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Eine Gossauerin wandelt in Birkenbihls Fussstapfen

Die Gossauerin Karin Holenstein hat sich den Lernmethoden von Vera F. Birkenbihl verschrieben. Obwohl nie ein Buch geplant war, erschien kürzlich ihr zweites Werk über gehirngerechtes Lernen.
Sebastian Schneider
Karin Holensteins neustes Buch ist im September erschienen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Karin Holensteins neustes Buch ist im September erschienen. (Bild: Hanspeter Schiess)

«Ich werde wohl nie wieder einen Menschen wie Vera F. Birkenbihl kennenlernen», sagt Karin Holenstein. So «besonders» wie auch «genial» sei die Motivationstrainerin aus dem Grossraum München gewesen. Birkenbihl wurde durch ihre Lernmethoden und Bücher im deutschsprachigen Raum berühmt. Pausenlos hat sie geforscht und die neusten Kenntnisse aus der Gehirnforschung in ihre Arbeiten einfliessen lassen.

Karin Holenstein und ihr Mann Stefan waren enge Begleiter Birkenbihls. An vierteljährlichen Treffen und während stundenlanger Telefongespräche hätten sie sich jeweils ausgetauscht. Die gewonnenen Erkenntnisse weiterzugeben, wurde dann auch zur Lebensaufgabe des Gossauer Paars. «Eine Herzensangelegenheit», wie Karin Holenstein sagt.

Ein Genie ohne Privatleben

Im vergangenen Jahr hat sie jede freie Minute dafür verwendet, das Wissen über die Funktionsweisen des Gehirns und die mit den Birkenbihl-Methoden gemachten Erfahrungen in einem Buch zusammenzufassen. Das rund 180-seitige Werk «Genial lernen und lehren mit Birkenbihl-Methoden» ist im September erschienen. Es ist das zweite Buch der 50-Jährigen.

«Obschon ein Buch nie mein Ziel war.»

Doch seit 2001, seit sie Vera F. Birkenbihl kennt, seien viele Fragen aufgetaucht und viele Antworten entstanden. «Will sich jemand vertieft mit der Thematik auseinandersetzen, findet er nun Erklärungen in diesem Standardwerk», sagt Holenstein, die zu 40 Prozent in Herisau als Primarlehrerin arbeitet. Das Fachbuch ist nicht nur für Lehrpersonen gedacht, sondern für alle, die «­gehirngerecht» lernen wollen.

Wenn Vera F. Birkenbihl bei den Holensteins jeweils angerufen hatte, musste das Paar zur Stelle sein und zwei bis drei Stunden für ein Gespräch Zeit einräumen. «Und danach gab sie uns Aufgaben», sagt Holenstein und schmunzelt. Birkenbihl habe ziemlich forsch sein können.

«Wenn wir aufgrund eines Besuchs nicht mit ihr sprechen konnten, wollte sie das nicht wirklich akzeptieren.»

Birkenbihl, die 2011 im Alter von 65 Jahren gestorben ist, hatte unter einer leichten Form von Autismus, unter dem Asperger-Syndrom, gelitten. Der Umgang mit ihr sei nicht immer leicht gewesen. Birkenbihl hatte keine Familie, ihre ganze Energie verwendete sie aufs Lernen und Lehren.

Zum Engagement gehört auch ehrenamtlich Arbeit dazu, Geld verdient das Paar unter anderem mit Seminaren und Schulungen. Beide arbeiten neben dem Geschäft namens «protalk», was eine wichtige Voraussetzung schafft: «Unser gemeinsames Geschäft steht nicht unter kommerziellem Druck.»

«Kein Schulkind ist dumm oder nicht lernfähig.» Mit diesem Grundsatz wendet Holenstein Birkenbihl-Methoden auch bei ihr in der Primarklasse an. Auch ihren drei Kindern bot sie an, ihnen die Ansätze zu vermitteln. «Jeder von ihnen hat dies etwas anders umgesetzt», sagt Holenstein. «Uns war vor allem wichtig, dass unseren Kindern die Freude am Lernen erhalten blieb.»

Die wichtigste Denkweise ist das Verknüpfen

Birkenbihls Methodik für das gehirngerechte Lernen fusst auf der Überlegung, dass die Lernweise der Funktionsweise des Gehirns entsprechen muss. So werden in Holensteins Buch auch zuerst die Neuromechanismen erklärt. Die Autorin hat sie auf deren 14 zusammengefasst. Die wichtigste Denkweise ist demnach das Verknüpfen, also das Assoziieren. Hinzu kommen weitere Mechanismen wie etwa vergleichen, bewegen und fragen.

Das Lernen der Sprachen spielte im Wirken von Birkenbihl eine zentrale Rolle. So behandelte Holensteins erstes Buch auch das Lehren und Lernen von Sprachen. Das Werk erschien 2013. «Vorerst ist es genug», sagt Holenstein. Doch im Zuge der Digitalisierung sei die richtige Lernweise enorm wichtig – für alle, ist Holenstein überzeugt. Vielleicht schreibe sie ja doch noch ein weiteres Buch. Einen möglichen Bereich sieht sie bereits: «Es könnte ein Ratgeber für Eltern geben.»

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