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Immer mehr Einbrüche am helllichten Tag in der Stadt St.Gallen

Mit der früheren Dämmerung steigt die Zahl der Einbrüche: Dieser Mythos hält sich hartnäckig. Doch die Diebe haben eine neue Vorgehensweise entwickelt. Insgesamt geht die Zahl der Einbrüche aber zurück.
Christoph Renn
Viele Einbrecher steigen durch Fenster in die Wohnung ein. (Bild: Mareycke Frehner)

Viele Einbrecher steigen durch Fenster in die Wohnung ein. (Bild: Mareycke Frehner)

Gleich drei Mal sind Einbrecher am Wochenende in Wohnungen in der Stadt eingestiegen. Sie entwendeten jeweils Schmuck und Bargeld im Wert von mehreren Tausend Franken. Sie brachen in zwei Wohnungen eines Mehrfamilienhauses an der Waldaustrasse ein und in ein Einfamilienhaus an der Fähnernstrasse.

Ist das der Beginn der Einbruchssaison? «Nein», sagt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. «Es kommt während des ganzen Jahres zu Einbrüchen.» Die Zahl steige in den nächsten Wochen nur minim an. Insgesamt gebe es aber immer weniger Einbrüche. Waren es auf Stadtgebiet 2016 noch 334, ging die Zahl 2017 auf 260 zurück. «In diesem Jahr bewegen wir uns auf gleichem Niveau wie im vergangenen Jahr», sagt Krüsi.

Trotzdem hält sich die Annahme hartnäckig, dass die früher einsetzende Dämmerung mehr Einbrecher in die Stadt lockt. Doch dies stimmt laut Krüsi nicht. Denn die Diebe suchen nicht die Dunkelheit, sondern vielmehr die Anonymität der Stadt.

Dies zeigen auch die jüngsten Beispiele. Die Polizei geht davon aus, dass die Einbrüche am helllichten Tag verübt worden sind. «Die Vorgehensweise hat sich verändert», sagt Krüsi. Die «klassischen» Täter brechen in der Nacht vornehmlich in Firmengebäude ein. Seit einigen Jahren steigen spezialisierte Diebe verstärkt während des Tages in Wohnungen ein. «Sie konzentrieren sich auf Bargeld und Schmuck.»

Den Briefkasten regelmässig leeren

Hinter den Einbrüchen in den vergangenen Tagen vermutet Hanspeter Krüsi eine professionelle Gruppierung. «Es hat eine Massierung in der Region mit Rorschach, Staad, St. Gallen und in Richtung Arbon gegeben.» Auch erste Ergebnisse der Ermittlungen weisen in diese Richtung. Um die Täterschaft ausfindig machen zu können, sichert die Polizei den Tatort und sucht nach DNA-Spuren. Deshalb sei es wichtig, dass diese vor dem Eintreffen der Polizisten nicht vernichtet würden. «Um die Täter zu fassen, sind wir auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen.»

Die Einbrecher gehen immer nach dem gleichen Muster vor. «Sie stellen zuerst sicher, dass sich niemand in der Wohnung befindet», sagt Krüsi. Deshalb empfiehlt er einige Massnahmen, mit denen das Einbruchsrisiko vermindert werden kann. «Beobachtungen von verdächtigen Personen, die nicht ins Quartier gehören, sollten sofort der Polizei gemeldet werden», sagt er. Dies sei natürlich auf dem Land einfacher, wo man alle seine Nachbarn kenne.

Die auffälligen Personen könnten auch mit einem freundlichen «Kann ich ihnen helfen?» angesprochen werden. «Dies schreckt schon viele ab, denn das verunsichert die Diebe.» Zudem dürfe der Briefkasten nie voll sein. «Das zeigt den Einbrechern, dass niemand zu Hause ist.»

Sonst helfen gegen Tageseinbrecher laut Krüsi nur bauliche Massnahmen. Mit sicheren Schlössern und verstärkten Fenstern. «Und während des Tages müssen diese immer geschlossen sein, den oft steigen die Einbrecher durch die gekippten Fensterflügel ein.»

Mit Verkehrskontrollen gegen Einbrecher

Wieso die Zahl der Einbrüche zurückgegangen ist, kann Krüsi nicht sagen. Er geht davon aus, dass die präventiven Massnahmen ihre Wirkung zeigen. Zudem ist die Polizei auf Strassen sichtbarer. Dies bestätigt Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei. «Wir werten die Zahlen zu den Einbrüchen aus», sagt er. Zeige sich anhand der Auswertung eine Häufung in einem Quartier, verstärke die Polizei dort ihre Präsenz mit Patrouillen.

Aber den Einbrecher will die Polizei nicht nur mit stärkerer Präsenz das Handwerk legen. So führt die Stadtpolizei laut Widmer immer wieder Verkehrskontrollen durch, bei denen das Augenmerk auf den Dieben liege. So suche die Polizei beispielsweise nach Brecheisen oder anderen Einbruchswerkzeugen.

DNA-Spuren nicht vernichten

Die Kantonspolizei St.Gallen erklärt in einem Ratgeber, wie man sich nach einem Einbruch richtig verhält. Es gibt zwar auch Tricks und Tipps, dass es im besten Fall gar nicht so weit kommt. «Einen Einbruch kann man aber nie zu 100 Prozent verhindern», sagt Hanspeter Krüsi, Sprecher der St.Galler Kantonspolizei. Denn die Täter würden die Örtlichkeit des Einbruchs meist zufällig wählen. Die Diebe später ausfindig zu machen, sei jeweils sehr schwierig. Deshalb schreibt die Polizei im Ratgeber, dass mögliche Spuren am Tatort nicht angefasst werden dürfen. Denn anhand von Finger- und Schuhabdrücken oder allfälliger DNA sei es möglich, die Täterschaft zu identifizieren. «Lassen Sie alles genau so, wie Sie es vorgefunden haben und alarmieren Sie umgehend die Polizei», heisst es im Ratgeber. Wer einen Einbruch beobachtet, dürfe zudem nicht versuchen, die Einbrecher selbst in die Flucht zu schlagen. «So besteht die Möglichkeit, dass die Polizei die Täterschaft vor Ort überraschen und festnehmen kann», sagt Hanspeter Krüsi. (ren)

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