Vom «Gault-Millau» geadelt: Roman Rutishauser gehört neu zum illustren Kreis der besten Schweizer Winzer

Laut Einschätzung der Gault-Millau-Jury gehört der Thaler Roman Rutishauser neu zu den 150 besten Schweizer Winzern. Verdient hat sich das Weingut am Steinig Tisch diesen Erfolg mit der kompromisslos auf Qualität ausgerichteten Arbeit am Weinberg und im Keller.

Rudolf Hirtl
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Erneute Auszeichnung für den «Rookie of the Year»: Roman Rutishauser gehört neu zu den 150 besten Winzern der Schweiz.

Erneute Auszeichnung für den «Rookie of the Year»: Roman Rutishauser gehört neu zu den 150 besten Winzern der Schweiz.

Bild: Rudolf Hirtl

Roman Rutishauser hält das Glas gegen das Licht. Der erst wenige Wochen alte Pinot Noir leuchtet rot und zeigt bereits in seiner Jugend eine erstaunliche Weichheit und Opulenz. Das hängt damit zusammen, dass der Thaler Winzer die Trauben mit optimaler Reife geerntet hat, um bei der Vergärung ein Maximum an Frucht und reifem Tannin zu erreichen.

Manche Weine kann man gleich nach der Abfüllung geniessen, der Pinot Noir entwickelt seinen optimalen Geschmack zwischen zwei und acht Jahren. Der genaue Zeitpunkt ist dabei nicht vorhersehbar. Am besten man legt sich einen Vorrat an. So kann alle zwei Jahre eine Flasche kredenzt werden und zum Zeitpunkt, wo er besonders mundet, sind sicher ein paar Flaschen vorrätig.

Steiler Aufstieg dank kompromissloser Arbeit

Nicht vorhersehbar war auch die Entwicklung, die das Weingut am Steinigen Tisch innert kurzer Zeit machte. Vor fünf Jahren ist Winzer Christoph Rutishauser ins zweite Glied zurückgetreten und Sohn Roman hat den elterlichen Betrieb übernommen. Der Jungwinzer bekräftigte damals, nicht nur den in 35 Jahren erarbeiteten hohen Standard des Betriebes beibehalten zu wollen, sondern auch künftig bei der Arbeit am Weinberg und im Keller keine Kompromisse einzugehen, damit sich diese Einzigartigkeit in der Qualität der Weine widerspiegle.

Es waren keine leeren Worte, wie sich herausstellte. Bereits im vergangenen Jahr schrieb die Gault-Millau-Jury «Die Weine des Thaler Winzers Roman Rutishauser verblüffen mit ihrer Qualität» und kürten ihn zum «Rookie of the Year 2019».

Im am Montag erschienenen Gastroführer wird er nun auch noch bei den besten 150 Schweizer Winzern gelistet. Was es dazu braucht, zeigt etwa der Umstand, dass es hierzulande laut der letzten Erhebung zirka 7000 hauptberufliche Weinbauern (Traubenproduzenten) gibt, von denen rund 2500 selbst keltern. «Der Schweizer Wein ist extrem auf dem Vormarsch. Wir haben grossartige Weine, die sich nicht verstecken müssen. Unsere Süssweine gar zählen zur Weltklasse», so die Fachjury.

Weinliebhaber werden aufmerksam

Weil die Fachleute um Jury-Präsident Geny Hess die Weine blind und ohne Vorankündigung degustieren, wusste der 36-jährige Thaler nichts davon, dass er in diesen erlauchten Kreis aufgenommen wird. Umso grösser waren Freude und Überraschung, als vor vierzehn Tagen per Post ein Paket eintraf und beim Auspacken die Urkunde zum Vorschein kam.

«Es ist eine äusserst wichtige Anerkennung in der Weinwelt», sagt Rutishauser. Er räumt ein, dass sich bereits die Auszeichnung «Rookie of the Year 2019» positiv auf das Weingut ausgewirkt habe. So habe er neue Kundschaft aus dem Gastrobereich gewonnen und für eine Degustation im Betrieb kämen mittlerweile Weinliebhaber aus der ganzen Schweiz.

Unterschiede der Rebjahre ins Glas bringen

«Die Anerkennung durch Weinexperten und viele positive Reaktionen sind ein grosser Ansporn für uns, weiterhin auf ehrliche Weine zu setzen», sagt Rutishauser und betont, dass seine Weine bei der Kelterung nicht beschönigt werden. Die charakterlichen Unterschiede eines Rebjahres müssten im Glas zu riechen sein, und dies ohne chemisches Zutun.

Nicht nur die Trauben am Stock, auch die Verarbeitung im Keller ist entscheidend für die Qualität eines Weines.

Nicht nur die Trauben am Stock, auch die Verarbeitung im Keller ist entscheidend für die Qualität eines Weines.

Bild: Rudolf Hirtl

Zuhause warten, dass Kundschaft kommt, dies reiche aber schon lange nicht mehr aus, schon gar nicht zu Coronazeiten. «Man muss sich bei Messen zeigen, wenn denn welche stattfinden, und vor allem auch online mit seinem Angebot präsent sein.» Und dass er auch hier auf dem richtigen Weg ist, zeigt ein Blick auf die Homepage. Da steht bei nicht wenigen Weinen bereits «Jahrgang ausverkauft, nur Reservation für 2020.»