribi

Die Bauarbeiten beginnen im Januar und sollen voraussichtlich bis Ende März dauern. Im April werden die beiden Filialen wieder – beziehungsweise neu – eröffnet. Aldi zieht also vom gegenüberliegenden Westcenter in die Shopping-Arena, was Schäfer freut: «Wir haben im Vergleich zum Westcenter keine leerstehenden Geschäfte. Das ist für Aldi ein attraktiverer Standort, weil so auch Kunden von anderen Geschäften potenzielle Kunden für Aldi sind.»

Die Ladenfläche, auf der das Coop-Provisorium bis Ende März 2021 stehen wird, soll danach wieder vermietet werden. Welches Geschäft dort einziehen wird, kann Schäfer noch nicht sagen, die Verhandlungen laufen noch.

Familien sind das Zielpublikum

Die Shopping-Arena lockt jährlich Millionen von Besucherinnen und Besucher an.

Die Shopping-Arena lockt jährlich Millionen von Besucherinnen und Besucher an.

Ralph Ribi (5. Npvember 2020=

Diese Veränderungen sind nur einige von vielen, die im Verlauf der vergangenen Jahre stattgefunden haben. «Als wir die Shopping-Arena eröffneten, lag beispielsweise der Eurokurs bei etwa 1.70 Franken. Jetzt ist er bei 1.07 Franken. Wir mussten uns etwas überlegen, um mit der Konkurrenz mitzuhalten», sagt Marc Schäfer.

Im Jahr 2016 lancierte man in der Shopping-Arena deshalb die «Strategie 2025», mit der man das Angebot stärker auf Familien als Zielpublikum ausrichtete. Ein Schritt in diese Richtung war unter anderem die Eröffnung der Zollibolli-Filiale im Jahr 2018 sowie die Erweiterung der Kinderabteilung im H&M im letzten Frühling. Aus der Disco, die zu wenig Anklang fand, wurde ein Indoorspielplatz.

2018 wurde die Zollibolli-Filiale eröffnet.

2018 wurde die Zollibolli-Filiale eröffnet.

Arthur Gamsa (21. Oktober 2020)

Das Konzept scheint zu funktionieren: «Wir konnten in den letzten Jahren trotz Konkurrenz durch Onlinehandel und Einkaufstourismus den Umsatz und die Kundenfrequenz halten», sagt Schäfer.

Jährlich besuchen 4,3 Millionen Kundinnen und Kunden das Einkaufszentrum im Westen der Stadt, der Umsatz beläuft sich auf 220 Millionen Franken. «Wir sind mit dieser Entwicklung sehr zufrieden. Die Kombination eines Stadions mit Geschäften, die auch in anderen Schweizer Städten erfolgreich ist, funktioniert auch in St.Gallen.»