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Immo Messe St.Gallen: Vier Wände auf zwei Rädern – hereinspaziert ins Minihaus!

Kleiner, mobiler und umweltschonender Wohnen: Damit möchten verschiedene Anbieter einen Gegentrend zu immer grösseren Wohnhäusern setzen. An der Immo Messe öffnen die Minihäuser die Türen.
Sandro Büchler
Sandro und Conny Huber vor einem baugleichen Haus, wie ihr Zuhause im Thurgau. Bild: Adriana Ortiz Cardozo. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Sandro und Conny Huber vor einem baugleichen Haus, wie ihr Zuhause im Thurgau. Bild: Adriana Ortiz Cardozo. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

«Chli Appenzell» haben Sandro und Conny Huber ihr Haus getauft, das im thurgauischen Affeltrangen steht. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Denn das Paar lebt in einem sogenannten «Tiny House», was übersetzt klitzekleines oder winziges Haus bedeutet. Hubers zelebrieren die Reduktion aufs Wesentliche. Ihr Haus steht auf zwei Rädern und ist damit mobil. «Wir können morgen unser Haus an den Bodensee verschieben», sagt Sandro Huber. Was es heisst, auf kleinstem Raum – rund 15 Quadratmetern – zu leben, zeigt er mit seiner Frau dieses Wochenende an der Immo Messe.

«Wir haben alles, wir vermissen nix», sagt Conny Huber. Die Selbstbeschränkung fühle sich gut an, sagen die beiden unisono. Sie hätten dadurch weniger Ballast. Man beginne anders zu denken und lebe bewusster. Sandro Huber hat seine Ansprüche auch in anderen Bereichen heruntergeschraubt. «Ich habe mich gefragt, wie viele Paar Schuhe ich wirklich brauche.»

«Das kleinere Haus hat die Beziehung verbessert»

Die engen Platzverhältnisse seien aber auch eine Herausforderung. Man müsse mehr Rücksicht aufeinandernehmen. «Mit dem kleineren Haus hat sich unsere Beziehung verbessert», sagt Sandro Huber. Seine Partnerin nickt zustimmend.

Sie leben nicht nur zusammen im Minihaus, das ein wenig aus einer Fabelwelt entsprungen zu sein scheint. Er vertreibt das Wohneigentum auf zwei Rädern auch in der Schweiz. Das mobile Wohnen zusammen mit anderen Gleichgesinnten hat einen Namen: «Tiny Houses Village». Die ursprünglich aus den USA stammende Bewegung erfreut sich inzwischen auch in Europa einer immer grösseren Beliebtheit.

Sandro und Conny Huber sagen, dass sie genug gehabt hätten von viel zu grossen, teuren Immobilien. Sie wollten hin zu einem kleineren und doch feinen Wohnraum – mit weniger Umschwung. «Das Haus mit Garten und Rasenmähen ist für uns passé», sagt Sandro Huber. Sie verbrauchen auch weniger Energie. «Die Ausgaben sind auf ein Minimum geschrumpft.» Allgemein seien die Kosten für das winzige Heim überschaubar. «Das ermöglicht auch jungen Leuten das Wohnen im eigenen Haus», sagt Sandro Huber.

Dem pflichtet Patric Vincenz. Auch er stellt mit seiner Firma Invias AG in Maienfeld kleine Wohnhäuser aus Holz her – allerdings ohne Räder. Beliebt sei das sogenannte Generationenhaus, eine Art Dependance. «Oft überlassen Eltern ihr Einfamilienhaus ihren Kindern, stellen sich aber eine zweite ‹Wohneinheit› in den Garten und leben fortan darin», sagt Vincenz. Doch nicht nur zum Wohnen lasse sich der temporäre Raum nutzen. «Aus den Modulen können auch Büros oder Kleintierpraxen werden.»

Für städtische Verdichtung kein Thema

Das mobile und kompakte Wohnen entspreche «der individuellen Vorstellung vom eigenen kleinen Haus im Grünen», sei aber nur für einen kleinen Bevölkerungsteil relevant, sagt der St. Galler Stadtplaner Florian Kessler. «Die Minihäuser sind flächenintensiv im Vergleich zu einer dichten Bebauung in der Stadt.» Deshalb hätten sie für St. Gallen keine grosse Bedeutung. Die Bauweise sieht er im Zusammenhang mit dem Trend hin zum Minimalismus. Reduktion und Genügsamkeit laute das Ziel der Bewegung. «Denkbar wäre eine Tiny-Houses-Siedlung allenfalls als Zwischennutzung, analog dem Lattich auf dem Güterbahnhofareal», sagt Kessler.

Philipp Schöb, Geschäftsleiter der Schöb AG, vertreibt ebenfalls fixfertige Wohnelemente mit wenigen Quadratmetern. «Mit den Kleinsthäusern liessen sich brachliegende Industriehallen einfach aufstocken.» Ein solches Vorhaben hat Schöb bisher erst geplant, aber noch nicht realisiert. Gross sei die Nachfrage nach den Wohnelementen hingegen in Skigebieten. Er betont die kurze Bauzeit. «Ein Hotel mit 20 Zimmern bauen wir in drei Monaten fertig.»

Sonderschau «Glas am Bau»

Wohnen  160 Aussteller bieten an der Immo Messe Schweiz Informationen für alle, die ein Eigenheim erwerben, bauen oder modernisieren möchten. Glas, einer der ältesten von Menschen hergestellten Werkstoffe, ist heute aktueller denn je. Die Sonderschau «Glas am Bau» widmet sich den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten des Materials.

«Natürlich Schön Wohnen» zeigt, wie sich nachhaltiges Bauen mit modernem Stil und Komfort vereinen lässt. Die Kantonspolizei St. Gallen sowie spezialisierte Firmen beraten zum Thema «Einbruch und Sicherheit» und zeigen, wie Wohneigentümer einem Einbruch vorbeugen. Die Messe in der Olma-Halle 9 hat heute und morgen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

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