«Ich werde zum ersten Mal in einem Heim arbeiten, in dem jedes Zimmer eine Nasszelle hat»: Ursina Girsberger verlässt die Sana Fürstenland

Die Geschäftsleiterin lässt die Turbulenzen hinter sich: In Heiden erhofft sich Ursina Girsberger ein ruhigeres Umfeld als bei der Sana Fürstenland AG in Gossau.

Johannes Wey
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Ursina Girsberger, Geschäftsleiterin der Sana Fürstenland AG, räumt ihr Büro in der «Schwalbe» im Juni. (Bild: Lisa Jenny (21. November 2019))

Ursina Girsberger, Geschäftsleiterin der Sana Fürstenland AG, räumt ihr Büro in der «Schwalbe» im Juni. (Bild: Lisa Jenny (21. November 2019))

Geht der Plan der Sana Fürstenland AG auf, zügeln die Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheims Espel im nächsten Spätsommer in einen Anbau bei der «Schwalbe». Ein Referendum könnte diesen Terminplan allerdings verzögern oder gar zunichtemachen (siehe Kasten).

So oder so wird die heutige Geschäftsleiterin den Umzug aber nicht mehr mitmachen: Letzte Woche wurde die Kündigung von Ursina Girsberger bekannt. Sie übernimmt im Juni das Pflegeheim im ausserrhodischen Heiden.

In ihrem Heimatdorf Heiden wird Girsberger Neuland betreten. «Ich werde zum ersten Mal in einem Heim arbeiten, in dem jedes Zimmer eine Nasszelle hat.» Auch die Organisationsentwicklung, die die bisherigen Stationen ihrer Karriere prägte, wird sie in Heiden weniger in Anspruch nehmen: Dort gilt es, keine Betriebe zusammenzuführen oder Zügelaktionen zu planen.

Für Girsberger, die seit einigen Jahren wieder in Heiden wohnt, lassen sich mit dem Wechsel auch Beruf und Familie besser vereinbaren. Das Pendeln durch die Baustelle auf der Stadtautobahn und verstopfte Gossauer Strassen fällt weg.

Der Vorschlag der Igop kommt nicht vors Vok

Die IG für ein optimiertes Pflegeheim (Igop) hat mit einem den «Gossauer Nachrichten» beigelegten Unterschriftenbogen das Referendum lanciert. Laut IG-Vertreter Marius Thürlimann werden Unterstützer auch am Chläusler Unterschriften sammeln. Die Igop sei «guter Hoffnung», dass die nötigen 600 Unterschriften bis zum 23. Dezember zusammenkommen. Die Aufwendungen, mit denen die Unterschriftensammlung beworben worden sei, seien «so tief wie möglich» und gedeckt.

Weitere Angaben zum Budget will Thürlimann keine machen. Kommt es zu einer Abstimmung, hoffe die IG, dass der Stadtrat nicht bloss über den finanziellen Beitrag aus der Parlamentsvorlage abstimmen lasse, sondern auch über die Prüfung einer Übergangslösung mit privaten Heimen. Das wird laut Stadtschreiber Toni Inauen nicht passieren: «Eine ‹Variante Igop› war nicht Gegenstand der parlamentarischen Diskussion und kann somit nicht Abstimmungsgegenstand sein», erklärt er auf Anfrage. (jw)

Ermüdendes Auf und Ab

So turbulent habe sie sich die Arbeit in Gossau beim Stellenantritt nicht vorgestellt, sagt Girsberger. «Der Neubau schien in greifbarer Nähe.» Das Auf und Ab und der Umgang damit hätten viel Energie gekostet.

«Die Schwierigkeiten haben das Team aber auch zusammengeschweisst. Der Abschied fällt mir nicht leicht.»

Auch dass sie den Bezug des neuen Alterszentrums nicht aus nächster Nähe miterlebe, schmerze. «Ich bin überzeugt, dass der Neubau sehr gut durchdacht ist.» Die Kombination von Pflegeplätzen, Demenzstation und den Möglichkeiten für betreutes Wohnen und Kurzaufenthalte sei zeitgemäss. Wer auch immer ihre Nachfolge antrete, finde eine gute Basis und ein gutes Team vor.

Die Stelle ist bereits ausgeschrieben

Schon in der Mitteilung zur Kündigung Ursina Girsbergers hatte sich Kathrin Hilber, die Verwaltungsratspräsidentin der Sana Fürstenland AG, zuversichtlich gezeigt, die Stelle nahtlos wieder besetzen zu können. Dabei helfe, dass Girsberger ihren Wechsel frühzeitig mitgeteilt habe und überdies eine halbjährige Kündigungsfrist habe, sagt Hilber. Man habe professionelle Unterstützung für die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger beigezogen und die Stelle ausgeschrieben.

Hilber hofft, dass das Referendum über den Beitrag für das Pflegeheimprovisorium nicht zu Stande kommt. Für die Abstimmung, die wohl im März stattfinden würde, wäre sie zuversichtlich: «Im Parlament gab es nur eine Gegenstimme. Und die Gossauer haben sich schon einmal für die Sana entschieden.»

Die Planungen für den Anbau bei der «Schwalbe» würden so weit als möglich vorangetrieben, sagt Hilber. Trotzdem könnte der Bau der Übergangslösung, der nach den Sommerferien vorgesehen sei, verzögert werden, da die meisten Modulbaufirmen vor allem im Winter produzierten.