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Ignazio Cassis bringt mit seiner Rede Italianità in die Hafenstadt Rorschach

An die Bundesfeier auf der Arionwiese kamen 3200 Besucher, um der Rede von Bundesrat Ignazio Cassis zu folgen. Dieser gab sich volksnah und stand für Selfies oder einen Schwatz bereit.
Jolanda Riedener
(Bilder: Christof Sonderegger)
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7 Bilder

Ignazio Cassis gibt sich in Rorschach volksnah

Kurz nach 20 Uhr betritt Ignazio Cassis (FDP) das Festgelände auf der Arionwiese. Der Tessiner Bundesrat wird mit einem warmen Applaus empfangen. Die Gäste zücken fleissig ihr Smartphone. Nach dem ersten Versprecher beim Wort «Goldach» bricht Gelächter aus im Publikum. Jetzt ist das Eis gebrochen und der Tessiner hat die Sympathie der Gäste aus den drei Seegemeinden, die jeweils gemeinsam zur Feier in Rorschach einladen. Davor genoss Cassis mit den Räten der Gemeinden die Aussicht auf die Stadt am See bei einem Apéro in der Skylounge-Bar.
«Sie werden von mir kein einziges Mal den Begriff Randregion hören», stellt Cassis gleich zu Beginn klar. Dieser sei kreuzfalsch, er stehe nämlich hier mitten in Europa, im Herzen einer pulsierenden Wirtschaftsregion.

Die Übernahme der italienischen Lebensart in der Schweiz, die Italianità, liege dem Südländer am Herzen. «Rorschach war davon besonders betroffen», sagt Cassis. In der Stickereifabrik Feldmühle fanden die Einwanderer Arbeit, führt er aus. Alte Geschäftsberichte der Migros unterstrichen die Schlüsselrolle, die Rorschach bei der Italianità spielte: «Die Umsätze im neuen Migros-Markt in Rorschach 1960 explodierten wegen den Gastarbeitern aus Italien.» Der Umsatz von geschälten italienischen Tomaten stieg um 150 Prozent. Sie wurden sogar günstiger verkauft als in Italien. «Trotz schwierigen Situationen: Die Integration funktionierte am Schluss doch und die Italianità wurde als Bereicherung empfunden», sagt Cassis.

Zusammenarbeit an der Grenze als Herausforderung

Der Bundesrat fährt fort: «Nicht nur Thomas Müller will es nach zahlreichen gescheiterten Anläufen erleben, dass man in Rorschach in Abwandlung des alten Schweizer Films ‹Hinter den sieben Geleisen›, nicht mehr sagen kann ‹Vor den sieben Barrieren› – sieben Niveau-Bahnübergänge gibt es in Rorschach tatsächlich noch.» Sie überstanden mehrere Volksabstimmungen. Ignazio Cassis sieht auch Gemeinsamkeiten zwischen der Ostschweiz und seiner Heimat, dem Tessin: «Beides sind Grenzregionen. Landesgrenzen sind seit eh und je für solche Regionen eine wirtschaftliche und kulturelle Herausforderung.»

Grenzen würden aber auch Chancen und Impulse eröffnen, weil man lernen müsse, über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Die Bodenseeregion sei dafür ein leuchtendes Beispiel: «Unbürokratisch und politisch unbelastet arbeiten zahlreiche staatliche Einrichtungen international zusammen», sagt Cassis. So würde er sich manchmal das bilaterale Verhältnis mit der EU wünschen.

Stadtpräsident schiesst für die Besucher Fotos mit dem Bundesrat

Zum Schluss lässt der Bundesrat hinter die Fassade blicken. «Die südländische politische Kultur ist nach langen Jahren der Absenz wieder im Bundesrat vertreten. Und die tickt halt eine Spur anders.» Er liebe es, manchmal etwas laut zu denken, um zu spüren, was überhaupt gedacht werde. «Nicht zuletzt von der Bevölkerung, die in unserem Land das Sagen hat.»

Ein stets lächelnder Ignazio Cassis darf sich nach seiner ersten Ansprache zum 1. August als Bundesrat über einen grossen Applaus aus Rorschach freuen. Nach dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne steht dieser den Gästen gerne für ein Selfie zur Verfügung und lässt sich auf einen Schwatz ein.

«Es ist ein eindrückliches Gefühl, wenn 2000 Leute zusammen die Nationalhymne singen», sagt Thomas Müller, der seinen Gast auf italienisch begrüsst und verabschiedet. Der Stadtpräsident beschenkt Cassis mit einer Flasche Wein. Für seine Frau, die nicht nach Rorschach gekommen ist, lässt er einen Schal aus St. Galler Manufaktur von Akris migeben. «Nachdem sich Alain Bersets Frau mit dem Schal zeigt, kann dieses Geschenk ja nicht so falsch sein», sagt Müller.

So viele Festbesucher wie noch nie

Der Stadtpräsident zeigt sich zufrieden über eine gelungene Bundesfeier: «Ignazio Cassis hat sich im Vorfeld mit unserer Stadt befasst und Rorschach gut in seine Rede integriert.» Cassis habe sich seines Wissens im Vorfeld sehr auf diesen Abend in Rorschach gefreut, sagt Müller. Auch über den reibungslosen Ablauf der Feier ist er froh: «Wir haben mit mehr Besuchern gerechnet, da in Rorschach einzig ein Feuerwerk erlaubt war. Schliesslich kamen rund 3200 Gäste an die 1.-August-Feier.» Zwischenfälle habe es keine gegeben.

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