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Immer mehr Velofahrer sind auf den St.Galler Strassen unterwegs

Auf den Strassen in der Stadt St.Gallen sind 2018 erneut weniger Autos gezählt worden. Dafür treten immer mehr Velofahrer in die Pedale.
Daniel Wirth
Eine Frau fährt mit ihrem E-Bike über den Blumenbergplatz. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo - 7. Juni 2019)

Eine Frau fährt mit ihrem E-Bike über den Blumenbergplatz. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo - 7. Juni 2019)

Die Verkehrsbelastung auf den Gemeinde- und Kantonsstrassen in der Stadt St.Gallen ist im vergangenen Jahr insgesamt leicht zurückgegangen, wie das Tiefbauamt gestern mitteilte. Markante Ausschläge im Vergleich zum Vorjahr gibt es kaum, Ausnahmen bestätigen die Regel und sind in den meisten Fällen mit einem einzigen Wort erklärbar: Baustelle oder Strassensperrung. Für die Verkehrsplaner der Stadt, allen voran für Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr beim Tiefbauamt, sind langjährige Vergleiche ohnehin repräsentativer als der Vergleich von einem Jahr zum anderen.

Bei der Betrachtung der vier innerstädtischen Hauptverkehrsachsen fällt auf: Seit der Eröffnung der Stadtautobahn (SA 1) im Jahr 1987 hat der motorisierte Individualverkehr auf der Zürcher Strasse (+18 Prozent) und der Teufener Strasse (+27 Prozent) wieder zugenommen, auf der Rorschacher Strasse (-20 Prozent) und auf der Langgasse (-14 Prozent) hat er indessen weiter abgenommen. Noch markanter ist die Veränderung beim Vergleich zwischen 1986, dem Jahr vor der SA 1-Eröffnung, und der Gegenwart. Auf der Zürcher Strasse und der Rorschacher Strasse wurden 2018 gerade einmal die Hälfte der Autos gezählt als anno 1986.

Erstmals eine Stagnation im Rosenbergtunnel

Einigermassen überrascht ist Hasler ob der Tatsache, dass die jüngsten Verkehrsdaten der Stadtautobahn aus dem Jahr 2017 eine Stagnation zeigen. Seit der Eröffnung 1987 hat der Verkehr im Rosenbergtunnel kontinuierlich zugenommen. 2017 stagnierte der durchschnittliche Tagesverkehr (DTV) bei 80400 Fahrzeugen. Eine Erklärung dafür hat Hasler nicht, wie er sagt. Jedenfalls seien deswegen nicht mehr Autos auf den Strassen der Stadt gezählt worden.

Wäre dies der Fall gewesen, hätte es den Grundsätzen der städtischen Verkehrsplanung widersprochen. Denn einer davon, der im Richtplan festgeschrieben ist, lautet: Der mobilisierte Individualverkehr wird auf das übergeordnete Strassennetz kanalisiert und auch dorthin gelenkt; die Wohngebiete in den Quartieren mit untergeordnetem Strassennetze sind von quartierfremdem Verkehr freizuhalten. Die 2018er-Verkehrsdaten zeigen: Das ist grosso modo gelungen.

Weniger Verkehr auf der Rorschacher Strasse

Auf der wichtigen Ost-West-Verbindung Zürcher Strasse in Bruggen wurden 2018 täglich durchschnittlich 21300 Fahrzeuge gezählt; das waren 100 Fahrzeuge oder 0,47 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auf der Hauptverkehrsachse Rorschacher Strasse wurden 2018 im Neudorf am Tag durchschnittlich 13000 Fahrzeuge registriert; das waren 1000 oder 7,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Gegenteiliges auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung Langgasse im Heiligkreuz. Dort fuhren 2018 im Durchschnitt täglich 16600 Fahrzeuge an der Messstelle vorbei; das waren 200 Wagen oder 1,21 Prozent mehr als 2017. Auf der Teufener Strasse in der Liebegg wurden im vorigen Jahr am Tag im Durchschnitt 12800 Fahrzeuge gezählt; das waren 100 Fahrzeuge oder 0,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Ein Blick in die Quartiere: An der Zählstation an der Flurhofstrasse im Grossacker fuhren letztes Jahr am Tag im Mittel 1900 Fahrzeuge vorbei; das waren 300 oder 13,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. An der Peter-und-Paul-Strasse in Rotmonten waren es 2018 am Tag im Durchschnitt 3600 Fahrzeuge, die gezählt wurden; das waren exakt gleich viele wie 2017.

Jahrhundertsommer erfreute die Pedaleure

2011 hat die Stadt St.Gallen an der Museumstrasse beim Theater dieser automatische Zählstelle für Velos installiert. Damit auch beim Veloverkehr eine Entwicklung aufgezeigt werden kann, wurden kontinuierlich weitere Velozählstationen aufgestellt. Inzwischen hat es elf davon.

Bei fast allen wurden im vergangenen Jahr mehr Velofahrer gezählt als in den Jahren zuvor. Christian Hasler will dies nicht als einen Trend werten. «Ein Sommer ist kein Sommer», sagt Hasler und meint damit, dass 2018 ein aussergewöhnlicher Sommer mit einer langen Trockenperiode war – perfektes Velowetter also. Erhebungen in den nächsten Jahren werden gemäss Hasler zeigen, ob die Zunahme 2018 einzig mit dem schönen Wetter zu tun hatte.

Auf dem Kreuzbleicheweg beispielsweise wurden 2018 am Tag im Durchschnitt 600 Pedaleure gezählt; das waren 80 Velos oder 15,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auf der Vadianstrasse im Stadtzentrum fuhren 2018 am Tag im Mittel 920 Velofahrerinnen und Velofahrer an der Zählstation vorbei; das waren 120 Velos oder 15 Prozent mehr als 2017. Diese Zahlen sollen gemäss Hasler weiter steigen.

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