In Altenrhein hat ein Landwirt illegal Bauaushub deponiert – jetzt muss der Dreck wieder weg

Ein Landwirt in Altenrhein hat Bauaushub auf einer Fruchtfolgefläche verteilt. Der Gemeinderat von Thal verlangt nun einen Rückbau. Ausserdem droht dem Verursacher auch noch eine Busse.

Rudolf Hirtl
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Der ohne Bewilligung verteilte Aushub muss nun mühsam wieder von der Wiese in Altenrhein entfernt werden.

Der ohne Bewilligung verteilte Aushub muss nun mühsam wieder von der Wiese in Altenrhein entfernt werden.

Rudolf Hirtl

Der Altenrheiner Landwirt Josef Keel hat Mitte Januar ohne nötige Bewilligung nahe beim Rollfeld des Airports gegen 2000 Kubikmeter Bauaushub ausgebracht. Von Anrainern über das Treiben informiert, verhängte der Gemeinderat Thal einen sofortigen Baustopp. Da war das Erdsandgemisch allerdings schon grossflächig verteilt.

Keel, der als Verwaltungsrat der Ortsgemeinde Altenrhein für Naturschutz verantwortlich ist, erhielt in der Folge Gelegenheit zur Sache aus seiner Sicht Stellung zu beziehen. Seiner Meinung nach handelt es sich beim Aushub um ein hochwertiges Produkt, das vor allem aus Sand und etwas Erdreich bestehe. Ausserdem sei er ja Landwirt, hänge an seinem Boden und wolle diesem nicht schaden. Er zeigte sich daher auch aufgrund von Bodenproben, die er veranlasst hatte, überzeugt davon, dass das Ganze glimpflich ausgehen wird.

Keine Chance, den Aushub liegen zu lassen

Seine Argumente haben allerdings nicht nur beim Gemeinderat nicht gefruchtet, auch der Kanton hat sein Veto eingelegt. «Wir waren mit Herrn Keel und zwei Sachverständigen vom Amt für Umwelt vor Ort», sagt Thals Gemeinderatsschreiber Christoph Giger. «Er muss zurückbauen und hat keine Chance den Aushub liegen zu lassen, da es sich um eine Fruchtfolgefläche handelt.» Aus diesem Grund sei es dem Gemeinderat auch nicht möglich, nachträglich eine Baubewilligung auszustellen. Im Gegenteil, würde Josef Keel dies tun, müsste er sogar mit einer Strafanzeige wegen einer illegalen Deponie rechnen.

Er habe den Entscheid des Gemeinderates zur Kenntnis genommen und werde den Aushub zurückbauen, räumt Josef Keel ein. Mehr wolle er momentan dazu nicht sagen.

Laut Martin Anderegg vom Amt für Umwelt des Kantons St.Gallen ist die Qualität des Aushubs tatsächlich nicht schlecht, aber zu wenig gut für eine Fruchtfolgefläche. Es handle sich um sogenannten C-Horizont (Aushub), der als Ausgangsmaterial für die Bodenbildung die unterste von drei Schichten bilde. Bei der Fruchtfolgefläche handle es sich hingegen um den wertvollsten Boden, den die Schweiz habe, und dieser müsse erhalten bleiben. Diese im Fachjargon A-Horizont (Humus) genannte Bodenschicht weise eine Dicke von 15 bis 35 Zentimeter auf und wandle organisches Material zu Humus und neuen Nährstoffen für Pflanzen um.

Rückbau unter Aufsicht von Spezialisten

Martin Anderegg bestätigt die Information des Gemeinderatsschreibers, dass der Abtrag des Bauaushubes unter Aufsicht erfolgen wird. «Es wird eine bodenkundliche Baubegleitung durch Spezialisten geben.» Wichtig werde dabei auch der Zeitpunkt sein. Optimal sei dies etwa, wenn der Boden gefroren sei, weil dann am wenigsten Schaden angerichtet werde. Wie lange der Landwirt Zeit für den Rückbau erhält, hat der Gemeinderat zu bestimmen. «Wir sind noch in Abklärung mit den AfU, welche Frist hier sinnvoll wäre», sagt Christoph Giger. Ob der Gemeinderat Thal eine Strafanzeige einreichen wird, sei noch offen. Sollt dies der Fall ein, so wird neben den Kosten für den Rückbau auch eine Busse auf Keel zukommen.

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