In Büroräumen der Stadt Rorschach Feuer gelegt und Geld gestohlen: 16-Jähriger festgenommen

In der Nacht auf Mittwoch hat es in den Räumlichkeiten der Technischen Betriebe an der Promenadenstrasse in Rorschach gebrannt. Ein Jugendlicher wird beschuldigt, das Feuer gelegt und Geld entwendet zu haben. Der Sachschaden beträgt mehrere 10'000 Franken.

Ines Biedenkapp/Rudolf Hirtl
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In der Nacht auf Mittwoch wurde in den technischen Betrieben ein Brand gelegt. Dabei entstand vor allem Russschaden. (Bild: Kapo SG)

In der Nacht auf Mittwoch wurde in den technischen Betrieben ein Brand gelegt. Dabei entstand vor allem Russschaden. (Bild: Kapo SG)

An der Tür der Technischen Betriebe hängt ein Schild: Betrieb vorübergehend geschlossen. In der Nacht auf Mittwoch hat es in den Räumlichkeiten an der Promenadenstrasse gebrannt. Ein 16-jähriger Jugendlicher wird beschuldigt, das Feuer gelegt zu haben. Gemäss Mitteilung der Kantonspolizei St. Gallen wurde Brandbeschleuniger vorgefunden, weshalb sie von Brandstiftung ausgeht.

Von Aussen ist wenig zu erkennen. Einzig einige Vorhänge im Erdgeschoss wirken mitgenommen und es liegt Brandgeruch in der Luft. Im Inneren des Gebäudes hat der kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei St. Gallen seine Arbeit aufgenommen.

Verletzt wurde niemand

Die Brandmeldung sei kurz vor 1 Uhr eingegangen und durch eine Meldeanlage ausgelöst worden, sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei. Das Feuer konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden. Verletzt wurde laut Kantonspolizei niemand.   

Im Zuge der Ermittlungen fiel der Verdacht auf einen 16-jährigen Jugendlichen: Er wird beschuldigt, den Brand absichtlich gelegt und Geld aus den Büroräumlichkeiten entwendet zu haben. Im frühen Morgen wurde er festgenommen. Die Jugendanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eröffnet. «Derzeit laufen erste Befragungen», sagt Florian Schneider. Genauere Angaben zum Motiv könne er noch nicht machen. «Das sind wir derzeit am Abklären», sagt er.  

Es entstand hoher Sachschaden. (Bild: Kapo SG)

Es entstand hoher Sachschaden. (Bild: Kapo SG)

Allerdings entstand in den Räumlichkeiten ein hoher Russschaden von mehreren 10000 Franken. Das genaue Ausmass würde sich noch zeigen. «Ein Russschaden zieht meist weitere Schäden nach sich», sagt Schneider. «Computer und Monitore vertragen Russ oder Hitze nämlich überhaupt nicht.» In einer Mitteilung des Stadtrats heisst es: «Die Büros der Technischen Betriebe werden in den nächsten Tagen nur in einem reduzierten Umfang zur Verfügung stehen.» Der Stadtrat bittet um Geduld. Man wolle versuchen, den Schalter ab Freitag wieder in Betrieb zu nehmen.

Möglichst rasch aufräumen und sanieren

Stadtpräsident Thomas Müller ist in erster Linie glücklich darüber, dass bei dem Feuer keine Personen zu Schaden kamen. «Ich habe mich in der Nacht noch gewundert, dass die Feuerwehr bei uns mit Blaulicht und Sirenen durchgefahren ist. Kurz nach 1.30 Uhr hat mich dann der Stadtschreiber angerufen und mich über den Vorfall informiert.» Es sei nun im Sitzungszimmer ein Notbüro eingerichtet worden. Weil aber einige Geräte nicht mehr zu gebrauchen sein, bitte er darum, beispielsweise die Parkkarten online zu kaufen, weil derzeit keine Karten ausgedruckt werden könnten. Der Stadtpräsident sagt:

«Die Räume stinken teilweise extrem nach Rauch. Ich hoffe, dass die Versicherung den Fall nun möglichst rasch untersucht und abschliesst, damit wir zügig mit den Sanierungsarbeiten Beginnen können.»

Dankbar sei er den Mitarbeitern der Technischen Betriebe. Diese hätten alles stehen und liegen lassen und sofort mitangepackt. Über die Motivation des jugendlichen Täters will er sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht äussern. Dessen Beweggründe seien so oder so nur schwer nachvollziehbar.

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Rudolf Hirtl