In 15 Minuten vom See nach St.Gallen: Rorschacherberg will eine Veloschnellroute für E-Bikes

Dem Rorschacherberger Gemeinderat schwebt eine Veloschnellroute zur Seeregion vor. Die Gemeinde hat sich entsprechend für ein Projekt im vierten Aggloprogramm ausgesprochen. Die Verbindung würde die ganze Region stärken.

Jolanda Riedener
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Die Gemeinde will das Velonetz bis Rorschacherberg als Schnellroute ausbauen. Direkt vor dem Gemeindehaus gibt es heute einen gemeinsamen Bereich für Fussgänger und Velofahrerinnen.

Die Gemeinde will das Velonetz bis Rorschacherberg als Schnellroute ausbauen. Direkt vor dem Gemeindehaus gibt es heute einen gemeinsamen Bereich für Fussgänger und Velofahrerinnen.

Bild: Rudolf Hirl

Das Velo hat in Coronazeiten als Fortbewegungsmittel wieder an Beliebtheit gewonnen. Auch die Verkaufszahlen von E-Bikes zeichnen ein deutliches Bild. Dem Trend hinkt allerdings vielerorts die Infrastruktur hinterher. Der Rorschacherberger Gemeinderat will dem entgegenwirken.

Eine Veloschnellroute zwischen St.Gallen, Rorschacherberg und Buriet soll mehr Pendler dazu bewegen, mit dem Velo statt dem Auto in die Kantonshauptstadt zu fahren, so die Idee von SP-Gemeinderat Ronny Bleichenbacher.

In St.Gallen soll man mit dem Velo bis 2030 die Stadt auf einer Schnellroute durchqueren können. Daran will die Seeregion anknüpfen. Die Gemeinde Goldach habe dazu bereits Vorarbeit geleistet und prüfe Optionen, das Goldachtobel möglichst mühelos mit dem Velo zu überqueren. Der Gemeinderat Rorschacherberg nutzt diese Chance und hat sich in der Vernehmlassung zum vierten Agglomerationsprogramm entsprechend geäussert.

Die ganze Region am See stärken

«Die Idee, die Schnellroute via Rorschacherberg weiterzuführen, ist bei der Regio Appenzell-St. Gallen-Bodensee auf grosses Interesse gestossen», sagt Bleichenbacher, da dies die ganze Region stärken würde und man überregional profitieren könnte. Nun wartet man auf die Berichterstattung der Regio. Das vierte Agglomerationsprogramm St. Gallen-Bodensee soll zwischen 2024 und 2028 umgesetzt werden. Es umfasst rund 50 Massnahmen und ein Volumen von 86 Millionen Franken.

Die Linienführung ist laut Bleichenbacher noch offen. Denkbar wäre sie beispielsweise entlang der Autobahn, um wenig Höhenmeter bewältigen zu müssen. Ein direkter Übergang über das Goldachtobel spart viel Energie und Zeit.

Ronny Bleichenbacher, Gemeinderat Rorschacherberg.

Ronny Bleichenbacher, Gemeinderat Rorschacherberg.

Bild: PD

Allenfalls könnte eine Veloschnellroute mit der Realisierung zum geplanten Autobahnanschluss erfolgen. Wenn beide Projekte koordiniert geplant würden, gäbe es Synergien, von denen man profitieren könnte. Bleichenbacher sagt:

«So könnte die Strecke Rorschacherberg – St. Gallen mit dem E-Bike in 15 Minuten bewältigt werden – gleichschnell wie mit dem Auto.»
Beat Hirs, Gemeindepräsident Rorschacherberg.

Beat Hirs, Gemeindepräsident Rorschacherberg.

Bild: Benjamin Manser

Die Idee, für den überregionalen Veloverkehr eine eigene Schnellroute anzudenken, fand im Rorschacherberg Gemeinderat ein positives Echo. Gemeindepräsident Beat Hirs spricht von einem grossen Potenzial, das die Velostrecke habe. Hirs sagt:

«Die Bedeutung der E-Bikes wird noch weiter zunehmen.»

Gleichzeitig taugen die heutigen Velowege zum Teil nicht für schnelle Elektrovelos. Und: Wer in die Stadt pendelt, findet immer seltener Parkplätze. Rorschacherberg sei wegen seiner Topografie geradezu prädestiniert für E-Bikes.

Gemeinderat Rorschacherberg informiert über laufende Projekte

Nach der Absage der Bürgerversammlung im Frühjahr hat der Rorschacherberger Gemeinderat die Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die Räte nutzten die Gelegenheit, um über laufende Projekte aus ihren Ressorts zu berichten, etwa zur Entwicklung der Schülerzahlen, die laut Schulpräsident Markus Fässler erfreulich steige.

Gemeinderat Dieter Graf (SP) präsentierte ein neues Angebot: So könnten einzelne Solarpanels von Fotovoltaikanlagen auf den Dächern des Schulhauses Wildenstein und des Kindergartens Klosterguet für einmalig 300 Franken gekauft werden. Während 20 Jahren werden dem Besitzer dafür 100 kWh auf der Stromrechnung gutgeschrieben. Das Angebot richte sich an Bürger, die keine Fotovoltaikanlage besitzen und den lokal produzierten Solarstrom nutzen wollen. (jor)

Das Projekt sei noch in einem frühen Stadium und es gelte allenfalls mit den Nachbargemeinden gemeinsam zu planen, sagt Hirs. Als Vision sieht Ronny Bleichenbacher die Veloschnellroute nicht. Er sagt:

«Wenn wir das jetzt angehen, bin ich zuversichtlich, dass die Route bis zu meiner Pensionierung steht.»
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