In der Stadt St.Gallen gehören 13 Lehrpersonen zur Corona-Risikogruppe: «Die Schulleitung muss individuelle Lösungen finden»

Von rund 760 Lehrerinnen und Lehrern in der Stadt St.Gallen gehörten 13 zur Risikogruppe. Diese unterrichten derzeit noch nicht, weshalb die Schulleitungen Lösungen finden müssen.

Sandro Büchler
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Die Kinder besuchen die Schulen wieder. Doch die Lehrpersonen sind noch nicht alle zurück.

Die Kinder besuchen die Schulen wieder. Doch die Lehrpersonen sind noch nicht alle zurück.

Bild: Ralph Ribi

In den Primar- und Oberstufenschulhäusern der Stadt St.Gallen unterrichten zurzeit etwas mehr als 760 Lehrpersonen. «13 von ihnen sind Risikopersonen, die momentan zu Hause bleiben und arbeiten müssen», sagt Claudia Herold, Abteilungsleiterin Schulen bei der Dienststelle Schule und Musik. Von den städtischen Lehrkräften gehören somit lediglich 1,7 Prozent der Risikogruppe an. Nicht erfasst wird die Anzahl der Lehrpersonen, die mit einem Attest des Arztes arbeiten darf.

Die 13 Lehrerinnen und Lehrer der Stadt müssen sich also gedulden, bis sie wieder vor ihrer Klasse stehen, während ihre Berufskolleginnen und Berufskollegen wieder im Schulzimmer unterrichten. Seit dem 11. Mai erlaubt der Bundesrat den Präsenzunterricht an den obligatorischen Schulen wieder.

Die Lehrerkollegin muss einspringen

Herold sagt, es seien kreative Lösungen gefragt. Je nachdem, ob eine Klassenlehrerin ersetzt werden muss oder ein Lehrer mit einem Teilzeitpensum, sind unterschiedliche Strategien zu wählen. Etwa, das Pensum einer Lehrerkollegin aufzustocken oder eine externe Lehrperson beizuziehen. «Jede Schulleiterin, jeder Schulleiter sucht und findet individuelle Lösungen.»

Doch wieso dürfen die einen Lehrerinnen und Lehrer trotz Risikogruppe mit dem Segen eines Arztes unterrichten, während andere, wie Beatrice Wardoyo, ihre Schülerschar nicht in echt sehen dürfen?

Die Frage lasse sich nicht pauschal beantworten, sagt Alexander Kummer, Leiter des kantonalen Amts für Volksschule. «Dies hängt sehr von der Art der Vorerkrankung ab. Hat eine Person beispielsweise nur einen erhöhten Blutdruck, ist ansonsten aber gesund, besteht ein geringeres Risiko.» Bei einem Lehrer mit einer Krebs- oder Immunerkrankung sei dies anders zu beurteilen. «Dies kann ein behandelnder Arzt entsprechend feststellen.»

Schutz gefährdeter Personen hat Vorrang

Kummer sagt aber auch klar, dass der Arbeitgeber, also die Schulbehörde, die Fürsorgepflicht habe. «Der Schutz der besonders gefährdeten Personen hat Vorrang.» Der Schulträger sei dafür verantwortlich, dass die Bundesvorgaben eingehalten werden.

Unter Umständen sei es beispielsweise für eine Heilpädagogin in der Risikogruppe möglich, in einem separaten Zimmer mit getrenntem Eingang mit drei oder vier Kindern zu arbeiten, solange sie nicht ins Lehrerzimmer ginge oder an Teamsitzungen teilnehme und die weiteren Schutzmassnahmen einhalte. Lehrpersonen der Risikogruppe, die keinen Präsenzunterricht leisten, könnten zudem die Schulleitung und andere Lehrerkollegen aus dem Homeoffice unterstützen.