Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Das Herz dieser Rorschacherin gehört den Tieren

Daniela Capiaghi setzt sich für Tiere ein, wo sie nur kann. Die Vizepräsidentin des Tierschutzvereins Rorschach und Umgebung pflegt vermisste und ausgesetzte Tiere bei sich zu Hause.
Perrine Woodtli
Der Hase, der in Goldach gefunden wurde, hat bei Daniela Capiaghi vom Tierschutzverein ein Plätzchen gefunden. (Bild: Bilder: Perrine Woodtli)

Der Hase, der in Goldach gefunden wurde, hat bei Daniela Capiaghi vom Tierschutzverein ein Plätzchen gefunden. (Bild: Bilder: Perrine Woodtli)

Daniela Capiaghi liebt Tiere. Schon immer. Als Kind brachte die Rorschacherin ständig welche mit nach Hause, etwa Schnecken. «Einmal bastelte ich mir aus einer Schuhschachtel ein Terrarium, in dem ich Spinnen hielt», erinnert sich die 43-Jährige. Von einem Sackgeld kaufte sie sich einmal eine Ratte. Auch heute hat Capiaghi ein grosses Herz für Tiere. Seit knapp zehn Jahren ist sie im Tierschutzverein Rorschach und Umgebung. Seit gut sieben Jahren als Vizepräsidentin. «Ich helfe Tieren, weil sie sich selber nicht wehren können», sagt Capiaghi.

Der regionale Tierschutzverein fungiert als Informations-und Beratungsstelle und kümmert sich um Findeltiere und ausgesetzte Tiere. Diese werden vom Verein versorgt und in ein Heim gebracht. Der Verein dient als eine Art Auffangstation und arbeitet mit anderen Organisationen zusammen, etwa mit Tierheimen, Vogelstationen, mit der Polizei sowie, bei Missständen, mit dem Veterinäramt.

Meldestelle wird rege genutzt

Um Tiere zu melden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen gibt es die schweizerische Tiermeldezentrale. Dort können vermisste und gefundene Tiere registriert werden. Leider sei diese Suchplattform noch nicht jedem Tierhalter bekannt, sagt Capiaghi. Gleichzeitig betreibt der Tierschutzverein Rorschach und Umgebung eine eigene Meldestelle. 160 Anrufe wurden 2017 über diese entgegengenommen.

Capiaghi nimmt sporadisch auch mal ein Tier bei sich auf – wenn es nicht sofort ins Tierheim transportiert werden kann oder solange es Pflege benötigt. Grundsätzlich werden jedoch alle Tiere zum Tierarzt gebracht und danach in die entsprechende Einrichtung transportiert. Weil sie bis vor vier Jahren eine Tierbetreuung angeboten hat, ist Capiaghi ausgerüstet. In ihrer Garage türmen sich Hunde- und Katzenkörbe und Transportboxen. Im Garten stehen mehrere Ställe und eine Voliere. Derzeit leben mit ihr und ihren zwei Hunden ein Hase und vier Kätzchen unter einem Dach. Der abgemagerte Hase wurde kürzlich in Goldach gefunden. Capiaghi päppelt ihn nun auf. Genau wie die sieben Wochen alten Kätzchen, die von einer wilden Katze stammen.

"Niemand hat das Recht, fremde Tier zu füttern."

Doch nicht alle Tiere haben solches Glück. «Für vereinzelte Tiere kommt leider jede Hilfe zu spät», sagt Capiaghi. «Das geht einem ans Herz. Man will helfen, kann aber nicht immer.» Auch der Anblick ausgesetzter Tiere schmerze. Leider würden sich immer noch zu viele Leute unüberlegt ein Haustier zulegen. Die Tierliebhaberin ist der Meinung, dass Menschen viel zu schnell, einfach und billig an Tiere herankommen. Das grösste Problem sei aber das Fremdfüttern. «Viele füttern fremde Tiere. Niemand hat das Recht, ein fremdes Tier zu füttern. Vielleicht verträgt es nur Spezialfutter. Den Leuten ist nicht klar, was sie damit auslösen können.» Der Tierschutzverein ist auf Mitgliederbeiträge und Spenden angewiesen. Der Verein, der für elf Gemeinden zuständig ist, zählt rund 200 Mitglieder, Tendenz rückläufig. Der fünfköpfige Vorstand leistet zusammen mit drei Helfern die gesamte Arbeit rund um die Einsätze. «Viele denken, dass wir die Tiere gratis im Heim abgeben und keine Rechnungen bezahlen müssen», sagt Capiaghi. Die Realität aber sieht anders aus: Mit den Mitgliederbeiträgen kann der Verein kaum die Tierarztkosten decken, geschweige denn die Pensionskosten in den Tierheimen.

Auch der Zeitaufwand sei nicht zu unterschätzen. «Vielen ist nicht bewusst, dass wir ehrenamtlich arbeiten und alle berufstätig sind.» Es sei deshalb nicht immer möglich, bei jedem Anruf zu springen. «Viele verstehen das nicht», sagt Capiaghi. Trotz teils der negativen Kommentare und gelegentlicher Undankbarkeit sei die Arbeit erfüllend. «Es ist oft nervenaufreibend und frustrierend. Aber ein Happy End für ein Tier ist der Lohn für unsere Anstrengungen.»

Mein Verein

In loser Folge stellt die «Tagblatt»-Redaktion Personen aus der Region Rorschach vor, die seit vielen Jahren in einem Verein tätig sind und sich fürs Vereinsleben engagieren. Bisher erschienen: Urs Bawidamann, Verein Blumen- und Gartenfreunde (30. Juni), Bruno Hauser, Schützengesellschaft Goldach (7. Juli), Silvia Heuberger, Amnesty International Gruppe Rorschach (13. Juli). (red)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.