Postulatsbericht
«In der Stadt St.Gallen gibt es ausreichend günstigen Wohnraum»: Das antwortet der Stadtrat auf ein Postulat der SP - mehr als sechs Jahre nachdem es eingereicht wurde

Die Wohnraumstrategie und die Liegenschaftenstrategie, die gerade in Arbeit ist, bilden die Grundlage für den Postulatsbericht, der lange aus sich warten liess.

Daniel Wirth
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Nicht nur im Lachenquartier gibt es gemäss Stadtrat günstigen Wohnraum. Im gesamtschweizerischen Vergleich gibt es in St.Gallen zudem einen hohen Bestand an leeren Wohnungen.

Nicht nur im Lachenquartier gibt es gemäss Stadtrat günstigen Wohnraum. Im gesamtschweizerischen Vergleich gibt es in St.Gallen zudem einen hohen Bestand an leeren Wohnungen.

Ralph Ribi

Eingereicht wurde der Vorstoss «Günstigen Wohnraum erhalten und neu schaffen!» im Herbst 2015 von Beatrice Truniger Blaser und Martin Boesch (beide SP). Der Stadtrat erarbeitete in der Zwischenzeit eine Wohnraumstrategie und ist daran, eine Liegenschaftenstrategie zu erarbeiten. Die Erkenntnisse daraus sind die Grundlage für den Postulatsbericht.

Tiefes Mietpreisniveau

Im Ergebnis kommt der Stadtrat zum Schluss, dass in der Stadt ausreichend günstiger Wohnraum zur Verfügung stehe. Ein Vergleich mit anderen Schweizer Städten und Ostschweizer Gemeinden zeige, dass das Mietpreisniveau in St.Gallen tief sei. Die Mietpreise von städtischen Wohnobjekten lägen zudem tiefer als bei Fremdliegenschaften.

Der Baubestand der Wohnungen in der Stadt im Generellen und bei den stadteigenen Liegenschaften im Speziellen sei in die Jahre gekommen. Er ei überaltert und sanierungsbedürftig. Dies zeige auch der hohe Leerwohnungsbestand, argumentiert der Stadtrat. Das städtische Immobilienportfolio solle aus diesen Gründen Schritt für Schritt saniert und erneuert werden. Es gelte, die Ziele aus der Wohnraumstrategie zu berücksichtigen und die städtische Wohnbauentwicklung umzusetzen.

Es braucht auch andere Formen

So werde der Stadtrat bei der Erneuerung von städtischen Wohnliegenschaften in Anlehnung an die Liegenschaftenstrategie darauf achten, ob die Stadt eigenes Bauland zu günstigen Bedingungen an Genossenschaften und Stiftungen zur Sicherung von günstigem Wohnraum abgibt oder ob sie zu demselben Zweck eigens Bauherrin wird.

Allerdings – und dies zeigten die vorliegende Auseinandersetzung und die Wohnraumstrategie auf – müsse der Fokus in Zukunft nicht nur auf den Bereich des günstigen Wohnraums gelegt werden, sondern vielmehr auch auf andere Wohnsegmente. Insbesondere soll attraktiver, innovativer Wohnraum für Familien, für junge Personen in Ausbildung, für Personen mit individualisiertem Lebensstil und für steuerkräftige Leute entstehen.

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