Im Drogenrausch Taxifahrer bewusstlos geschlagen und geflüchtet: Rorschacher Kreisgericht weist Vorarlberger aus

Ein österreichisches Ehepaar machte sich unter Kokain- und Drogeneinfluss auf eine Irrfahrt durch Rorschach – zusammen mit der zehnjährigen Tochter. In seinem Rausch schlug der Mann mehrfach auf einen Taxifahrer ein. Jetzt muss er die Schweiz für fünf Jahre verlassen.

Jolanda Riedener
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Das vom Ehepaar entwendete Taxi kam in einer Garageneinfahrt in Goldach zu stehen.

Das vom Ehepaar entwendete Taxi kam in einer Garageneinfahrt in Goldach zu stehen.

Bild: Kapo

Anfang Februar musste sich ein Ehepaar vor dem Rorschacher Kreisgericht verantworten. Hintergrund waren die Vorfälle um eine Horrorfahrt im Sommer 2018. Nun hat das Gericht das Urteil bekannt gegeben. Der Mann muss die Schweiz verlassen.

Aus Angst vor Geistern ist ein Rorschacher Paar in einer Sommernacht mit der zehnjährigen Tochter aus der Wohnung «geflüchtet». Auslöser war ein Drogenrausch: Während einer Woche habe das Paar umfangreich Kokain konsumiert. Die Beiden haben ein Taxi angehalten, worauf der Mann den Taxifahrer bewusstlos geschlagen hatte.

Darauf entwendete das Paar das Taxi und begab sich auf Irrfahrt durch die Stadt. Das Taxi kam in einer Garageneinfahrt in Goldach zum Stillstand. Die Tochter war nicht angeschnallt und brach sich während eines Aufprall den Unterarm.

Landesverweis, Busse und Genugtuung

Das Kreisgericht Rorschach verweist den Beschuldigten für fünf Jahre des Landes. Weiter verurteilt es ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten sowie zu einer Busse von 1200 Franken. Ausserdem wird er verpflichtet, der damals zehnjährigen Tochter seiner Frau, eine Genugtuung von 3000 Franken zu bezahlen. Dem Taxifahrer muss er 994 Franken Schadenersatz und eine Genugtuung von 5000 Franken bezahlen.

Der Beschuldigte hatte zur Tatzeit grosse Mengen Kokain konsumiert und wird somit vom Gericht der Verübung einer Tat in selbstverschuldeter Unzurechnungsfähigkeit schuldig gesprochen. Diese umfasst unter anderem versuchte Nötigung, versuchte schwere Körperverletzung, Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch, Fahren ohne Berechtigung, grobe Verletzung von Verkehrsregeln, Fahren in fahrunfähigem Zustand, Hausfriedensbruch und mehrfache Sachbeschädigung.

Ausserdem wird er der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht sowie der schweren Widerhandlung und mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetzes schuldig gesprochen.

Frau und Kind dürfen in der Schweiz bleiben

Die Beschuldigte wird ebenfalls aufgrund ihres Drogenkonsums der Verübung einer Tat in selbstverschuldeter Unzurechnungsfähigkeit schuldig gesprochen: Sie muss sich für das Entwenden eines Fahrzeugs, fahrlässige einfache Körperverletzung und Hausfriedensbruch verantworten. Weiter habe sie die Fürsorge- oder Erziehungspflicht verletzt, und wird der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig gesprochen.

Sie muss eine Busse von 600 Franken zahlen, regelmässig die Unterstützung der Suchtberatung in Anspruch nehmen und wird zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 30 Franken schuldig gesprochen. Ebenfalls muss sie ihrer Tochter eine Genugtuung von 3000 Franken zahlen. Mutter und Tochter dürfen weiterhin in der Schweiz wohnen.

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