Im Historischen und Völkerkundemuseum bewegen sich einige Gemälde 

3D-Trickfilmer Simon Oberli hat für das Historische und Völkerkundemuseum Bilder animiert.

Marlen Hämmerli
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Im Historischen und Völkerkundemuseum (HVM) schaut der Künstler Fritz Gilsi hinter seiner Staffelei hervor, rutscht dann weiter hervor, mustert den Besucher, um sich dann wieder auf das Gemälde zu konzentrieren. Es ist eines von mehreren animierten Bildern, die derzeit in der Ausstellung «Fritz und René Gilsi – Narrenweisheiten» hängen. Ausstellungen sind schon vom Namen her statisch. Bilder hängen an der Wand, Objekte liegen in Vitrinen. Das ist hier anders.

«Wir wollten einen Aha-Effekt erzielen. Dass Besucher irritiert sind, kurz stehen bleiben und die Bilder auf neue Weise betrachten», sagt Michael Elser, Grafiker des HVM. Die Ausstellung ist seit gut zwei Wochen offen. Den Besucherinnen und Besuchern gefiele es.

Bilder hängen, aber nicht neben den Animationen

Die Bilder, die als Vorlage für die Animation dienten, hängen ebenfalls in der Ausstellung. Sie seien aber bewusst nicht neben die animierte Version gehängt worden, sagt Elser. «Wir wollten verhindern, dass die Besucherinnen und Besucher das Original mit der Animation vergleichen. Es geht uns nicht ums Bessermachen, sondern darum, eine neue Ebene zu erschliessen.»

Die Umsetzung ist relativ einfach

Am Anfang des Projekts stand die Idee, alle Bilder mittels Augmented Reality zu animieren. Ein Besucher muss nur sein Handy ans Bild halten, schon bewegt es sich auf dem Bildschirm. «Doch das wäre zu kompliziert gewesen», sagt Elser. «Zudem haben nicht alle Besucherinnen und Besucher Handys dabei.»

Der Grafiker freut sich nun über die einfache Umsetzung. «Es funktioniert ohne Gerät oder App. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.» Für die Animation hat der 3D-Trickfilmer Simon Oberli Fotografien der Bilder in Ebenen aufgeteilt und einzelne davon animiert. «Auf einfache Art» , sagt Elser. So erstellte Oberli für das Selbstporträt von Fritz Gilsi ein 3D-Gittermodell.

Elser kann sich vorstellen, bei einer künftigen Ausstellung wieder Animationen zu zeigen. «Aber vielleicht nicht auf die gleiche Art. Denn das wäre dann kalter Kaffee.»