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In der Falkenburg schlafen bald die ersten Hotelgäste

Nachdem ein Küchenbrand in der Falkenburg den Räumen schwer zugesetzt hatte, beschloss die Ortsbürgergemeinde den Umbau in ein Minihotel. Schon Ende Monat übernachten dort die ersten Gäste.
Seraina Hess
Rustikal, ganz in weiss oder floral, mit minimalistisch gehaltenem Mobiliar und dezenter Dekoration. (Bild: Urs Bucher)

Rustikal, ganz in weiss oder floral, mit minimalistisch gehaltenem Mobiliar und dezenter Dekoration. (Bild: Urs Bucher)

Von den pechschwarz gefärbten Wänden ist heute nichts mehr übrig. Mehr als zwei Jahre sind inzwischen vergangen, seit die Falkenburg Feuer gefangen hat. Zwar konnte der Brand, der in der Küche im Erdgeschoss ausgebrochen war, rasch gelöscht werden; dennoch wurde das um 1497 erbaute Gebäude im Inneren erheblich beschädigt, besonders durch die starke Rauchentwicklung. 380000 Franken Schaden entstand am bekannten Strick- und Riegelbau, der sich am Bernegghang über der Stadt erhebt.

Die Rückbauarbeiten im historischen Gebäude erfolgten in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege schrittweise, um das Alter und die Bedeutsamkeit der jeweiligen Schichten zu bestimmen. Dabei wurde der Grossteil der Räume bis auf die tragende Konstruktion zurückgebaut; lediglich in der gotischen Stube sind die alten Wandverkleidungen erhalten geblieben. Heute mutet der Raum, bestückt mit Bett, Schrank und anderem Hotelmobiliar, einem Chalet an, wie ein Einblick anlässlich der Medienorientierung zeigt.

Aus den Wirten werden neu auch Hoteliers

Mit der Nutzung der Falkenburg war die Inhaberin, die Ortsbürgergemeinde St. Gallen, schon lange vor dem Brand unzufrieden. Im Gebäude gab es ab und zu Weindegustationen oder Sitzungen, die oberen Stockwerke blieben ungenutzt. Zeitgleich zum Rückbau hat der Bürgerrat mit dem Architekturbüro Forrer und Stieger und den Pächtern des angrenzenden Restaurants Falkenburg Varianten geprüft, was sich mit dem Gebäude anstellen liesse. Er entschloss sich schliesslich gegen Wohnungen, Personalräume oder eine Ergänzung zum Restaurant, stattdessen für ein Minihotel mit Seminarraum.

Damit machte der Bürgerrat die langjährigen Restaurantpächter Patrick und Sanja Wetzold zu neuen Hoteliers. Sie werden den Betrieb parallel zum Restaurant führen. Das Hotel umfasst vier Zimmer mit insgesamt sieben Betten, die in unterschiedlicher Aufmachung daherkommen: rustikal, ganz in weiss oder floral, allesamt mit minimalistisch gehaltenem Mobiliar und dezenter Dekoration.

(Bilder: Urs Bucher)(Bilder: Urs Bucher)
(Bilder: Urs Bucher)(Bilder: Urs Bucher)
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(Bilder: Urs Bucher)(Bilder: Urs Bucher)
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So sieht das neue Minihotel in der Falkenburg aus

Die Pächter haben für das Minihotel ein System ausgewählt, das eine Rezeption ersetzten soll: Wer online bucht, sei es über die bestehende Restaurant-Webseite oder über eine Booking-Plattform, bekommt einen Code zugeschickt, der an der Tür des Hotels eingetippt wird und so Zugang gewährt. «Weil noch nicht alle in der Welt des Internets angekommen sind, werden natürlich auch telefonische Reservationen angenommen», sagt Patrick Wetzold. Ergänzt wird das Minihotel durch einen Seminarraum für bis zu zwölf Personen und ein Bistro, in dem die Hotelgäste frühstücken werden.

Minihotel kostete insgesamt 1,3 Millionen Franken

Die Arbeiten in der Falkenburg dauerten ein halbes Jahr und kamen termingerecht zum Abschluss. Die Planung gestaltete sich allerdings alles andere als einfach, zumal die Räume in eine bestehende Struktur eingebaut werden mussten. So waren etwa mehrere statische Massnahmen nötig. Auch die Schalldämmung galt es zu gewährleisten, wie Architekt Jürg Stieger erklärt. Die einstige schmale, geschlossene Treppe ist einem hellen, offenen Treppenhaus gewichen. Die Ortsbürgergemeinde investierte total 1,3 Millionen Franken in Sanierung und in Möblierung – davon sind 450000 Franken durch Versicherungen gedeckt. Die Denkmalpflege hat dem Bürgerrat ausserdem einen Beitrag von rund 52000 Franken in Aussicht gestellt.

Anfang August schon ausgebucht

Von Zahlen spricht indes auch das Pächterpaar – und zwar von schwarzen. Patrick Wetzold ist optimistisch, was das neue Konzept angeht, «trotz kritischer Stimmen in Bezug auf die tiefe Zimmerzahl», wie er sagt. Eine Übernachtung hat denn auch ihren Preis: 220 Franken kostet ein Doppelzimmer inklusive Touristentaxe, Parkplatz, Frühstück und WLAN. Obschon das Angebot erst kommende Woche online geht, gebe es bereits erste Buchungen für Ende Mai – Anfang August sei das Minihotel gar ausgebucht.

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