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251 leere Wohnungen in Gossau: Vor allem Altbauten bleiben unbewohnt

251 Wohnungen in Gossau sind gemäss neusten Zahlen leer. Ein Problem ist das für den Stadtpräsidenten nicht.
Perrine Woodtli
Die Überbauung Neuring an der Ringstrasse in Gossau befindet sich in der Nähe des Bahnhofs. (Bild: Michaela Rohrer (7. März 2016))

Die Überbauung Neuring an der Ringstrasse in Gossau befindet sich in der Nähe des Bahnhofs. (Bild: Michaela Rohrer (7. März 2016))

8750 Wohnungen gibt es in der Stadt Gossau. 251 davon stehen leer. Das zeigen die neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik, das jährlich den Leerwohnungsbestand in der Schweiz erhebt. Stichtag ist der 1. Juni 2019. Gossau weist eine Leerwohnungsziffer von 2,87 Prozent auf. Darunter versteht man den prozentualen Anteil der leer stehenden Wohnungen am Gesamtwohnungsbestand. 2018 und 2017 standen mit 218 und 212 etwa gleich viele Wohnungen leer, während es 2016 noch 122 waren (1,57 Prozent).

Unter den Gemeinden rund um die Stadt St.Gallen gehört Gossau wie in den vergangenen Jahren zu jenen Gemeinden mit dem grössten Leerwohnungsbestand. Nur Muolen hat eine höhere Leerwohnungsziffer – dabei handelt es sich jedoch um einen statistischen Ausreisser (siehe Zweittext).

350 neue Wohnungen in vier Jahren

Bei den 251 leeren Wohnungen in Gossau handelt es sich fast ausschliesslich um Mietwohnungen. Vor allem Altbauten stehen leer; nur 42 der unbewohnten Wohnungen sind Neubauten. Das ist auch in anderen Gemeinden zu beobachten. Darüber, warum in Gossau jede 35. Wohnung leer ist, kann Martin Looser nur mutmassen. Er ist Präsident des Hauseigentümerverbands (HEV) Region Gossau. «In Gossau wurde baulich in den letzten Jahren viel investiert», sagt Looser.

Er spricht die Überbauung Neuring an der Ringstrasse und den Happy-Park an, die sich beide im eher oberen Preissegment befinden. Die Überbauungen hätten sicher einen Einfluss auf die Statistik.

Dieser Meinung ist auch Stadtpräsident Wolfgang Giella. In den letzten vier Jahren seien in Gossau 350 neue Wohnungen gebaut worden. Das von den 251 freien Wohnungen nur 42 Neubauten sind, heisst für ihn, dass der Markt den grössten Teil der Neubauwohnungen gut aufgenommen habe. «Die Überbauungen Ringstrasse und Happy-Park zeigen, dass es Zeit braucht, diese Wohnungen zu vermieten, dass es aber auch den Markt hierfür gibt.»

Auch künftig nicht weniger leere Wohnungen

Der aktuelle Leerwohnungsbestand ist laut Giella kein Problem. «Handlungsbedarf besteht erst, wenn die Leerwohnungsziffer unter 1,5 Prozent fällt oder über 3,5 Prozent steigt.» Auch Martin Looser vom HEV findet den Leerwohnungsbestand nicht problematisch. «Man befindet sich noch in einem tiefen Bereich.» Möglicherweise aber sei das Angebot grösser als die Nachfrage.

Gossau sei zwar attraktiv, sagt Looser. So sei man etwa gut mit dem ÖV erschlossen und liege nahe an der Autobahn. «Vielleicht sind andere Gemeinden aber attraktiver, etwa Mörschwil wegen des Steuerfusses.» Es liege an der Stadt, attraktive Bedingungen für Mieter zu schaffen.

«Ein wichtiger Punkt ist sicher der Verkehr. Durch Gossau zu fahren ist nicht lustig.»

Der Stadtrat ist laut Wolfgang Giella optimistisch, dass der Markt die freien Wohnungen aufnimmt – «wenn diese den heutigen Standards und Bedürfnissen entsprechen». In Gossau und Arnegg würden nach wie vor viele Mietwohnungen gebaut. Somit könne es auch künftig zu eher höheren Leerwohnungsziffern kommen.

Wenn die Statistik täuscht

Beim Blick in die neuen Zahlen überrascht Muolen: Die Gemeinde weist mit 3,14 Prozent die höchste Leerwohnungsziffer in der Region auf. 2018 waren es 0,2 Prozent. Die Erklärung für diesen Anstieg ist schnell gefunden. 2018 stand im 1200-Seelen-Dorf eine Wohnung leer, nun sind es gemäss Statistik 16. Grund ist die neue Überbauung Rössliplatz mit 23 Wohnungen. Die ersten wurden im März bezogen. Als die Zahlen für die Statistik Mitte Mai erfasst wurden, waren viele Wohnungen noch nicht vermietet.

Inzwischen sind nur noch sechs Wohnungen frei und die Ziffer dürfte wieder deutlich tiefer liegen. «Wenn in einer kleinen Gemeinde Neubauten entstehen, macht das in einer Statistik schnell viel aus», sagt Thomas Eigenmann, Geschäftsführer der HEV Verwaltungs AG in St.Gallen. Das müsse man auch in anderen Gemeinden beachten.

Nebst Gossau weist wie in den letzten Jahren auch Wittenbach mit 2,56 Prozent eine der höchsten Leerwohnungsziffern in der Region auf. 117 Wohnungen, davon 115 ältere, stehen dort leer. 2018 waren es 123. Gemeindepräsident Oliver Gröble begründet die leeren Altbauwohnungen damit, dass die Bewohner innerhalb von Wittenbach von einer eher älteren Wohnung in eine neue umziehen würden. Der Leerwohnungsbestand entspreche einem normalen Zyklus und sei eine Frage von Angebot und Nachfrage, sagt Gröble. In den letzten zehn Jahren sei der Leerwohnungsbestand in Wittenbach zudem ähnlich hoch geblieben. Auch wenn in der Gemeinde über 100 Wohnungen leer stehen: Gebaut wird trotzdem. Derzeit entstehen im neuen Zentrum 59 Wohnungen. (woo)

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