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Laufen, schwimmen, Velofahren: Das sind die Tipps der Rorschacher Profis

Am Sonntag geht in Rorschach die zweite Ausgabe des Tristar Triathlons über der Bühne. Redaktor Martin Rechsteiner mischt sich unter Fabian Cancellara und CO. Vorher hört er sich von Experten aus der Region noch nach Tipps um.
Martin Rechsteiner
Der Triathlon findet am Sonntag zum zweiten Mal in Rorschach statt und lockt mehrere hundert Sportler an. (Bild: PD)

Der Triathlon findet am Sonntag zum zweiten Mal in Rorschach statt und lockt mehrere hundert Sportler an. (Bild: PD)

Bald ist es soweit. Ich bin aufgeregt auf den Sonntag. Nein, nicht wegen des Finalspiels der Fussball-WM. Ich habe mich angemeldet für den 55.5 Tristar-­Triathlon, der am Sonntag in und um Rorschach stattfindet. Schwimmen, Velofahren, Laufen – ich tu es weniger aus sportlichen Ambitionen und mehr zu Reportagezwecken. Und aus etwas Neugier. Aber ich muss gestehen: «Aufgeregt» ist vielleicht das falsche Wort. «Flaues Gefühl in der Magengrube» trifft es eher.

Denn um meine Vorbereitung steht es schlecht, die Anmeldung geschah spontan vor etwa zwei Wochen. An einem Triathlon war ich noch nie. Joggen und Schwimmen? Meine Trainings kann ich dieses Jahr an einer Hand abzählen. Und ich bin noch nicht einmal wirklich auf einem Velo gesessen – auf einem Renner in meinem ganzen Leben noch nie. Derzeit pendeln meine Gefühle und Gedanken zwischen «Was hast du dir dabei nur gedacht, du Idiot!?» und «wird schon irgendwie schiefgehen.»

Jetzt können nur noch Profis helfen

Mein Ziel ist keine gute Zeit. Insgesamt 55,5 Kilometer und 1000 Höhenmeter: Ich will das Ding einfach schaffen, ohne irgendwo durch die Zeitbegrenzung zu fliegen. Meine Mankos an Vorbereitung und Erfahrung versuche ich jetzt, mit der Hilfe von Profis wettzumachen. Sie können mir bestimmt ein paar Tipps und Tricks mit auf den Weg geben, hoffe ich. Was soll ich wann essen? Wie soll ich meine Kräfte einteilen, damit ich das Ganze durchstehe? Und was gibt es für Tricks, falls Beine, Arme und Lunge streiken? Mit diesen Fragen klopfe ich bei einigen Erfahrenen in der Region an.

Marc Zellweger

Er sagt es zwar nicht, aber seine verdutzte Reaktion auf meine Frage deute ich folgendermassen: «Ist immer wieder erstaunlich, zu welchen hirnrissigen Ideen das Sommerloch euch Journalisten treibt.» Nach kurzem Überlegen seine Antwort: «Wichtig, ist, dass Sie die Energie behalten. Deshalb sollten Sie auf Power Gel und elektrolythaltige Getränke setzen. Flüssigkeit ist besonders wichtig. Trinken Sie, und zwar, bevor das Durstgefühl einsetzt. Vor dem Wettkampf sollten Sie dehnen und sich einwärmen. Jagen Sie zum Beispiel mit einem Sprint den Puls hoch. Nach dem Wettkampf empfehle ich ein heisses Bad und dann eine kalte Dusche. Hilft gegen Muskelkater. Den werden Sie aber sowieso haben, wenn Sie untrainiert sind.» Er kann sich einen kurzen Lacher nicht verkneifen.

Roland Thommen

«Das ist wohl nichts für Sie, aber wenn ich bei einem Lauf nicht mehr mag, beginne ich zu singen. Aber Sie sollten es gar nicht so weit kommen lassen. Gehen Sie es langsam an und finden Sie Ihr Tempo. Achten Sie nie auf die anderen, teilen Sie ihre Kräftereserven ein. Lieber laufen Sie als strahlender Letzter ins Ziel ein, denn als gebeutelter, halb ohnmächtiger Zweitletzter. Erliegen Sie nicht der Versuchung, andere einzuholen. Dafür sind, wenn überhaupt, die letzten 500 Meter da. Wenn man sich überfordert, geht die Freude am Sport verloren, das wäre schade. Deshalb: Nöd jufle!»

Sarah Ingold

«Mein Tipp: Fixieren Sie vor dem Schwimmstart die erste Zielboje und die Schwimmrichtung, bevor Sie ins Wasser gehen. Denn beim Massenstart spritzt das Wasser in alle Richtungen, man sieht nichts mehr und verliert die Orientierung. Stürzen Sie sich da rein und beginnen Sie zu kraulen. Nehmen sie nicht zu viel Rücksicht auf die anderen – dass es dabei Körperkontakt gibt, ist normal. Wahre Schlüsselpunkte sind zudem die Wechselzonen, da verliert man schnell viel Zeit. Organisieren Sie Ihre Sachen deshalb gut, damit es dort rasch geht.

Christof Bischof

«Beim Velofahren ist es wie bei den anderen Disziplinen: Finden Sie Ihren Rhythmus. Bei der eher hügeligen Velostrecke des Tristar gilt zudem speziell: Sparen Sie Ihre Kräfte. Die Route geht zuerst eine Weile geradeaus, bevor der Anstieg ins Appenzellerland beginnt. Frühestens dort sollten Sie wirklich ins Schnaufen kommen. Achten Sie zudem darauf, dass Sie die Pedale immer mit dem vorderen Drittel Ihres Fusses treten. So sparen Sie Kraft.

Annelie Scheifele

Als Vorbereitung für den Wettkampf empfiehlt die Fachfrau: «Essen Sie leicht verdauliche Kohlenhydrate. Am Tag zuvor dürfen es zum Beispiel Pasta, Reis oder Kartoffeln sein. Auch Brot oder Müesli gehen. Die Nahrung sollte aber nicht zu scharf gewürzt sein oder allzu fettig, damit sie leicht verdaulich ist. Am Morgen vor dem Anlass: Weissbrot, oder Toast, dazu Kohlenhydrate, die der Körper schnell in Energie umwandeln kann. Sie sind zum Beispiel in Konfitüre oder Fruchtsaft enthalten.

Das Frühstück empfiehlt sich zwei bis drei Stunden vor dem Start. Und lieber nicht zu viel essen. Besser kurz vor dem Wettkampf noch ein kleines Häppchen. Während des Wettkampfs sind isotonische Getränke oder Power-Gel eine gute Wahl. Finger Weg von Kohlensäurehaltigem. Und danach: Langsam beginnen. Gut sind isotonische Getränke oder einmal ein Riegel. Erst wenn der Hunger zurückkommt, also nach etwa einer Stunde, kann es eine grössere Mahlzeit sein. Pasta, Reis, Kartoffeln sollten es sein, dazu etwas mit Proteinen, also ein Stück Fleisch zum Beispiel. Oh und noch etwas: Paolo Colombani, der bekannte Schweizer Spezialist für Sporternährung, schwört auf Schoggimilch nach einer solchen Anstrengung. Probieren Sie es aus.» - Mach ich!

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