Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Tipps von der Überfrau in Gossau: «Ich wurde auch schon als Emanze betitelt»

Sita Mazumder hat eine mustergültige Karriere hinter sich. In Gossau erzählte die Ökonomin und Unternehmerin, wie sie sich als Frau in einer Männerwelt behauptet.
Noemi Heule
Wenn Selbstbild und Fremdbild nicht übereinstimmen: Sita Mazumder hielt die Gossauerinnen am Mittwoch dazu an, ihr Selbstbewusstsein zu stärken. (Bild: Michel Canonica)

Wenn Selbstbild und Fremdbild nicht übereinstimmen: Sita Mazumder hielt die Gossauerinnen am Mittwoch dazu an, ihr Selbstbewusstsein zu stärken. (Bild: Michel Canonica)

Wenn Sita Mazumder auf der Bühne steht, man könnte meinen, sie sei ein Übermensch. Genauer eine Überfrau. Und das, obwohl sie den meisten Zuhörerinnen, die sich am Mittwoch im Gossauer «Werk 1» versammelten, nur bis zur Schulter reicht. «Die Überfliegerin» titelte die Limmattaler Zeitung, nicht nur, weil sie mit 17 Jahren den Flugschein machte.

Sita Mazumder hat geschafft, wovon viele vergeblich träumen. Sie schmückt sich mit einem Professoren- und einem Doktoren-Titel, studierte Informatik-Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, schloss summa cum laude ab und für ihre Dissertation erhielt sie den Jahresforschungspreis der Universität Zürich. Seither hat die 48-Jährige mehrere Firmen gegründet, sitzt in Verwaltungsräten, etwa von der Bank Clientis, und doziert an der Hochschule Luzern. Ihre Forschungsschwerpunkte: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Cyberkriminalität, Korruption oder Geldwäsche. Und die Rolle der Frau in der Wirtschaft.

Zwischen «Annabelle» und «Bilanz»

Ganz in schwarz steht sie auf der Bühne. Luftig umhüllen Bluse und Jacke ihren Oberkörper, das kurze Haar adrett zur Seite gekämpft, dezent geschminkt. Bereits zum zweiten Mal referiert Mazumder für das Frauennetz Gossau, diesmal unter dem Titel «Frauen, Feelings und Finanzen». Sie zitierte Statistik um Statistik zur Geschlechterforschung. Weshalb sind schweizweit nur 18 Prozent der Verwaltungsräte Frauen? Wie unterscheidet sich die Kommunikation von Frauen und Männern? Weshalb scheitern die Karrieren von Frauen so oft im mittleren Management? Ihr Vortrag vor einem reinen Frauenpublikum glich einer Mischung zwischen der Frauenzeitschrift «Annabelle» und dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz».

In Erinnerung bleiben weniger die Fakten, denn die Anekdoten die Mazumder mit komödiantischem Talent vortrug. Von Männern, die sich verunsichert bei ihr melden, weil sie nicht mehr wissen, was sich nun gehört im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Sollen sie nun galant den Kaffee bezahlen und hält ein moderner Gentleman noch die Türe auf? Die Männer aber blieben Randbemerkung. Den Grossteil ihrer Zeit widmete Mazumder der Frau, die ohnehin nichts richtig machen könne. Macht sie Karriere, ist sie eine Emanze, bleibt sie zu Hause, ein Huscheli; will sie beides, eine Rabenmutter.

«Die Biologie hat mir Kinder verwehrt. Also werde ich als Emanze betitelt.»

Die Vorzeige-Frau gibt den Gossauerinnen Tipps auf den Weg: Wie wirke ich kompetent und doch weiblich? Wie verschaffe ich mir als Frau Gehör? Sie selbst hat die Antworten auf diese Fragen mit demselben Perfektionismus verinnerlicht, mit dem sie ihre Musterkarriere vorantreibt.

Sita Mazumder hat nie geträumt, sondern sie verdankt ihren Erfolg harter Arbeit und Kalkül. Davon hat sie als Mathematikerin genug. Üben, üben, üben lautet denn auch ihr Appell an diesem Mittwochabend – etwa Bewerbungsgespräche, Referate, Auftritte. Dank diesem Leitsatz verschafft sie sich heute mühelos Gehör vor reinen Männergremien genauso wie vor vollen Frauenrängen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.