Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ideenwettbewerb für den St.Galler Marktplatz: Mit Calatrava, Pavillon für den Markt und gesplitteter Haltestelle

St.Gallen will Marktplatz und Bohl neu gestalten. Am Donnerstag haben Baudirektorin Maria Pappa und Stadtplaner Florian Kessler das Resultat des dafür durchgeführten Ideenwettbewerbs präsentiert. Der gewählte Ansatz ist pragmatisch. Marktplatz und Bohl bleiben «möbliert». Dafür wird die Marktgasse auf der Ostseite der Acrevis Bank zur frei bespielbaren Fläche ausgeweitet.
Reto Voneschen
So soll der «neue» Marktplatz aussehen: Sofort ins Auge sticht das Fehlen der Rondelle und der Bäume in der Marktgasse sowie der dadurch freigeräumte Platz auf der Ostseite der Acrevis Bank. (Illustration: PD/Stadt St.Gallen)

So soll der «neue» Marktplatz aussehen: Sofort ins Auge sticht das Fehlen der Rondelle und der Bäume in der Marktgasse sowie der dadurch freigeräumte Platz auf der Ostseite der Acrevis Bank. (Illustration: PD/Stadt St.Gallen)

Es wird Städterinnen und Städter geben, die dem Grundkonzept zur Neugestaltung von Marktplatz und Bohl vorwerfen werden, es sei keine wirkliche Vision. Und diese Feststellung ist nicht wirklich falsch. Das am Donnerstag präsentierte Siegerprojekt aus dem Ideenwettbewerb ist ziemlich weit weg vom ursprünglichen Traum, im St.Galler Stadtzentrum eine Piazza nach italienischem Vorbild zu schaffen.

Wie zwei verlorene Abstimmungen gezeigt haben, ist auf Marktplatz und Bohl eine solche Vision vermutlich auch gar nicht realisierbar. Dafür sind die gegenläufigen Interessen im zentralen öffentlichen Raum der Altstadt zu vielfältig. Dazu kommen enge Rahmenbedingungen wie unter anderem die bestehenden Häuserzeilen, die ÖV-Achse und die Möglichkeiten der Stadtkasse.

Entwürfe auch aus Berlin und Barcelona

Es habe im Ideenwettbewerb, zu dem 43 Projekte - unter anderem von Büros aus Berlin und Barcelona - eingereicht worden waren, denn auch nicht einen Entwurf gegeben, der auf Anhieb alle Probleme gelöst hätte. Eine solche «eierlegende Wollmilchsau» sei für einen so wichtigen Freiraum mit all seinen Interessenkonflikten nicht wirklich zu erwarten gewesen, sagte die städtische Baudirektorin Maria Pappa am Donnerstzag bei der Präsentation des Siegerprojektes.

Dieser Entwurf habe durch seine Einfachheit und Schlichtheit überzeugt. Er löse die meisten der bestehenden Konflikte elegant und überzeugend. Und er erlaube trotzdem eine gewisse Grosszügigkeit, lobte Maria Pappa vor den Medien. Der Siegerentwurf «Vadian» stammt von einem Team aus Planungs- und Architekturbüros aus Zürich und St.Gallen.

Jury setzt zusätzliche Leitplanken

Das Siegerprojekt wurde von der Jury einstimmig zur Weiterbearbeitung vorgeschlagen. Und dabei wurden bereits auch zusätzliche Leitplanken gesetzt: Die Calatrava-Wartehalle soll auf dem Bohl stehen bleiben. Sie dient weiter als Haltestelle für den ÖV stadtauswärts. Die Haltestelle Richtung Hauptbahnhof wird allerdings verlegt, vom «Hecht» aufs Trottoir vor den Läden auf der Nordseite des Marktplatzes.

Das Siegerprojekt Vadian zur Umgestaltung von Marktplatz und Bohl. Am linken unteren Bildrand ist anstelle des Blumenmarkts der Planungsperimeter für die neue Bibliothek ausgespart. (Illustration: PD/Stadt St.Gallen)

Das Siegerprojekt Vadian zur Umgestaltung von Marktplatz und Bohl. Am linken unteren Bildrand ist anstelle des Blumenmarkts der Planungsperimeter für die neue Bibliothek ausgespart. (Illustration: PD/Stadt St.Gallen)

Auf dem Marktplatz selber soll es gemäss Siegerprojekt unter einem Dach einen zweiteiligen Pavillon für den ständigen Markt und die Anbieter aus der Rondelle geben. Letztere wird dafür abgebrochen. Dies, um eine wirkliche Freifläche zwischen heutigem Rondellen-Standort und Vadian-Denkmal zu schaffen. Darauf sollen künftig die nicht-ständigen Märkte stehen. Hier wird es auch Platz für andere Nutzungen wie Konzerte, Feste oder Ähnliches geben.

Bäume fällen und neu pflanzen

Für die neue Freifläche werden neben dem Rondellen-Abbruch auch sieben grössere und kleinere Bäume auf der Ostseite der Acrevis Bank gefällt. Ersatz dafür soll's rund um den neuen Marktpavillon geben: Hier ist die Ergänzung der bestehenden Platanen-Baumreihe durch Neupflanzungen geplant. Sieben neue Bäume soll es zudem bei der Calatrava-Wartehalle auf dem Bohl geben. Ob diese «Aufforstung» tatsächlich in der auf den Plänen ziemlich optimistisch eingezeichneten Grössenordnung möglich sein wird, muss derzeit offen bleiben.

Aus dem Perimeter für die Neugestaltung von Marktplatz und Bohl ausgeklammert ist diesmal der Blumenmarkt. Dies, weil Kanton und Stadt sich fürs Union-Gebäude eine Nutzung als Bibliothek überlegen. Wird dieses Projekt Realität dürfte ihm wohl das heutige Plätzchen des Blumenmarkts geopfert werden. Umso wichtiger wird damit die neu vorgesehene Freifläche an der unteren Marktgasse.

Das bereits mit den Jury-Vorgaben für die Weiterbearbeitung nachgebesserte Modell des Siegerprojektes: Auf dem Marktplatz fallen der Marktpavillon und die Haltestelle auf der Nordseite auf, in der Marktgasse ist es die neue Freifläche östlich der Acrevis Bank und auf dem Bohl das Wäldchen bei der Calatrava-Wartehalle. (Bild: Reto Voneschen - 24. Januar 2019)

Das bereits mit den Jury-Vorgaben für die Weiterbearbeitung nachgebesserte Modell des Siegerprojektes: Auf dem Marktplatz fallen der Marktpavillon und die Haltestelle auf der Nordseite auf, in der Marktgasse ist es die neue Freifläche östlich der Acrevis Bank und auf dem Bohl das Wäldchen bei der Calatrava-Wartehalle. (Bild: Reto Voneschen - 24. Januar 2019)

Partizipativer Prozess geht in die nächste Runde

Dass das Siegerprojekt für die Umgestaltung von Marktplatz und Bohl so pragmatisch ausgefallen ist, dürfte auch dem partizipativen Prozess zu verdanken sein, den die Stadt vor Ausschreibung des Wettbewerbs angestossen hatte. Am Donnerstagabend wird der siegreiche Entwurf im «Forum Markplatz» präsentiert und diskutiert.

In der ersten Hälfte 2019 soll jetzt die Vorlage für Stadtrat und Stadtparlament erarbeitet werden. Dafür muss unter anderem die Höhe des Rahmenkredites berechnet werden, der fürs Umgestaltungsprojekt nötig ist. Der Kredit werde mit Sicherheit über der Grenze des obligatorischen Finanzreferendums von 15 Millionen Franken liegen, hiess es an der Medienorientierung zum Ideenwettbewerb vom Donnerstag. Es wird also auf jeden Fall eine dritte Volksabstimmung über Marktplatz und Bohl geben.

Dritte Marktplatz-Abstimmung ist 2020

Stadtrat und Stadtparlament sollen sich gemäss Fahrplan der städtischen Baudirektion in der zweiten Hälfte 2019 über die Platzpläne beugen und darüber entscheiden. Fürs erste Halbjahr 2020 ist dann der städtische Urnengang über den Rahmenkredit vorgesehen. Sagt das Volk Ja zur Vorlage, soll bis Ende 2021 projektiert und ab 2022 gebaut werden.

Zu den Markplatzunterlagen der Stadt

Auf dem Marktplatz wirbt bereits ein Plakat für die Ausstellung der Wettbewerbsprojekte im Waaghaus. (Bild: Reto Voneschen - 24. Januar 2019)

Auf dem Marktplatz wirbt bereits ein Plakat für die Ausstellung der Wettbewerbsprojekte im Waaghaus. (Bild: Reto Voneschen - 24. Januar 2019)

Ausstellung mit den 43 Wettbewerbsarbeiten

Ab diesem Wochenende sind alle Arbeiten für den Ideenwettbewerb Marktplatz/Bohl im ersten Stock des Waaghauses ausgestellt und öffentlich zugänglich. Am Freitag, 17 bis 20 Uhr, findet die Eröffnung dieser Ausstellung statt. Am Samstag ist die Schau von 12 bis 14 Uhr zugänglich.

Am 28. und 31. Januar sowie am 5., 7. und 8. Februar ist das jeweils von 11 bis 13 sowie von 17 bis 19 Uhr der Fall. Am 5. Februar, 17 bis 19 Uhr, steht Stadtplaner Florian Kessler, am 8. Februar, 17 bis 19 Uhr, Stadträtin Maria Pappa für Fragen zur Verfügung. (vre)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.