Im Westen der Stadt St.Gallen gibt’s Neues

Bei der Entwicklung des Industrieareals geht es vorwärts. Der Verein ASGO erarbeitet nun Massnahmen.

David Gadze
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Das Industriegebiet ist einer der grössten Wirtschaftsräume der Ostschweiz.(Bild: Ralph Ribi)

Das Industriegebiet ist einer der grössten Wirtschaftsräume der Ostschweiz.
(Bild: Ralph Ribi)

Das Industriegebiet zwischen St.Gallen und Gossau erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Nachdem verschiedene Anläufe, ein griffiges Zukunftsbild für das Areal zu entwickeln, gescheitert sind, nimmt das Thema jetzt Fahrt auf. Langsam zwar, aber immerhin.

Im September hat das Abwärmenetz, ein Projekt aus dem Energienetz GSG (Gossau- St.Gallen-Gaiserwald), den Betrieb aufgenommen – zumindest die erste von mehreren Etappen.

Und jetzt hat der Verein ASGO (Areal St.Gallen West/Gossau Ost), in dem seit Januar das Energienetz GSG als Fachgruppe integriert ist, seine Vision für eine Arealentwicklung und den Weg dorthin vorgestellt. An der ersten Plenarversammlung der ASGO betonte Geschäftsführer Andreas Schläpfer am Mittwoch, dass dabei das Gebiet als Ganzes betrachtete werden müsse, da verschiedene Abhängigkeiten bestünden.

Das weitere Vorgehen bis 2022 klären

Die ASGO, die auch im Austausch mit Grundeigentümern ist, startet demnächst eine Umfrage bei den ansässigen Unternehmen, etwa zum aktuellen und künftigen Flächenbedarf oder zur Zahl der Mitarbeiter. Das soll in ein mögliches Entwicklungsszenario einfliessen.

Um dieses zu konkretisieren, behandeln verschiedene Fachgruppen sogenannte «Massnahmenbündel», etwa Siedlungsentwicklung, Mobilität, Citylogistik, S-Bahn- und Busangebot, Fussweg- und Velonetz, Naherholung, öffentliche Freiräume oder Energie.

Verantwortlich für die einzelnen Massnahmenbündel sind diverse Dienststellen insbesondere der Stadt St.Gallen, etwa die Standortförderung, das Stadtplanungsamt, das Tiefbauamt und Stadtgrün, aber auch das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr und die ASGO selbst. Sie haben in den Gruppen den Lead, arbeiten aber eng zusammen mit anderen Dienststellen und Unternehmen der drei Gemeinden, etwa den Stadtwerken oder den bereits Genannten. Dadurch sollen die einzelnen Massnahmenbündel nicht losgelöst voneinander behandelt werden.

Bis Ende Jahr reiche die ASGO zuhanden der drei Gemeinden St.Gallen, Gossau und Gaiserwald sowie des kantonalen Baudepartements einen Bericht zu den Massnahmenbündeln ein, sagte Schläpfer. Dieser soll Ziele, konkrete Massnahmen und Verantwortlichkeiten, aber auch Kostenschätzungen enthalten.

Was sehr theoretisch klingt, soll bereits in den kommenden Jahren Wirkung entfalten, sagte Schläpfer. Bis 2022 soll das weitere Vorgehen definiert sein. Jetzt schon eine Siedlungsentwicklung in Angriff zu nehmen, während das heutige Verkehrssystem am Anschlag sei, mache keinen Sinn. Man müsse aber parat sein bei den nächsten wichtigen Zeitfenstern für Entscheide auf Bundesebene, etwa zu Infrastrukturausbauten für die Bahn, um nicht wieder jahrelang auf das nächste Zeitfenster warten zu müssen.

«Wir müssen das Wort ‹Aber› vergessen»

Hermann Merz, Präsident des Industrie- und Gewerbevereins St.Gallen West, hielt ein flammendes Plädoyer für die Entwicklung des Areals. Es sei wichtig, die Infrastrukturprojekte für Strasse und Schiene voranzutreiben. Die Arbeit der ASGO, die bereits Gemeindegrenzen überwunden habe, dürfte auch an Kantonsgrenzen nicht haltmachen, etwa im Hinblick auf den Autobahnzubringer Herisau. «Und vor allem müssen wir das Wort ‹Aber› vergessen und stattdessen gemeinsam nach Lösungen suchen.»

Regierungsrat Marc Mächler schloss sich dem an. Und gerade weil es langsam gehe, brauche man einen langen Schnauf, sonst habe man keine Chance.

Hinweis: www.asgo.ch

Wanderpreis des Energienetzes GSG geht an die DGS Druckguss-Systeme AG

An der Plenarversammlung der ASGO (Areal St.Gallen West/Gossau Ost) hat das Energienetz GSG, das seit Januar eine Fachgruppe in der ASGO ist, am Mittwoch den Wanderpreis an die DGS Druckguss-Systeme AG vergeben. Mit dem Preis zeichnet das Energienetz GSG ein Mitglied der ASGO aus, das im Vergleich zum Vorjahr die höchste Energieeffizienzsteigerung erreichte, ein intern breit unterstütztes Energiemanagement hat, innovative Ansätze verfolgt und das erarbeitete Wissen mit den anderen Mitgliedunternehmen teilt.

Die DGS erhalte den Wanderpreis für die Sanierung der Abwasseraufbereitungsanlage, sagte Regierungsrat Marc Mächler, der den Preis an CEO Andreas Müller verlieh. Die alte Anlage habe auf chemischen Prozessen basiert und dadurch viel Energie verbraucht. Dank einem hocheffizienten Vakuumverdampfungsprozess verbrauche die DGS für die Abwasseraufbereitung nun 60 Prozent weniger Energie und spare 600 Megawattstunden Strom - und Kosten von 120'000 Franken pro Jahr.

Diese Massnahmen seien eine Selbstverständlichkeit, sagte Andreas Müller. Er hätte lieber den Preis bekommen für den Anschluss an das Energienetz. Diese Etappe bis zur DGS ist jedoch (noch) nicht realisiert. «Deshalb hoffe ich, dass das Netz mit Vollgas weitergebaut wird.» (dag)

Regierungsrat Marc Mächler (links) übergibt den Wanderpreis des Energienetzes GSG an Andreas Müller, CEO der DGS Druckguss-Systeme AG. (Bild: PD)

Regierungsrat Marc Mächler (links) übergibt den Wanderpreis des Energienetzes GSG an Andreas Müller, CEO der DGS Druckguss-Systeme AG. (Bild: PD) 

Das Industriegebiet St.Gallen West gemeinsam stärken

Das Gebiet zwischen St. Gallen West und Gossau Ost soll nach einem Konzept wachsen. Nun haben sich zwei Vereine zusammengeschlossen, um diesem Ziel näherzukommen. Dabei spielt das Thema Energieeffizienz eine grosse Rolle.
Christoph Renn