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Immer mehr Migranten-Familien beziehen in der Stadt St.Gallen Sozialhilfe

Die Zahl der Sozialhilfebezüger ist auch 2017 wieder gestiegen. Die Stadt St.Gallen verzeichnet mehr Fälle mit Kindern – vor allem bei Migranten. Bei jungen Eltern fällt die Integration in den Arbeitsmarkt schwer.
Luca Ghiselli
Junge Familien sind immer häufiger auf Unterstützung des Sozialamts angewiesen. (Bild: Benjamin Manser)

Junge Familien sind immer häufiger auf Unterstützung des Sozialamts angewiesen. (Bild: Benjamin Manser)

Die Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität in St.Gallen hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg in der Beratung von Migrantinnen verzeichnet. Besonders Frauen aus Eritrea nutzen das Angebot in grosser Zahl (Ausgabe vom Mittwoch). Das liegt einerseits daran, dass Migrantinnen kaum mit dem hiesigen System vertraut sind und andererseits daran, dass Ärzte, Spitäler und Ämter immer mehr von ihnen der Stelle zuweisen.

Zu den Ämtern, die Klientinnen an die Beratungsstelle vermitteln, gehören auch die Sozialen Dienste der Stadt St.Gallen. Dort verzeichnen die Verantwortlichen seit Jahren steigende Zahlen bei den Sozialhilfebezügerinnen und -bezügern. Zum Vergleich: Waren 2015 noch 4860 Personen bei der Sozialhilfe angemeldet, waren es 2017 schon 5261. Und das, obwohl die Anzahl Fälle im vergangenen Jahr sogar leicht rückläufig war.

Der Grund dafür: Die Fälle mit Kindern werden zahlreicher – und Familien werden als Einzelfälle in der Statistik erfasst. So ist die Anzahl Sozialfälle bei Ehepaaren mit Kindern im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent gestiegen, bei alleinerziehenden Müttern mit Kindern um rund zwei Prozent.

Je grösser der Haushalt, desto höher die Kosten

Ins Gewicht fallen dabei insbesondere geflüchtete Personen, zum Beispiel aus Eritrea oder Syrien. «Der Bund refinanziert diese Kosten während fünf bis sieben Jahren mit einer Pauschale», sagt Heinz Indermaur, Leiter der Sozialen Dienste der Stadt St,Gallen. Bei den Fällen mit Kindern sehe er eine deutliche Zunahme, besonders bei Personen aus Eritrea. «Diese Zunahme ist zwar ernst zu nehmen, aber nicht dramatisch.»

Ins Gewicht falle aber, dass die Sozialhilfeausgaben steigen, je grösser der Haushalt ist. So empfiehlt die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) für einen Ein-Personen-Haushalt 977 Franken Monatspauschale. Für eine fünfköpfige Familie sind es bereits 2364 Franken pro Monat.

Das wirkt sich auch auf den Mietzinsrichtwert aus. Während für eine Person 800 Franken veranschlagt werden, sind es bei fünf Personen und mehr 1400 Franken. «Die Personenanzahl im unterstützten Haushalt schlägt sich auf die Kosten nieder», sagt Indermaur. Dass vor allem alleinerziehende Mütter aufgrund ihrer Lebenssituation immer häufiger und überproportional auf Unterstützung angewiesen sind, sei aber nicht von demografischen Merkmalen wie der Ethnie abhängig. «Wir beobachten das durchs ganze Spektrum.»

Gerade bei Asylsuchenden sei es aber zentral, die Personen, die der Kanton der Stadt zuweist, so gut es geht in den Arbeitsmarkt zu integrieren. «Wir unternehmen das, was möglich ist», sagt Indermaur. Besonders bei jungen Müttern seien die Möglichkeiten aber nicht gerade üppig. «Die Sprachkenntnisse fehlen oft, und die familiäre Situation verhindert auch die Teilnahme an vielen Kursen.»

Spezialwissen hilft den Klientinnen

Ob jemand als junge Mutter bei der Sozialhilfe angemeldet wird, lasse aber keine Rückschlüsse auf die Dauer der Unterstützung zu, sagt Heinz Indermaur. «Aufgrund unserer statistischen Auswertungen lässt sich das so nicht segmentieren.» Wohl sei es aber so, dass gerade junge migrantische Mütter froh um Unterstützung seien – auch während der Schwangerschaft. «Sie sind oft dankbar, wenn sie in dieser neuen Lebenssituation Hilfe von Fachpersonen erhalten.»

Zu diesem Zweck überweisen die Sozialen Dienste auch immer wieder junge Mütter oder Schwangere an die Beratungsstelle für Familienplanung. «Sie verfügt über Spezialwissen, das unseren Klientinnen und Klienten sehr dient.»

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